Donnerstag, 20. Juli 2017


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Sensationsfund bei Biene Majas wilden Verwandten in Hamburg

Deutsche Wildtier Stiftung: Erste Ergebnisse des Wildbienen-Monitorings 2016 ausgewertet

Hamburg, (lifePR) - Hamburg hat eine Elbphilharmonie, ein Tor zur Welt – aber keine Rote Liste für Wildbienen. Im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung leitet Dr. Christian Schmid-Egger, einer der europaweit führenden Wildbienen- und Wespenexperten, ein Monitoring, um diese Rote Liste für Hamburg zu erstellen. Schmid-Egger hat jetzt erste Ergebnisse vorgestellt. „Unter den 127 Wildbienenarten, die wir zwischen April und August 2016 in Hamburg gesammelt haben, ist ein echtes Highlight“, sagt er. „Auf dem Gelände des Flughafens in Fuhlsbüttel wurde die in Norddeutschland fast ausgestorbene Sandbiene - Andrena nigriceps - entdeckt.“ Dieser Fund lässt den Experten ins Schwärmen geraten. „Damit war nicht zu rechnen“, sagt er. „Letztmalig wurde diese Wildbiene 1938 in Hamburg gesichtet.“

Wildbienen sind zum Teil hoch bedroht, denn als Nahrungs- und Nestbauspezialisten leben sie höchst anspruchsvoll. Die einen nisten in lockeren Sandböden, die anderen nur in Stängeln und Totholz. Wieder andere suchen sich leere Schneckenhäuser für die Nestanlage. „Oder sie brauchen Ritzen in Mauern, um dort ihren Nachwuchs unterzubringen“, erläutert Schmid-Egger. Damit nicht genug; auch das „Essverhalten“ ist neben dem Nistverhalten äußerst kapriziös: „175 deutsche Wildbienenarten sind an eine bestimmte Pflanzenart gebunden: Sie fliegen entweder auf Heide- oder Fingerkraut, sind auf Weiden oder Glockenblumen angewiesen oder nur auf Ölpflanzen zu finden.“ Blüte weg – Biene weg!

Insgesamt waren in Hamburg sechs Bienensammler ganz klassisch mit Kescher, Netz und gelben Plastikschalen unterwegs. Sie haben rund 40 Biotope „abgegrast“. Bis 2019 wird in Hamburg jetzt jedes Jahr gesammelt und erfasst, 2020 findet dann die Datenauswertung und Veröffentlichung der Roten Liste statt. Bei der Inventur von Biene Majas wilden Verwandten wertet Schmid-Egger auch bereits vorhandene Altdaten aus. Die wesentliche Quelle dafür ist das Zoologische Museum der Universität Hamburg. Masterstudenten und Mitarbeiter des Zoologischen Institutes arbeiten an dem Projekt mit, das von der Deutschen Wildtier Stiftung finanziert wird.

„So ein Monitoring ist eine wichtige Grundlage, um Lebensräume für Wildbienen zu verbessern“, sagt Schmid-Egger. „Gerade eine Stadt wie Hamburg mit kleinräumigen Strukturierungen wie Park- und Kleingartenanlagen, Gärten und weiträumigen Grünflächen bietet gute Voraussetzungen für Wildbienen.“

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