Silvesterballerei: Brauchtum oder Belästigung? Deutscher Kulturrat erinnert an Alternativen

Das Silvester-Böllern, wie es derzeit praktiziert wird, hat nichts mehr mit dem Brauchtum aus dem 16. Jahrhundert zu tun

(lifePR) ( Berlin, )
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, hat sich gegen private Böllerei ausgesprochen. Er sagte MDR KULTUR: "Privates Knallen zu Silvester brauchen wir nicht." Das Silvester-Böllern, wie es derzeit praktiziert werde, habe nichts mehr mit dem alten Brauchtum aus dem 16. Jahrhundert zu tun und sei unzeitgemäß.

"Ich finde schon, dass sich das private Feuerwerk zu Silvester negativ entwickelt hat", so Zimmermann. Es gehe nicht mehr um ein schönes Feuerwerk, sondern um Krawall. Das sei für viele Menschen und Tiere beängstigend. Zu bedenken sei auch die Umweltbelastung durch Feinstaub.

Statt diesen Brauch einfach weiterzuführen, müsse man über Alternativen nachdenken. Zimmermann schlug bei MDR Kultur zentrale Feuerwerke vor, die Silvester in Städten oder ländlichen Regionen gemeinschaftlich organisiert werden: "Das würde die bösen Geister auch vertreiben, vielleicht sogar viel intensiver, als wenn jeder sein kleines Feuerwerk ansteckt", glaubt Zimmermann. "Es wäre weniger gefährlich. Es wäre weniger belästigend. Es wäre weniger umweltgefährdend. Und ich glaube, es wäre sogar noch schöner." Denkbar seien aber auch Licht- oder Lasershows.

Der Kulturrats-Geschäftsführer erinnerte auch an weitere Silvester Brauchtümer, die oft in Vergessenheit gerieten: Dazu zähle das traditionelle Anstoßen um Mitternacht, das Bleigießen oder abends in die Kirche zu gehen. "Vielleicht besinnen wir uns ein bisschen auf diese Bereiche und hören auf, weiter so stark rumzuknallen."

Vor einem Jahr hatte die Deutsche Umwelthilfe dazu aufgerufen, Knallerei in Innenstädten zu verbieten. Einige Städte kamen dem Aufruf nach: In Hamburg, Hannover und München beispielsweise ist das Zünden von Feuerwerkskörpern mittlerweile eingeschränkt. In Thüringen ist in den Innenstadtbereichen von insgesamt neun Kommunen privates Feuerwerk komplett untersagt – in Bad Blankenburg, Bad Langensalza, Gotha, Rudolstadt, Saalfeld, Schleusingen, Dingsleben, Wasungen und Weimar.

Gegner des Verbots argumentieren, dass es sich beim Feuerwerk um deutsches Brauchtum handle. Diese Position vertritt auch der Petitionsausschuss des Bundestages. Feuerwerk ist in Deutschland auf den Anfang des 16. Jahrhunderts zurückzuführen. Das erste soll es 1506 gegeben haben. Die Idee war ursprünglich, damit böse Geister zuvertreiben.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.