Freiburger Wundsymposium mit dem Motto "Armut und Gesundheit" ging erfolgreich zu Ende

Kongressbericht 11. Freiburger Wundsymposium

(lifePR) ( Freiburg, )
„Armut und Gesundheit“ war das Motto des 11. Freiburger Wundsymposiums, das am 24. November 2018 im Kurhaus in Bad Krozingen bei Freiburg stattfand. Mit 522 Teilnehmern aus ganz Deutschland und 26 Referenten erfreute sich der Kongress großem Zuspruch. Die Veranstaltung wird vom Team der Wundsprechstunde der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie der Universitätsklinik Freiburg konzipiert. Die Durchführung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Wundzentrum des Universitätsklinikums Freiburg und der Akademie für Gesundheitsberufe und Wundmanagement Lahr. Tagungsleiter war Prof. Dr. Stefan Fichtner-Feigl, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Das Wundsymposium wurde mit dem eindrucksvollen Vortrag „Armut, Wunden und Gesundheit“ von Prof. Dr. Gerhard Trabert aus Wiesbaden eröffnet. „Es müssen niedrigschwellige Versorgungsmöglichkeiten etabliert werden. Wir müssen dort hingehen, wo die von Armut betroffenen Menschen leben und dies muss interdisziplinär geschehen. Wir können für den von Armut betroffenen Deutschen genauso etwas tun wie für den aus Kriegs- und Armutsregionen geflüchteten Menschen. Dabei darf Armut nicht gegen Armut ausgespielt werden. Nicht die Migration ist die Mutter aller politischer Probleme, sondern die soziale Ungerechtigkeit.“

Das Themenfeld Ökonomie wurde in einer eigenen Sitzung behandelt. Ein Umdenken in der Therapie von Wunden forderte Prof. Dr. Stefan Riedl aus Geislingen: „Wir müssen bei Wunden von Anfang an ein Behandlungsziel definieren und Behandlungsstandards etablieren.“ Die ökonomische Prozesssteuerung von Behandlungspfaden wurde von Dr. Peter Glößner aus Freiburg dargestellt: „Jeder Prozeß und jeder Behandlungspfad braucht ein definiertes Ziel. Die Gestaltung der Pfade sollte maximal effizient erfolgen.“ Eine lebhafte Diskussion folgte nach dem spannenden Vortrag von Martin Huber aus Lahr mit dem Thema „Wundbehandlung und das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung – Was kommt da auf uns zu?“  Aus dem Bereich der evidenzbasierten Wundbehandlung wurde das Ulcus cruris aus pflegerischer und ärztlicher Sicht besprochen. Frau PD Dr. Dimitra Kirtisi aus Freiburg referierte über aktuelle evidenzbasierte Therapiemaßnahmen. Melanie Sorg, ebenfalls aus Freiburg, beleuchtete das Thema „evidenzbasierte Beratung durch Pflegende beim Ulcus cruris – Welche Informationen werden benötigt?“

Das Themengebiet „der ältere Mensch“ erfreute sich hohem Zuspruch. Aus dem Altenpflegebereich berichtete Wolfgang Schanz aus Freiburg über Dekubitus – Immer ein Pflegefehler? „Wenn der Mensch seine Autonomie verliert, kann es sein, dass er trotz weniger Risikofaktoren viel schneller ein Dekubitus entwickelt“. Die speziellen Anforderungen und Probleme von „Altershaut“ wurden dem Auditorium von Prof. Dr. Hauke Schumann anschaulich erklärt. Aufgrund der Häufigkeit fasste er zusammen: „Altershaut ist in der Wundbehandlung Alltagshaut“. Aus dem Bereich spezielle Wundbehandlung besprach PD. Dr. Wim Fleischmann aus Freiburg die Frage „Ist die Madentherapie noch zeitgemäß?“. Die Möglichkeiten der operativen Defektdeckung von Wunden wurde anhand eindrucksvoller Patientenfällen von Dr. Ziad Kalash aus Freiburg demonstriert. Das diabetische Fußsyndrom wurde von Dr. Jan Kühle aus Freiburg aus orthopädischer Sicht dargestellt. Die konservative Therapie bei Osteomyelitis/ Osteitis wurde von Frau Dr. Ruth Sybille Mayer aus Freiburg anschaulich erläutert.

Auf großes Interesse stieß der Bereich Innovationen in der Wundbehandlung. Frau Dr. Sabine Heselfeld aus Adligenswil aus der Schweiz stellte die „Bestrahlung mit wassergefiltertem Infrarot A – eine Chance zur Abheilung bei Dekubitus und anderen komplexen Wunden“ vor. Weiter wurden in einem Vortrag die Bereiche Plasmatherapie, Stoßwellentherapie, Bakterienfluoreszenz, Thermografie und Hyperspektralfotografie verständlich dargestellt: „Die vorgestellten Innovationen können Therapieentscheidungen beschleunigen oder die Wundheilung ggf. anregen. Keinesfalls ersetzen diese aber die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Therapie von chronischen Wunden.“

Als Zuhörermagnet entpuppten sich die Vorträge zum Thema Palliativmedizin. „Der Umgang mit Sterbenden“ wurde von Martin Stippich aus Gernsbach eingehend besprochen. Die Ausfūhrungen zur „Palliativen Wundbehandlung“ stießen ebenfalls auf große Resonanz. Kevin Ortlieb aus Müllheim umriss das Thema  „Patientenverfügung“ auf eindrucksvolle Weise.

Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Blick über den Tellerrand gewagt. In der Sitzung Stomatherapie wurden Stomakomplikationen von Angelika Kohlrepp und Regina Drieß, beide aus Freiburg, anhand von Praxisbeispielen dargestellt. Großen Anklang fand der Vortrag von Frau Dr. Gyde Staib über „parastomale Problemhaut“.  Vor vollem Saal besprach Frau Dr. Carolin Schütz den medizinischen Notfall im Freien. Professor Dr. Hans-Jörg Busch (beide aus Freiburg) klärte die Frage: „Lebensrettende Sofortmaßnahmen: Was hilft wirklich?“  Weitere Vorträge wie Mangelernährung (Andrea Lubitz, Freiburg), orthopädietechnische Herausforderungen bei Mehrfachamputation (Daniel Wiest, Freiburg), der Rollnagel aus podologischer Sicht (Ulrich Blum, Freiburg) sowie die Workshops  "Pulsstatus, Verschlussdruckmessung & Wickelkompression" (Anita Keller, Katharina Nocon, beide Freiburg) rundeten das spannende und breite Spektrum des 11. Freiburger Wundsymposiums ab.

Wir danken allen Teilnehmern und hoffen, Sie hatten einen spannenden Tag mit vielen motivierenden und interessanten Gesprächen. Wir würden uns freuen, Sie wieder beim 12. Freiburger Wundsymposium begrüßen zu dürfen.
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