Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Deutsche Alzheimer Gesellschaft zur ZDF Dokumentation "Reise ins Vergessen", 2. Teil

Hilfen für Demenzkranke müssen sich an deren Bedürfnissen orientieren

Berlin, (lifePR) - Die ZDF Dokumentation "Reise ins Vergessen. Leben mit Alzheimer" von Uta Claus und Bodo Witzke zeigte ein bewegendes, vielfältiges Bild von Demenzkranken und ihren Angehörigen. Es ging um Kranke, die durch die Demenz nur leicht, schon erheblich, oder sehr schwer beeinträchtigt sind. Die Autoren haben mehrere Personen mit einer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen ein Jahr lang begleitet. Entstanden sind sensible Porträts, die die verbreitete Meinung widerlegen, dass Demenzkranke bettlägerige Patienten sind, die nichts mehr wahrnehmen und sich nicht mehr äußern können.

Im zweiten Teil ging es unter anderem um Dorit (74), die von Helga, mit der sie seit der Grundschule befreundet ist, tagsüber betreut wird. Abends kehrt sie in ihre eigene Wohnung zurück. Dort fühlt sie sich wohl und geborgen und geht regelmäßig mit ihrem kleinen Hund spazieren. Als Helga bemerkt, dass sie körperlich und seelisch ans Ende ihrer Kräfte gelangt, zumal auch ihr Ehemann Pflege braucht, sieht sie sich nach einem geeigneten Heim für ihre Freundin um. Doch keines der Heime ist bereit, auch den Hund aufzunehmen. Helga hofft, dass Dorit einen kleinen Stoffhund als Ersatz akzeptiert.

Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: "Heime sollten viel flexibler auf die Wünsche ihrer Bewohner eingehen. Gerade Haustiere haben eine große emotionale Bedeutung für Demenzkranke. Aber auch flexible Essenzeiten, die Möglichkeit alten Hobbys nachzugehen oder ausreichende Bewegungsmöglichkeiten sind wichtig, damit sich Menschen mit Demenz in einem Heim wohl fühlen können."

Die Dokumentation zeigte, dass Menschen mit Demenz in ganz unterschiedlichen Situationen leben und passgenaue Hilfe und Unterstützung brauchen. Dazu Heike von Lützau-Hohlbein: "Demenzkranke und ihre Angehörigen warten schon seit Einführung der Pflegeversicherung vor mehr als 15 Jahren auf eine angemessene Berücksichtigung. Zum 14. Februar 2011 hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu einer Gesprächsrunde zu der angekündigten Pflegereform eingeladen. Ich werde dabei auf eine zügige Reform des Pflegeversicherungsgesetzes drängen, die endlich auch die besonderen Bedürfnisse Demenzkranker und ihrer Angehörigen berücksichtigt."

Für Verbesserungen in den Rahmenbedingungen der Pflege und eine breite Aufklärung über Demenzerkrankungen setzen sich die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre 123 regionalen Mitgliedsgesellschaften mit verschiedensten Hilfsangeboten ein. Etwa durch umfangreiche Informationen im Internet und eine Reihe von Broschüren.

Die Dokumentation des ZDF wird ergänzt durch ausführliche Informationen im Internet. Zu sehen sind u.a. Interviews mit der Erkrankten Helga Rohra, Bernd Hartmann, der seinen Vater pflegt, Heike von Lützau-Hohlbein, der Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie deren 2. Vorsitzenden, der Rechtsexpertin Bärbel Schönhof.

http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,8201505,00.html

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von regionalen Alzheimer Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Nummer 01803 - 171017.

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