Sonntag, 17. Dezember 2017


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Künstlerischer Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins tagte in Schwerin

Entwicklung der Kunstform Oper und politische Lage in Mecklenburg-Vorpommern standen im Mittelpunkt

Köln, (lifePR) - Im Rahmen seiner Tagung am 8. und 9. Oktober 2017 in Schwerin sprach der Ausschuss für künstlerische Fragen des Deutschen Bühnenvereins u.a. über die aktuelle politische Situation in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland sowie über die generelle Situation der Oper. Zudem fand am Abend des 8. Oktober 2017 in den Räumlichkeiten des Staatstheaters Mecklenburg-Vorpommern unter dem Titel „Träumen mit hellwacher Vernunft“ eine Podiumsdiskussion zur Rolle des Theaters in der heutigen Zeit statt.

Im Zentrum der Sitzung stand der Austausch über die Oper zwischen Konvention und Innovation. Oft als museal und rückwärtsgewandt kritisiert, wurde in der Debatte deutlich, dass sich die Oper nicht nur an den großen Opernhäusern, sondern gerade an Mehrspartenhäusern im Aufbruch befindet. Von der Erweiterung des Kernrepertoires über die Präsentation neuer Formen bis zur Öffnung der Oper in die Stadtgesellschaft hinein, können die innovativen Ansätze die Entwicklung der Oper nachhaltig beeinflussen und neue Publikumsschichten ansprechen.

Vortragende im Ausschuss waren u.a. der Bremer Generalintendant Prof. Michael Börgerding, der Opernintendant der Stadt Halle Florian Lutz sowie der Direktor des NRW-Kultursekretariats Dr. Christian Esch. Holger Schultze, Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg und Vorsitzender des Ausschusses, verwies dabei auf die Bedeutung der Ensemblearbeit bei innovativen Opernformaten: „Jede Innovation erfordert enge konzeptionelle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Bei besonderen Opernformaten ist es wichtiger denn je, das Ensembletheater ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen“.

Debattiert wurden auch die strukturellen Veränderungen in der Theater- und Orchesterlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns sowie die Planungen zum Staatstheater Nordost. Geplant ist voraussichtlich im nächsten Jahr eine Zusammenführung der Standorte Neubrandenburg/Neustrelitz sowie Greifswald/Stralsund unter einem gemeinsamen Dach unter gesellschaftsrechtlicher und finanzieller Beteiligung des Landes. Beabsichtigt ist auch, im neuen Staatstheater Nordost mittels eines mehrjährigen Fahrplans wieder zu einer Vergütung gemäß den geltenden Flächentarifverträgen zurückzukehren. Alle Beteiligten äußerten Verständnis für die schwierige Situation, in der sich die Theaterstandorte angesichts der demografischen Entwicklung befinden: „Das Engagement des Landes verdient unter diesen Bedingungen Anerkennung und kritisch-konstruktive Begleitung“, sagte Marc Grandmontagne, der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins. „Wichtig ist, jetzt die Chance zu nutzen, tragfähige Strukturen zu entwickeln, die auch in 10 bis 20 Jahren noch zukunftsfähig sind. Dazu gehört auch, für zusätzliche Aufgaben die notwendigen Mittel einzuplanen, um zu verhindern, dass Veränderungen zulasten des künstlerischen Budgets gehen.“

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