Kolonialismus: Die Debatte weiter führen!

Fragen zum kolonialen Erbe sind Kernanliegen der deutschen Erinnerungskultur

(lifePR) ( Berlin, )
Bis zur Eröffnung des Humboldt Forums im Herbst des kommenden Jahres ist nicht mehr viel Zeit. Noch fehlt eine breite gesellschaftliche Debatte über unser koloniales Erbe.

Die Fachdiskussionen der letzten Monate waren wichtig und notwendig. Sie haben den Stein ins Rollen gebracht, dafür gebührt den Beteiligten großer Dank, aber die Debatte war weitgehend einem engen Kreis mit einer engen Themensetzung vorbehalten.

Der Deutsche Kulturrat hat seine Position zum Umgang mit kolonialer Raubkunst vorgelegt und damit zur breiten Diskussion gestellt. Außerdem haben wir gerade ein Debattenbuch zum Thema veröffentlicht, in dem 59 Autorinnen und Autoren ihre Sicht der Dinge beschreiben. Schon etwas älter, aber nicht weniger aktuell, ist unser Debattenbuch zu TTIP, CETA & Co., das sich mit einem gerechteren Welthandel auch als Antwort auf den bis heute andauernden Kolonialismus auseinandersetzt. In der Oktober-Ausgabe von Politik & Kultur wurde dem Thema "Kultur- und Kreativwirtschaft in Afrika" der Schwerpunkt gewidmet.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Für uns ist es besonders wichtig aufzuzeigen, dass die Fragen zum kolonialen Erbe ein Kernanliegen der deutschen Erinnerungskultur sind. Es geht darum, zu zeigen, dass sich die Diskussion zum kolonialen Erbe nicht auf die Bestände in Ethnologischen Museen beschränken darf. Der Umgang mit dem kolonialen Erbe ist eine zutiefst politische, wirtschaftliche und moralische Frage. Wenn Deutschland seine koloniale Vergangenheit wirklich aufarbeiten will, muss erkannt werden, dass die kolonialen Traditionen bis heute fortleben. Es wird nicht reichen, einige oder sogar viele Werke aus unseren Museen nach Afrika zurückzugeben, auch wenn das letztlich unumgänglich sein wird. Die noch größere Herausforderung wird sein, Afrika politisch und wirtschaftlich gleichberechtigt zu behandeln. Ein wichtiger erster Schritt muss sein, Afrika Zugänge zu den europäischen Märkten zu geben. Unser Eintreten für einen gerechten Welthandel und gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) ist deshalb auch ein Beitrag für die Überwindung unserer immer noch lebendigen kolonialen Traditionen."
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