Dienstag, 19. September 2017


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TV-Dokumentation "Masouds Liste": Der IS-Folter entkommen

Deutsche Welle exklusiv

Bonn, (lifePR) - Acht Monate lang war Masoud Aqil verschleppt in den Folterkellern der Terrormiliz IS in Syrien. Heute jagt er IS-Anhänger in Deutschland und berichtet davon erstmals vor einer Kamera – für die TV-Dokumentation „Masouds Liste“ der Deutschen Welle.

Masoud Aqil bricht damit das Schweigen vieler Flüchtlinge in Deutschland, die bis heute Angst vor dem IS haben. Als erster kurdischer Zivilist überhaupt kam der Videojournalist im September 2015 durch einen Gefangenenaustausch frei. Er flüchtete über die Balkanroute nach Deutschland, wo er heute an einem unbekannten Ort lebt.

In Deutschland wurde aus dem Terror-Opfer ein Terror-Jäger. Durch kurdische Kontaktpersonen bis weit hinein in die syrisch-kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) und eigene Internet-Recherchen hat der frühere Journalist mutmaßliche IS-Anhänger entdeckt. Darunter auch einige, die er während seines achtmonatigen Martyriums in den Foltergefängnissen des IS kennengelernt hatte und die damals offen redeten – in der Annahme, dass der junge Kurde getötet werde. „Sie schickten die IS-Kämpfer zu mir, um ihre Stärke zu demonstrieren“, erzählt Aqil. „Sie zeigten mir Zeitungsartikel und Videos, in denen westliche Medien über die wachsende Bedrohung durch den IS berichteten. Sie waren stolz darauf.“

Die Täter von damals leben heute zum Teil in Flüchtlingsheimen in Europa. Masoud Aqil hat die Verdächtigen den deutschen Behörden gemeldet. „Diese Leute haben mir mein Zuhause, meine Heimat, meine Träume genommen“, so Aqil. „Ich bin dem IS entkommen“, sagt er, jetzt treffe er in Deutschland wieder auf die Vertreter des Terrors: „Das darf nicht sein!“ Den IS zu bekämpfen, seinen Einfluss auch in Europa einzudämmen sei „unser aller Verantwortung“, sagt er.

Solche Kenntnisse haben viele Flüchtlinge in Deutschland, doch sie wollen unerkannt bleiben. Anders Masoud Aqil: Erstmals zeigt sich ein Folteropfer des IS und Informant mit seinem Gesicht vor der Kamera. In der TV-Dokumentation der Deutschen Welle redet er offen über die Mordmaschine IS und über seine Qualen. Aqil hat sechs Foltergefängnisse durchleben müssen, allein in der Terroristenhochburg Rakka war er mehr als 100 Tage inhaftiert. Er wurde aufgehängt, geschlagen, mit Holzknüppeln malträtiert. „Täglich, manchmal zweimal täglich kamen die Folterer“, so Aqil. Viele seiner Mitgefangenen seien vom IS ermordet worden.

Masoud Aqil erzählt seine Geschichte auch in einem Buch, das Ende August in Deutschland erscheinen wird.

Wie die YPG zur wichtigsten Kampftruppe gegen den IS wurde, dokumentieren Filmaufnahmen, die Masoud Aqil als Videojournalist über zwei Jahre in Nordsyrien vor seiner Entführung gedreht hat. Dieses Material hat er der DW exklusiv für die TV-Dokumentation  zur Verfügung gestellt.

Die Deutsche Welle wird den Dokumentarfilm „Masouds Liste“ im September weltweit ausstrahlen – auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch.

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