Samstag, 24. Februar 2018


  • Pressemitteilung BoxID 533767

Stopp des Steuerbonus bei der Gebäudesanierung ist falsches Signal

DEN: "Koalition scheint ihre Klimaschutzverpflichtungen nicht mehr ernst zu nehmen"

Offenbach am Main, (lifePR) - Mit Enttäuschung und Empörung reagiert das Deutsche Energieberater-Netzwerk(DEN) e.V. auf den Beschluss der Koalition, vorerst den geplanten Steuerbonus bei Gebäudesanierungen nicht umzusetzen. "Gerade in einer Zeit, da bestehende Gebäudesanierungsprogramme immer mehr in die Kritik der Medien geraten und viele potentielle Bauherren zögern, ihre Immobilien energetisch zu sanieren, ist der Verzicht auf steuerliche Anreize das falsche Signal. Es wird fatale Folgen haben für die komplette Energieeffizienzpolitik und damit auch für die Klimapolitik dieser Regierung", sagt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands.

Der Koalitionsausschuss hatte Nachrichtenquellen zufolge keine Einigkeit über die steuerliche Förderung erzielen können. Damit wurde eine Vereinbarung zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten vom Dezember auf Eis gelegt, nach der jährlich 1 Mrd. € als "CO2-Gebäudesanierungsprogramm" zur Verfügung gestellt worden wären. Geplant war, ab Januar 2015 fünf Jahre lang energetische Sanierungen wie den Austausch von Fenstern und Heizungen oder die Wärmedämmung von Gebäuden mit einem Steuerbonus von mindestens zehn Prozent zu fördern. Der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Seehofer soll verhindert haben, dass im Gegenzug zu diesen Steuererleichterungen die Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen, der sogenannte "Handwerkerbonus", gekürzt würde.

"Damit unterläuft Bayern eine zwischen Bund und Ländern bereits vereinbarte Regelung, um die Gebäudesanierung wieder attraktiver zu machen", stellt Hillebrands fest. "Sowohl die Bundeskanzlerin als auch die Mehrzahl der Ministerpräsidenten dürfen sich fragen, wie ernst ihr Bemühen um mehr Klimaschutz künftig von der Öffentlichkeit genommen wird. Sie können sich bei ihrem Kollegen Seehofer bedanken. "

Der Vorsitzende verweist auf die jahrelangen Bemühungen seiner Organisation, auch durch steuerliche Anreize für mehr energetische Sanierungen zu sorgen. "Das Deutsche Energieberater-Netzwerk hat sich immer dafür eingesetzt, den Bürgern möglichst breit gefächert attraktive Angebote zu machen. Dazu gehören als zentrales Element auch Steuererleichterungen. Denn erfahrungsgemäß hat jeder Euro Förderung ein Vielfaches an privaten Investitionen zur Folge."

Hillebrands: "Ohne kräftige Finanzspritzen des Bundes sowie weitere Förderungen der öffentlichen Hand können die international vereinbarten Klimaziele von der Bundesrepublik Deutschland nicht erreicht werden. Das traut sich in Berlin noch keiner laut zu sagen. Was man aber derzeit erlebt, ist energie- und klimapolitisches Durchgewurstel."

DEN e.V.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 700 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

"Stachelritter" in Güstrow unterwegs

, Energie & Umwelt, Wildpark-MV/ Natur- u. Umweltpark Güstrow gGmbH

Er ist Fisch des Jahres 2018* in Deutschland und das zu Recht: Der Dreistachlige Stichling ist nicht nur äußerlich ein ganz besonderer heimischer...

"Alles gut überstanden": Entwarnung im Klinikum Christophsbad

, Energie & Umwelt, Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG

Am Mittwochmittag, 21. Februar 2018, kam es auf der psychiatrischen Station PSY 2 zu einer Rauchentwicklung, da ein Patient seine Matratze in...

Klimaziele gemeinsam erreichen: Bremerhaven koordiniert EU-Projekt - Energieeffizienz in öffentlichen und privaten Gebäuden soll verbessert werden

, Energie & Umwelt, ecolo GmbH & Co. KG

Heute und morgen treffen sich fast 40 Vertreterinnen und Vertreter von 18 Partnern aus sieben europäischen Ländern in Bremerhaven, um das Projekt...

Disclaimer