"Ist ein Kind erst einmal ins Ausland entführt, kann es schwer werden, eine Lösung zu finden"

Zum Internationalen Tag der vermissten Kinder

(lifePR) ( Berlin-Mitte, )
Jährlich erleiden weltweit viele hundert Kinder das gleiche Schicksal: Sie werden von einem Land in ein anderes entführt, weil die Eltern sich getrennt haben. Sie sind Leidtragende einer Situation, die sie oft nicht verstehen und nicht beeinflussen können. Dabei ließen sich durch gezielte und frühzeitige Beratung, Information und Mediation viele Entführungen verhindern.

Entführer sind Mutter oder Vater. Für die Kinder bedeutet das, sich plötzlich in einer fremden Umgebung wieder zu finden, in der sie niemand versteht. Mutter oder Vater, Familie und Freunde sind tausende Kilometer weit weg. Diese Kinder vermissen alles, was sie hatten und werden gleichzeitig von den Verlassenen vermisst.

„In Fällen von Kindesentführung gilt das öffentliche Mitgefühl in erster Linie den Eltern, weil sie es sind, die über ihr Schicksal reden können“, sagt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. „Die Kinder haben in der Regel keine Stimme, ihre Nöte hört und sieht man nicht. Sie werden zum Opfer eines Konfliktes ihrer Eltern.“

Der Internationale Sozialdienst (ISD) im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. berät, informiert und vermittelt Unterstützung bei drohenden und bereits eingetretenen Fällen von grenzüberschreitenden Kindesentführungen. Dabei steht das Kindeswohl immer im Zentrum der Arbeit des ISDs.

„Besonders wichtig ist Prävention“, betont Löher. „Ist ein Kind erst einmal ins Ausland entführt, kann es schwer werden, eine Lösung zu finden. Kinder sind dem Verhalten ihrer Eltern dabei in der Regel schutzlos ausgeliefert.“ Als „Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte“ (ZAnK) steht der ISD im Auftrag der Bundesregierung Privatpersonen und Fachleuten zur Verfügung, stellt Kontakte zu anderen Ansprechpartnern her und unterstützt dabei, Konflikte zwischen Eltern einvernehmlich zu lösen.

Unter www.zank.de können erste Informationen abgerufen werden, die telefonische Beratung ist kostenfrei und findet so oft statt, wie das erforderlich ist.

Der Internationale Sozialdienst ist deutsches Mitglied des „International Social Service“ und Arbeitsfeld I im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Der ISD bearbeitet Fälle mit Auslandsbezug und berät bundesweit kostenfrei die Träger der Sozialarbeit, Behörden, Gerichte, Rechtsanwälte und Privatpersonen. Dabei steht das Kindeswohl im Mittelpunkt. Weitere Informationen zum ISD und seiner Arbeit unter www.iss-ger.de.
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