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Pressemitteilung BoxID: 205198 (Das Thema Tempelhof e. V.)
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33 Mio. Euro zusätzlich für den rasenden Stillstand: Rot-Rot will eine neue Planungsgesellschaft installieren

Volker Ratzmann interpretiert Renate Künast

(lifePR) (Berlin, ) Nach den jährlichen Kaffee-Fahrten der zukünftigen ehemaligen Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer zur Immobilienmesse MIPIM nach Cannes, deren Ergebnisse jeweils gleich Null waren, will der Rot-Rote Senat nun eine neue Entwicklungsgesellschaft für den Flughafen Tempelhof installieren und diese "Tempelhof Projekt GmbH" mit 33 Millionen Euro Landesmitteln ausstatten.

Die bisherige Vermarktung des aus politischen Gründen geschlossenen Flughafens Tempelhof gibt da wohl die Richtung vor:

Für sogenannte Pioniernutzungen der Freifläche wird vom Land Berlin pro Quadratmeter und Jahr ein Euro berechnet, bei Unterhaltskosten des Gesamtobjektes von ca. 20 Mio. Euro pro Jahr. Auch die "Tempelhof Projekt GmbH" wird also mutmaßlich vom Zwang zur Wirtschaftlichkeit befreit sein - www.plattformnachwuchsarchitekten.de nennt das in ihrem aktuellen Newsletter "Ente an Flugsalat".

Politische Lyrik auf buntem Papier wird wohl auch das "Arbeitsergebnis" der neuen landeseigenen Planungsgesellschaft sein, während sich die Füchse in Tempelhof "Gute Nacht!" sagen und die Kosten der Stadtbrache inzwischen auf über 101 Millionen Euro angewachsen sind.

Aber damit ist die Berliner Flughafenklamotte, die kein gängiges Comedy-Format zu scheuen braucht, noch lange nicht am Ende. Renate Künast, die sich von den Medien missverstanden fühlt, wird nun von ihrem Parteifreund Volker Ratzmann gegen den Vorwurf in Schutz genommen, dass sie den BBI in Frage stellen würde.

Volker Ratzmann meint nun, dass man aber über die Dimension des neuen Hauptstadtflughafens reden müsse. Nein, nein, nein ein Abrücken vom BBI ist das natürlich nicht, nur werden die sattsam bekannten Planungen ignoriert und dadurch selbstverständlich komplett in Frage gestellt.

Wie könnte wohl ein solcher "Ratzmann-BBI" aussehen? Maximale Nachtsperre von 22-6 Uhr und nur kleine Flugzeuge? Also der Flughafen, der in Tempelhof mit Zustimmung der Grünen geschlossen wurde, aber bitte mit Interkontinentalflügen? Einen Titel wollen wir dieser Farce lieber nicht geben.

Angesichts dieser kostenträchtigen Provinz-Posse, in deren Zusammenhang der Kosten- und Zeitrahmen des BBI immer mehr ausgeweitet wird, versteht man die Begründung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus für die geplante Klage der Geber-Länder gegen den Länderfinanzausgleich sehr gut: "Denn wir wollen Herrn Wowereit in Berlin nicht jährlich mit vielen hundert Millionen Euro subventionieren, mit denen in Berlin Dinge gemacht werden, die wir uns nicht leisten können," FAZ 09.10.2010.

Man müsste hinzufügen "und die wir uns nicht leisten wollen, wie z. B. eine Flughafenschließung samt kostenträchtiger Fehl- und Neuplanungen."

Eine Fortsetzung dieses Dramoletts muss befürchtet werden, da sich die Schauspieler nach wie vor auf der Bühne befinden und keine Ermüdungserscheinungen zeigen.

"Zwei Jahre nach der Schließung des Berliner City-Airports arbeitet das Buch mit dem doppelsinnigen Titel auf sehr spezielle Weise dessen Ende auf ... das Buch endet nicht mit der Schließung, sondern es verfolgt die Entwicklung weiter bis zu der heute Millionen-Verluste einbringenden Wiese, die der Berliner Senat einen "Park" nennt." FLIEGERREVUE 12-2010

Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof