Freitag, 22. September 2017


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Naturschutz bremst Klimaschutzbeitrag der Forstwirtschaft aus

Forstwirtschaft liefert entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz / Forstverein fordert Naturschutz mit Augenmaß

Göttingen/Berlin, (lifePR) - Anlässlich des Dialogforums zur Waldstrategie 2020 zum Thema "Waldnaturschutz und Biodiversität" am 1. und 2. Juli in Berlin diskutieren Fachleute über die Rolle des Natur- und Artenschutzes in der Forstwirtschaft. Dabei wird immer mehr deutlich, dass vielerorts überzogene Naturschutzforderungen den Klimaschutzbeitrag der Forstwirtschaft ausbremsen. "Momentan wird die Forstwirtschaft zwischen den Forderungen der Umweltverbände nach mehr Naturschutz einerseits und Klimaschutz andererseits zerrieben", sagt Marcus Kühling, Geschäftsführer des Deutschen Forstvereins. "Es fehlt hierbei an strategischer Positionierung sowohl im Naturschutz wie auch in der Politik!"

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Der Klimaschutz stand daher auch im Mittelpunkt des letzten G7-Gipfeltreffens im Juni 2015 in Elmau. Die sieben führenden Industrieländer haben sich dort das Ziel gesetzt, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu senken. Langfristig wird eine Weltwirtschaft angestrebt, die ohne Energie aus Kohle, Öl und Gas auskommt. Erneuerbaren und nachwachsenden Rohstoffen und Energieträgern kommt somit eine Schlüsselposition zu. Holz ist in Deutschland einer der wichtigsten nachwachsenden und CO²-speichernden Rohstoffe und die nachhaltige Forstwirtschaft von zentraler Bedeutung. "Aus diesem Grund fordert der Forstverein eine signifikante Erhöhung des Waldanteils in Deutschland. Nur so können wir die Erhaltung der biologischen Vielfalt und eine verstärkte Holznutzung gewährleisten", meint Kühling.

Zunehmend werden nachhaltig bewirtschaftete Wälder aus der Nutzung genommen und die Handlungsspielräume der Forstwirtschaft durch pauschale Naturschutzforderungen unnötig eingeengt. Dabei bestätigen die jüngsten Ergebnisse der Bundeswaldinventur den Waldbesitzern und Forstleuten einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald. In letzten beiden Jahrzehnten hat die Forstwirtschaft die Belange des Naturschutzes so stark berücksichtigt, wie nie zuvor. Eine nachhaltige Entwicklung muss alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Nutz,- Schutz,- und Sozialfunktion) auf ausgewogene Weise integrieren.

Hintergrundinformationen

Waldstrategie 2020: Als Strategie für den Natur- und Wirtschaftsraum Wald greift die Waldstrategie 2020 diese komplexen Zusammenhänge und unterschiedlichen Anspruchsebenen auf. In neun Handlungsfeldern werden bestehende Herausforderungen und Chancen benannt, mögliche Zielkonflikte analysiert und Lösungsansätze formuliert. Ziel ist es, Wege zu einer tragfähigen Balance zwischen den steigenden Ansprüchen an den Wald und seiner nachhaltigen Leistungsfähigkeit aufzuzeigen. Die Waldstrategie der Bundesregierung richtet sich an alle relevanten Akteure auf Ebene von Bund und Ländern (www.bmel.de/waldstrategie2020).

Bundeswaldinventur: Alle 10 Jahre findet in Deutschland eine Bestandsaufnahe des Waldes statt. Unter der Federführung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Thünen-Instituts (TI) wird anhand von knapp 60.000 terrestrischen permanenten Stichprobenpunkten der Wald repräsentativ inventarisiert. Die umfangreichen Daten geben einen wertvollen Aufschluss über den aktuellen Zustand, der Qualität und Quantität der Bäume und Wälder. Die wissenschaftliche Berechnung und Überprüfung der Daten nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass die Daten aus dem Jahr 2012 erst jetzt veröffentlicht werden konnten. www.bundeswaldinventur.de

Deutscher Forstverein e.V.

Der Deutsche Forstverein ist die älteste Interessenvertretung für Wald und Forstwirtschaft in Deutschland und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Zusammenhänge rund um den Wald zu hinterfragen und Denkmodelle für eine gemeinsame Zukunft von Mensch und Wald zu erarbeiten. Vom 17. bis 21. Juni 2015 fand unter dem Motto "Werte. Grenzen. Horizonte." die 67. Jahrestagung in Flensburg statt. www.flensburg2015.de. Unterstützt wurde die Tagung vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

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