Samstag, 18. November 2017


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Burkina Faso: Demokratie bringt Wachstum

Burkina Faso ist ein Paradebeispiel für Demokratisierung in Afrika / Starke Abhängigkeit von Gold und Baumwolle

Wiesbaden, (lifePR) - Gute Wachstumsaussichten trotz bestehender Risiken: In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Sicherheitslage in Burkina Faso verschlechtert. Erst im August dieses Jahr sorgte ein dschihadistischer Anschlag in der Hauptstadt Ouagadougou auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant, bei dem 18 Menschen ihr Leben ließen, für Schlagzeilen. Insgesamt hat das Risiko von Anschlägen auf Ausländer und weiche Ziele in der Hauptstadt sowie in der Grenzregion zu Mali deutlich zugenommen. Ein Grund hierfür ist auch, dass die Regierung die Polizeieinsätze aufgrund finanzieller Zwänge nicht effektiv verstärken kann. „Burkina Faso ist zwar ein gutes Beispiel für einen funktionierenden Demokratisierungsprozess in Afrika und konnte seine Wachstumsaussichten, seitdem es politische Stabilität erreicht hat, enorm verbessern“, sagt Christoph Witte, Deutschland-Chef des belgischen Kreditversicherers Credendo. „Trotzdem muss das Land weitere Fortschritte machen, um die neu gewonnene politische Stabilität zu wahren und die Sicherheitsrisiken in den Griff zu bekommen.“ Hierzu zählen beispielsweise die Restrukturierung des Militärs, die Verbesserung des Rechtssystems, die Stärkung der öffentlichen Versorgung und die Armutsbekämpfung. Doch trotz der Risiken kann Burkina Faso eine gute Entwicklung vorweisen: Obwohl es zu den „am wenigsten entwickelten Ländern“ gehört, konnte der westafrikanische Staat 2016 zum ersten Mal seit dem historischen Volksaufstand und dem darauffolgenden friedlichen Machtwechsel im Jahr 2014, ein starkes BIP-Wachstum in Höhe von 5,9 Prozent erzielen. Ein Treiber dieses Wachstums sind die ehrgeizigen Investitionen der Regierung. Im vergangenen Jahr hat die Regierung eine „Nationale Strategie für wirtschaftliche und soziale Entwicklung“, kurz PNDES, ins Leben gerufen. Die Strategie soll bis 2020 laufen und hauptsächlich das Wachstum fördern sowie die Armut bekämpfen. „Zwei konkrete Maßnahmen sind die Verbesserung der Stromversorgung und der Transportinfrastruktur“, so Witte. „Mit Hilfe der Investitionen im Rahmen des PNDES, einer höheren Goldgewinnung und einer gesteigerten landwirtschaftlichen Produktion dürfte sich das Wachstum von Burkina Faso in den kommenden vier Jahren erhöhen und bei circa 6,5 Prozent stabilisieren.“ Diese Quote läge über dem regionalen Durchschnitt von Subsahara-Afrika.

Erholung des Goldpreises gibt Auftrieb

Die Hauptexportgüter des Landes sind Gold und Baumwolle, wobei Gold knapp die Hälfte der Leistungsbilanzeinnahmen ausmacht und Baumwolle knapp zehn Prozent. Somit ist Burkina Faso stark von Handelspreisen und Witterungsbedingungen abhängig. „Die leichte Erholung des Goldpreises seit Anfang 2016 hat sich positiv auf die heimische Wirtschaft ausgewirkt“, so Witte. „In Verbindung mit dem weltweit niedrigen Ölpreis hat der gestiegene Goldpreis das Leistungsbilanzdefizit des Landes verringert.“ Nichtsdestotrotz dürfte das burkinische Leistungsbilanzdefizit auch künftig auf einem relativ hohen Niveau von etwa sieben Prozent des BIP notieren. Zwar steigen die Goldeinnahmen, auch gefördert durch die Inbetriebnahme neuer Minen, und der Baumwollexport zieht langsam an, jedoch treiben die Investitionen zugleich die Importe in die Höhe. „Aufgrund von Projektdarlehen, der Unterstützung der internationalen Geldgeber und den angestiegenen Direktinvestitionen dürfte das Land aber ausreichende Mittel zur Finanzierung des Leistungsbilanzdefizites besitzen“, sagt Witte. „Somit dürfte auch die Auslandverschuldung in den kommenden Jahren beherrschbar bleiben. Generell ist es positiv, dass sich die Beziehungen zu Geldgebern und auch das Vertrauen der Anleger in das Land seit der Demokratisierung deutlich verbessert haben.“ Ein weiterer Vorteil der Stärkung des Goldsektors ist, dass er voraussichtlich zu steigenden Staatseinnahmen beitragen kann. Somit dürften die Staatseinnahmen in diesem Jahr auf 18,1 Prozent des BIP ansteigen und sich bis 2020 sogar auf 20,6 Prozent erhöhen. Trotz dieser positiven Entwicklung wird das Haushaltsdefizit voraussichtlich aufgrund der umfangreichen öffentlichen Investitionen und hoher Personalausgaben in 2017 auf etwa 5,4 Prozent des BIP ansteigen. „Ab 2019 soll die Haushaltsbilanz wieder dem Defizitkriterium der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) entsprechen und auf circa drei Prozent des BIP sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die geplanten Strukturreformen und politischen Maßnahmen aber mit der nötigen Konsequenz umgesetzt werden“, prognostiziert Witte.

Credendo schätzt das kurzfristige politische Risiko für Burkina Faso als relativ hoch ein (5 auf einer Skala von 1 bis 7). Das Geschäftsrisiko wird als sehr hoch bewertet (C auf einer Skala von A bis C).

Credendo

Credendo ist auf dem gesamten europäischen Kontinent in allen Bereichen der Kreditversicherung tätig und bietet mit ihren Produkten weltweiten Versicherungsschutz: belgische Exportkreditagentur-Leistungen, Warenkreditversicherung zur Deckung von europäischen und außereuropäischen Risiken, Einzelrisiken, Excess of loss, Top up, Bürgschaften sowie Rückversicherung. Im Jahr 2016 versicherte Credendo Handelstransaktionen im Wert von 80 Milliarden Euro und fakturierte Prämien in Höhe von 370 Millionen Euro. Credendo ist die viertgrößte Kreditversicherungsgruppe in Europa.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.credendo.com

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