Tierhaltung zwischen Vernunft und Emotionalität

DVT-Regionaltagung Süd im Branchenaustausch

(lifePR) ( Würzburg/Bonn, )
Die aktuelle Diskussion rund um die Produktion tierischer Lebensmittel und damit verbundener Themen wie die Aufarbeitung des Dioxin-Falls zu Anfang dieses Jahres bildeten die diesjährigen Schwerpunkte bei der Tagung der DVT-Regionalgruppe Süd (Deutscher Verband Tiernahrung e. V.) am 30. Juni 2011 in Würzburg. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine wirklichkeitsgetreue und offene Information in Richtung Medien und Verbrauchern ist, um eine entsprechende Wertschätzung für die Branchen und Produkte zu erreichen.

In Vertretung des bayerischen Staatsministers für Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, stellte Herr Dieter Ofenhitzer, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Würzburg, dessen geplante Rede vor. Bezüglich der gesetzlichen Änderungen von Bund und Ländern im Nachgang zum Dioxin-Fall 2011 werde laut Minister ein wichtiger Beitrag geleistet, die Sicherheit für Futter- und damit Lebensmittel zu erhöhen. Herr Ofenhitzer wies darauf hin, man müsse sich bewusst sein, dass zusätzliche Auflagen in der Regel auch mit höheren Kosten verbunden seien. Allerdings seien aufgrund europäischer Handelswege Verbesserungen hinsichtlich der Futtermittelsicherheit nur möglich, wenn diese auch EU-weit gelten. Dies sieht der DVT ebenso, bemängelte aber die falsche Fokussierung einiger geplanter Maßnahmen auf die Ebene der Mischfutterherstellung.

Zum bayerischen Aktionsprogramm "Heimische Eiweißfuttermittel" wies Ofenhitzer im Namen von Minister Brunner darauf hin, dass es Ziel sei, die hohe Importabhängigkeit bei Futterprotein zu verringern. In Einzelbereichen, wie beispielsweise dem Ökolandbau, werde dabei eine vollständige Versorgung mit heimischen Eiweißfuttermitteln angestrebt. Allerdings sei es wichtig, ein realistisches Bild zu behalten: Insbesondere bei der Schweine- und Geflügelfütterung werde Bayern auch in absehbarer Zeit in erheblichem Maße auf den Import von hochwertigem Futterprotein in Form von Sojabohnen und Sojaextraktionsschrot angewiesen sein. Darüber werden die Veredlungsbetriebe auch in Zukunft mit gentechnisch veränderten Futtermitteln zu tun haben. Die Marktentwicklung der Produkte "ohne Gentechnik" hinge nun vom Verbraucher und dessen Verhalten ab. Anschließend dazu wurden die Potenziale alternativer bzw. ergänzender Wege - eine bessere Ausnutzung bereits vorhandener Eiweißquellen bzw. die Förderung von aktuellen Forschungsprojekten wie GrainUp* - diskutiert.

In einem zweiten Beitrag sprach Dr. Jürgen Struck, agrarzeitung Frankfurt am Main, über "den Stoff, aus dem Skandale sind". Er arbeitete als Fachredakteur in fundierter und detaillierter Form die Entstehung und Entwicklung des "Dioxin-Skandals" Anfang des Jahres 2011 auf. Sein Fazit: Es gab weder einen realen Anlass für die skandalöse Berichterstattung noch für die Überreaktionen der Politik. Fachliche Aussagen spielten in der entscheidenden Phase Anfang bis Mitte Januar überhaupt keine Rolle mehr.

Im internen Teil der Regionalgruppenversammlung standen unter anderem Wahlen auf der Tagesordnung: Der Vorstand wurde mit Karl Schneider (Karl Schneider GmbH & Co. KG, Hergatz) als Vorsitzender und Carolin Braun (DEWA-Kraftfutterwerk Georg Wagner GmbH & Co. KG, Emskirchen) als seine Stellvertreterin sowie den weiteren Mitgliedern Dr. Kurt Matthes (Deutsche Tiernahrung Cremer, Mannheim), Patrick Sonderen (Biomin Deutschland GmbH, Aalen), Harry Grötenherdt (Südthüringer Getreide und Mischfutter GmbH, Themar) und Friedemann Klemm (Reika GmbH Reinsdorfer Kraftfutterwerk, Reinsdorf) einstimmig wiedergewählt. Neu zum Vorstand hinzugewählt wurde Herr Dr. Ulrich Steinruck (Muskator GmbH, Mannheim).

*GrainUp (siehe auch www.grain-up.de):
Innovationsforschung zum Futterwert von Getreide und seiner Verbesserung mit dem Ziel, den Futterwert von Getreide mit innovativen tierexperimentellen Methoden umfassend zu charakterisieren und Schnellverfahren für die Beurteilung der Getreidequalität zu entwickeln. Zudem werden Effekte der Futtermittelaufbereitung auf die Tiergesundheit und Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Qualität des Getreides untersucht. Mit der Unterstützung des Projektes GrainUp setzt der DVT als Verband seine bestehenden Aktivitäten in Richtung Wissenschaftsförderung fort.
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