Unsichere und niedrig entlohnte Arbeitsplätze wirken sich auf Rentenhöhe aus

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Nordbayern kritisiert Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

(lifePR) ( Bayreuth, )
"Die Selbstverwaltung der DRV Nordbayern sollte Einfluss auf den Arbeitsmarkt nehmen und politische Forderungen stellen", verkündete Stephan Doll, Vorstandsvorsitzender der DRV Nordbayern, bei einer Veranstaltung zum Thema "Altersarmut".

Massiver Anstieg von Minijobs und Teilzeitarbeitsplätzen in Verbindung mit immer weniger zur Verfügung stehenden Vollzeitarbeitsplätzen (oft mit schlechter Bezahlung) werde sich auf Dauer auf das Rentensystem auswirken.

Das solidarische System der gesetzlichen Rentenversicherung ist beitragsabhängig. Niedrige Beiträge würden später zu niedrigen Renten führen.

Die gesetzliche Rente stelle die wichtigste Säule der Altersversorgung dar und müsse gestärkt werden. Ergänzend fungieren die betriebliche und private Altersvorsorge. Ein erheblicher Vorteil der gesetzlichen Rente sei das Umlageverfahren. Dieses System funktioniere auch in der Krise, im Gegensatz zum Kapitaldeckungsverfahren.

Grundsätzlich plädiert Doll langfristig für die Auflösung berufsständischer Versorgungseinrichtungen. Durch diese verliere die gesetzliche Rentenversicherung auch Beitragszahler mit hohem Einkommen. Zusätzlich könne die Einnahmenseite gestärkt werden, mit einer Erhöhung des Bundeszuschusses und einer Erweiterung der Beitragspflicht.

Doll betonte, wie wichtig das solidarische System sei und wies auf den Generationenvertrag hin. Ziel sollte weiterhin eine Erwerbstätigenversicherung sein, bei der auch andere Einkommensarten mit einbezogen werden.

Auf diese Weise könne auch dem drohenden Problem einer zukünftig wachsenden Verbreitung von Altersarmut vorgebeugt werden, stimmte Jutta Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Duisburg-Essen, zu. Die Sozialwissenschaftlerin betonte in ihrem Vortrag: "Bislang hat die gesetzliche Rentenversicherung ihre Funktion, Armut zu vermeiden und den Lebensstandard zu sichern, erfüllt. Das wird in Zukunft jedoch nicht so bleiben, wenn die leistungsrechtlichen Kürzungen der gesetzlichen Rentenversicherung und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes ihre Wirkung entfalten. Dieser Zusammenhang wird sich insbesondere für bestimmte Gruppen am Arbeitsmarkt, wie atypisch Beschäftigte, niedrig Entlohnte, (Langzeit-)Arbeitslose oder Selbstständige verschärfen und zu einer schlechten Versorgungslage im Alter führen. Dementsprechend ist eine Re-Regulierung des Arbeitsmarktes zwingend erforderlich, damit die Beschäftigten von heute nicht die Armen von Morgen werden".
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