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Pressemitteilung BoxID: 419198 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
  • Deutscher Industrie- und Handelskammertag
  • Breite Straße 29
  • 10178 Berlin
  • http://www.dihk.de
  • Ansprechpartner
  • Kevin Heidenreich
  • +49 (30) 20308-2550

Hochschulbildung zukunftsfest gestalten

(lifePR) (Berlin, ) Gute Qualität in Studium und Lehre - darauf sind Studierende, Unternehmen und Gesellschaft angewiesen. Studenten müssen auf die komplexen und immer neuen Anforderungen des Berufsalltags in Wissenschaft und Wirtschaft vorbereitet werden. Unternehmen brauchen hoch qualifizierte akademische Nachwuchskräfte, um im weltweiten Wettbewerb um innovative Produkte, Dienstleistungen und Technik zu bestehen. Hochschulen in Deutschland müssen deshalb die Lehre kontinuierlich verbessern und dürfen dabei den Bedarf des Arbeitsmarktes nicht außer Acht lassen.

Neues Lernen und Lehren

Klassische Formen der Hochschullehre wie Vorlesungen und Wissensabfragen reichen nicht mehr aus. Sie müssen ergänzt werden durch eine aktive, kooperative Lernkultur. Um die Lehre zu verbessern, ist es notwendig, Professoren und Dozenten in regelmäßigen Weiterbildungen methodisch zu schulen. Studierende sollen in die Lage versetzt werden, sich forschungs- und praxisbezogen Wissen selbst anzueignen. Gruppenarbeiten, Projekte oder Fallstudien vermitteln neben Fachkenntnissen auch Problemlösungs- und Schlüsselkompetenzen. In Prüfungen muss der Nachwuchs neben reinem Wissen auch Handlungskompetenz beweisen.

Mehr Praxis im Studium

Regelmäßige Umfragen des DIHK zu den Erwartungen der Wirtschaft an Hochschulabsolventen zeigen, dass Unternehmen vor allem Praxistauglichkeit vermissen. Hochschulen vermitteln zwar ein gutes theoretisches Fachwissen, aber nur wenige Berufseinsteiger können das Gelernte auch anwenden. Deshalb müssen mehr Praxisphasen, Planspiele, Unternehmensvorträge und Praktika in die Studiengänge integriert werden. Nur so können Studierende auf die Anforderungen nach ihrer Ausbildung vorbereitet werden - egal, ob sie eine wissenschaftliche Karriere anstreben oder in einem Unternehmen arbeiten wollen.

Vorteile digitaler Angebote nutzen

Junge Studierende nutzen selbstverständlich neue Medien und soziale Netzwerke. Moderne Technologien, IT-gestützte Lehre und soziale Medien bieten neue Formen des Lernens. Ein Mix aus Präsenzphasen und Online-Angeboten ermöglicht einen flexiblen und effektiven Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten. Diese Entwicklung muss auch bei den Lernangeboten genutzt werden: Es war noch nie so einfach wie heute, Lern-Netzwerke zwischen Studenten, Dozenten und auch den Unternehmen zu knüpfen. Aktuelle Trends wie "Massive Open Online Courses" (MOOCs) können die Lehre effizienter gestalten und sprechen neue Zielgruppen an. Digitale Lernformate können vor allem für Berufstätige attraktiv sein, die sich neben dem Job an einer Hochschule weiterbilden möchten.

DIHK-Forderung: Mehr Spielräume für Hochschulen

Um die hohe Qualität des Studiums in Deutschland zu sichern und die Lehre stetig zu verbessern, sollte sich der Bund auch dauerhaft an der Finanzierung der Hochschulbildung beteiligen. Viele Maßnahmen sind aber auch ohne mehr Geld möglich: Zum Beispiel können gezielte Selbstlernphasen, Gruppenarbeiten mit Unterstützung von Tutoren oder einfach zu reproduzierende digitale Lernformate ohne großen Aufwand das Hochschulpersonal entlasten. Entscheidend ist, dass die Universitäten mehr rechtliche und finanzielle Spielräume erhalten, um eine qualitativ hochwertige Lehre für die klassische Hochschulausbildung, aber auch für duale, berufsbegleitende und weiterbildende Studiengänge für die Zukunft zu sichern.