Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Vielfalt abbilden

Schulwandern: Modellschulen ausgewählt

Kassel, (lifePR) - Im Rahmen des Projektes Schulwandern sind jetzt drei Modellschulen ausgewählt worden. In diesen Grundschulen wird künftig nach dem norwegischen Konzept der Draußenschule unterrichtet: Ab dem Schuljahr 2014/15 geht mindestens eine Klasse regelmäßig einen Unterrichtstag pro Woche raus in die Natur.

Ziel des gemeinsam vom Deutsche Wanderverband (DWV) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz durchgeführten Projektes "Schulwandern" ist es, das Wandern an Schulen wieder zu etablieren und auf diese Weise Schüler wie Lehrer für die biologische Vielfalt zu sensibilisieren.

Die Draußentage, für deren Gestaltung der DWV Beratungen und Fortbildungen zum Schulwanderführer anbietet, finden bei jedem Wetter in allen vier Jahreszeiten statt. DWV-Geschäftsführerin Ute Dicks: "Die drei ausgewählten Schulen werden sich inhaltlich im direkten Gespräch und über www.schulwandern.de ständig austauschen." Beabsichtigt ist Dicks zufolge zudem der Aufbau eines Netzwerkes zwischen den Schulen, Naturschutzakteuren, Bildungspolitikern und Forschungseinrichtungen.

Die Wissenschaftler der Universität Mainz werden die Schulen darin unterstützen, didaktische Modelle und Unterrichtseinheiten für ein Lernen in der Natur zu entwerfen und zu planen. Zudem werden die Forscher die Draußentage evaluieren und Lehrer wie Schüler hinsichtlich ihrer Einstellungsmuster zur biologischen Vielfalt befragen.

Ausgewählt wurden die drei Modellschulen von einem Expertengremium mit Vertretern von Deutschem Wanderverband und Universität Mainz aus 51 Bewerbungen. Bei ihren Entscheidungen war den Experten wichtig, mit den Modellschulen eine möglichst große Vielfalt abzubilden. So wollen sie erreichen, dass die Ergebnisse des Projektes später auf möglichst viele Schulen übertragbar sind. Die Wahl fiel schließlich auf die Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen, die Ahrbach-Grundschule in Niederahr bei Koblenz sowie die Grundschule Lichterfelde im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Die Hohensteinschule liegt in einem verkehrsreichen städtisch geprägten Umfeld mit sehr hohem Migrationsanteil. Hier gab es schon in der Vergangenheit Draußentage, die nun noch professioneller gestaltet werden sollen. Die Ahrbach-Grundschule in Niederahr ist mit insgesamt 50 Schülern in vier Klassen inmitten einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung im südlichen Westerwald zwar eine Rarität aber keineswegs ein Auslaufmodell. Die Grundschule pflegt vielfältige Kontakte zu außerschulischen Akteuren und möchte ihre bislang eher selten angebotenen Aktivitäten in der Natur verstetigen und mit einem curricularen "roten Faden" verbinden. Ziel sei es, Kinder durch ein vielseitiges und lebensnahes Unterrichtskonzept für ihre Umgebung zu sensibilisieren, heißt es in einer Mitteilung: "Wir sind der Meinung, (fast) alle Unterrichtsinhalte lassen sich draußen (besser) umsetzen." Die Grundschule Lichterfelde schließlich liegt im Biosphärenreservat Schorfheide/Chorin und entwickelt seit Jahren ein besonderes Profil für ihre Schüler. Die Schule nennt sich "Schule im Grünen" und nutzt die Natur eigenen Angaben zufolge in allen Unterrichtsbereichen. Besonders viel Wert legen die Pädagogen dort auf ökologische Gesichtspunkte.

Die modellhaften Draußenschulen sind Teil des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUB) geförderten DWV -Projekts "Schulwandern - Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen." Ein weiterer Bestandteile des Vorhabens ist der am 1. Mai gestartete bundesweite Wettbewerb Schulwandern zum Thema Biologische Vielfalt.

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