"Es ist eher fünf nach zwölf": Führungskräfte diskutieren Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrtbranche in Deutschland

Branchenvertreter fordern beim Aviation-Event 2014 aktives Handeln der Politik

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
Der stockende Ausbau der Infrastruktur, finanzielle Belastungen durch den Staat und unfairer Wettbewerb durch subventionierte Konkurrenz sind drei der größten Herausforderungen für die Luftfahrtbranche in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kamen Fach- und Führungskräfte aus den Branchen Luftverkehr und Logistik sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim Aviation-Event 2014 am Dienstag in Frankfurt am Main. Die Veranstaltung versteht sich als neutrale Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und der Luftfahrtindustrie.

In seiner Keynote kritisierte der Luftfahrtexperte Jürgen Pieper vom Privatbankhaus Metzler nicht nur den schleppenden Ausbau der Infrastruktur in Deutschland, sondern auch die finanziellen Belastungen für die Branche, die sich durch teure Gebührenordnungen und staatliche Abgaben ergeben. Zusätzlicher Preisdruck resultiere aus Überkapazitäten durch subventionierte Anbieter.

Kritik ging außerdem in Richtung Politik und Wirtschaft: Von beiden Seiten würde die Luftfahrtbranche nicht als notwendige "Kernindustrie" für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands betrachtet. Die "Philosophie des Wachstums" sei durch eine "Bewahrungsphilosophie" abgelöst worden, so Pieper weiter.

Nachfolgend finden Sie einige Statements von der Veranstaltung.

- Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen Köln/Bonn GmbH: "Die Rahmenbedingungen werden immer schwieriger, was einschränkende Betriebszeiten an den Flughäfen angeht. Aber natürlich auch die Luftverkehrssteuer, die sich sehr schädlich auswirkt und ein Investitionsprogramm für Airlines und Flughäfen im benachbarten Ausland darstellen. Ich bin der Auffassung, dass wir einen starken National Carrier in unserem Land benötigen, aber im Moment alles darauf hinausläuft, dass wir den Luftverkehr in unserem Land weiter schwächen, dass die großen Airlines am Golf, aber auch in der Türkei immer mehr in unsere Märkte einfallen und das in letzter Konsequenz auch dazu führen könnte, dass wir irgendwann keinen National Carrier in unserem Land mehr haben. (...) Und deshalb ist es eher fünf Minuten nach zwölf als fünf Minuten vor zwölf. Das heißt: Die Politik muss hier aktiv handeln."

- Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.: "Die deutschen Flughäfen befinden sich in einer zunehmend schwierigen Lage, insbesondere aus der wirtschaftlichen Sicht. Lediglich sechs von 22 als international klassifizierten Verkehrsflughäfen konnten im vergangenen Jahr einen Gewinn erwirtschaften. Das kann einfach nicht die Zukunftsfähigkeit unserer wichtigen Infrastruktur darstellen. Deshalb ist es für die Flughäfen von entscheidender Bedeutung, dass wir in Deutschland Wettbewerbsbedingungen haben, die den Airports, aber auch den Flughäfen wieder Zukunftsfähigkeit verleihen."

- Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutsche Flughafen AG: "Es kommt (...) auf die politischen Rahmenbedingungen insgesamt an, um den Vorsprung, den wir heute in der Flughafenlandschaft und mit den nationalen Airlines in Deutschland haben, aufrechtzuerhalten. Und diese Rahmenbedingungen sind doch eher in der Zwischenzeit ein Wettbewerbsnachteil, zumindest wenn man Richtung Osten und Mittlerer Osten blickt. Trotzdem ist es müßig, die ganze Zeit zu jammern. Wir müssen die Probleme erkennen und dort ansetzen, um letztendlich durch Qualität, durch Innovation den Vorsprung beizubehalten."

Das Aviation-Event 2015 findet voraussichtlich in Frankfurt oder München statt.
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