Freitag, 18. August 2017


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Gute Heime, schlechte Heime - woran erkennt man sie?

Alzheimer Info 2/2011 mit Schwerpunkt "Demenzkranke im Pflegeheim" erschienen

Berlin, (lifePR) - Gibt es gute Heime für Demenzkranke? Woran erkennt man ein gutes Heim? Derartige Anfragen von Angehörigen Demenzkranker erhalten die Alzheimer-Gesellschaften jeden Tag. Die soeben erschienene Ausgabe 2/2011 des Alzheimer Info, der Zeitschrift der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, mit Schwerpunkt "Demenzkranke im Heim" beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten.

Das Interview mit einem Pfleger zeigt, wie es hinter den Kulissen eines Heims aussieht, das die Pflegenote "1" bekommen hat: Für ausfallendes Personal gibt es keinen Ersatz, die Pflegenden stehen unter Stress, und die Bewohner müssen schon mal einige Stunden warten, bis die nasse Windel gewechselt wird. Der Mitarbeiter kommt zu dem Schluss: "Es geht weniger um die Menschen und mehr um den Gewinn". Die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Mannheim berichtet über Besuche in vier Heimen ihrer Region. Zwei Heime haben sich bei der Pflege, der liebevollen sozialen Betreuung und der Gestaltung der Räume gut auf demenzkranke Bewohner eingestellt. In den beiden anderen Heimen gibt es wenig Verständnis für Demenzkranke, der Ton ist rau, sie bleiben sich selbst überlassen, in den Zimmern sind keine persönlichen Gegenstände zu sehen. An den Pflegesätzen, die in allen vier Heimen nahezu gleich hoch sind, lassen sich diese Unterschiede nicht ablesen.

Wie es im Heim gelingen kann, die Bewohner individuell zu betreuen, auf ihre Lebensgeschichte und ihre Vorlieben einzugehen, zeigt der Beitrag einer Pflegedienstleiterin. Notwendig dafür ist ein hohes Engagement des Personals. Und zwar nicht nur bei den Pflegekräften. Ein Vertreter des Verbandes der Heimleiter stellt selbstkritisch fest, dass Heimleiter oft nicht ausreichend qualifiziert sind, und fordert eine bessere Ausbildung, denn: "Ohne gute Heimleitung keine gute Pflege".

Ein Artikel der Zeitschrift gibt praktische Hinweise zur Auswahl eines geeigneten Heims, nennt Checklisten und Internetseiten, die dabei nützlich sein können. Ganz entscheidend ist es aber, sich gut vorbereitet einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Weitere Artikel beschäftigen sich mit den Rechten der Heimbewohner aus juristischer Sicht und mit der Problematik der Pflegenoten.

Dazu sagte Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: "Unser Eindruck ist, dass es wirklich gute, aber auch schlechte Heime für Demenzkranke gibt. Entscheidend ist, dass genügend gut qualifiziertes und motiviertes Personal vorhanden ist, ebenso eine gute Organisation und qualifizierte Pflegedienst- und Heimleitungen. Ihre Arbeit braucht sowohl mehr Anerkennung als auch eine bessere Vergütung. Hier ist die Politik gefordert".

Zeitschrift Alzheimer Info

Das Alzheimer Info ist die seit 1997 viermal jährlich erscheinende Zeitschrift der DAlzG. Sie kann zum Preis von 3 € über den Internetshop unter www.deutsche-alzheimer.de bestellt bzw. für 12 € jährlich abonniert werden. Die regionalen Alzheimer-Gesellschaften verteilen die Zeitschrift kostenlos an ihre Mitglieder.

Leitfaden "Stationäre Versorgung von Demenzkranken" Praxisnahe Vorschläge für eine angemessene Versorgung von Demenzkranken enthält der Leitfaden "Stationäre Versorgung von Demenzkranken" aus der Schriftenreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (7. Auflage 2011, 196 Seiten, 6 €). Er kann bei der DAlzG bestellt werden.

Hintergrundinformationen

In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Demenzkranke, zwei Drittel davon in privaten Haushalten. In Deutschland gibt es 10.400 Altenpflegeheime, in denen 700.000 pflegebedürftige Menschen leben (Statistisches Bundesamt 2009). Etwa zwei Drittel der Bewohner sind von einer Demenzerkrankung betroffen (Weyerer, Bickel 2007).

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Service-Nummer 01803 - 17 10 17 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030 / 259 37 95-14 (Festnetztarif).

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