13. Deutscher Wirbelsäulenkongress der DWG ging erfolgreich zu Ende

"Moderne Wirbelsäulentherapie im Spannungsfeld von Qualität, Ethik und Kommerz" - Diskussion brisanter Fragen beim Deutschen Wirbelsäulenkongress in Wiesbaden

(lifePR) ( Wiesbaden, )
Rasante Entwicklungen und fachübergreifende Diskussionen bestimmten die 13. Jahrestagung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e. V. (DWG), die in Wiesbaden erfolgreich zu Ende ging. Mit der Vorstellung neuer Erkenntnisse zur modernen Wirbelsäulentherapie, Strategien zu Diagnostik und Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen und dem spannenden Kongressmotto „Moderne Wirbelsäulentherapie im Spannungsfeld von Qualität, Ethik und Kommerz“ setzte Tagungspräsident Prof. Dr. med. Marcus Richter, Wirbelsäulenzentrum St. Josef-Hospital Wiesbaden, topaktuelle Tagungsschwerpunkte. Vom 6. – 8. Dezember 2018 versuchten über 2.500 Kongressteilnehmer im Rahmen von Diskussionsrunden, Übersichtsvorträgen und Pro-/Contra Sitzungen, sich dem kontroversen Thema anzunähern. Der Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Giovanni Maio, Lehrstuhl für Medizinethik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, zum Thema „Medizin im Spannungsfeld von Ethik, Qualität und Kommerz: Wo liegen die Grenzen des Machbaren?“ war ein voller Erfolg. „Wir haben uns kritisch und konstruktiv mit diesen brisanten Fragen auseinandergesetzt, mit denen wir alle beruflich ständig konfrontiert sind und oft nach Lösungswegen suchen“, betonte Prof. Richter.

Innovative Therapieverfahren und neue Technologien

Ein wichtiger Schwerpunkt im wissenschaftlich hochrangigen Kongressprogramm waren innovative Therapieverfahren, Trends und Einsatz neuer Technologien in der Wirbelsäulenchirurgie mit der Frage: Was ist heute schon möglich? Rasante technologische Fortschritte wurden von  renommierten Experten vor allem zur Computerassistenz in der Wirbelsäulenchirurgie präsentiert, die eine immer größere Rolle bei der spinalen Navigation spielt und hauptsächlich zur Platzierung von Wirbelsäulenimplantaten verwendet wird. Wie Prof. Richter betonte, führt der Einsatz der spinalen Navigation zu einer signifikanten Reduktion von Implantatfehlplatzierungen in allen Abschnitten der Wirbelsäule und zu einer bis zu 90%-igen Reduktion der Strahlenbelastung für den Operateur und das gesamte OP-Team. Darüber hinaus soll die spinale Navigation minimal invasive Stabilisierungen an der Wirbelsäule wesentlich vereinfachen. Die computerassistierte Resektion von Tumoren sowie die Kombination von spinaler Navigation und Robotik sollen zu einer weiteren Erhöhung der Sicherheit in der Wirbelsäulenchirurgie führen. Weitere aktuelle Schwerpunkte waren die Themen „Zervikale Stenose“ – Einengung des Wirbelkanals –  sowie Revisionschirurgie, die aufgrund der steigenden Zahl von operierten Patienten zunehmend an Bedeutung gewinnt und notwendig wird, wenn zuvor eingesetzte Implantate nicht mehr funktionieren oder sich lockern bzw. Degenerationen in den angrenzenden Segmenten auftreten.

Qualitätssicherung im Fokus

Mit Blick auf die Qualitätssicherung konnte sich in Deutschland das DWG-Weiterbildungscurriculum für die Wirbelsäulenchirurgie durchsetzen. Bisher wurden schon rund  1.300 persönliche Basis-, Master- oder Excellence-Zertifikate vergeben, die die Weiterbildung bestätigen und zu einer Transparenz für die Patienten führen. Zur weiteren Verbesserung der Qualität in der Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen etablieren sich als weitere Bausteine die Zertifizierung von Kliniken als „Wirbelsäulenzentrum der DWG“ Level I, II und III und das Wirbelsäulenregister der DWG, in dem alle operativen Eingriffe verpflichtend dokumentiert werden. Ziel ist ein großer Datenpool, um in Zukunft verlässliche Aussagen über die Häufigkeiten und Entwicklungen in der deutschen Wirbelsäulenchirurgie machen zu können und registerbasierte Studien zur Behandlungsqualität von Wirbelsäulenerkrankungen durchzuführen. Für eine lückenlose Qualitätskontrolle auch im weiteren Behandlungsverlauf wurde diskutiert, wie das Register weiter optimiert werden könnte. Ein wesentlicher Punkt ist bisher ungelöst: die Nachverfolgbarkeit der Patienten, die bei erneuten Operationen die Klinik wechseln. Aufgrund juristischer, politischer und datenschutzrechtlicher Gründe sei dies bisher noch nicht möglich.

DWG-Kongress mit internationaler Bedeutung

Zur Jahrestagung der bedeutendsten nationalen Fachgesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie, die zunehmend auch internationale Bedeutung gewinnt, kamen zahlreiche Teilnehmer vor allem auch aus Österreich, Italien und der Schweiz. Entsprechend der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit zur Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule in der konservativen und operativen Therapie nahmen neben Unfallchirurgen, Orthopäden, Neurochirurgen und andern an der Wirbelsäule interessierten Ärztinnen und Ärzten auch viele nicht-ärztliche Besucher an der  Physiotherapietagung und dem Pflegesymposium des Kongresses teil. Am Rande des umfassenden wissenschaftlichen Programms verschafften sich die Teilnehmer einen Überblick über Innovationen, bewährte Produkte und das Spektrum der Therapiemöglichkeiten in der begleitenden Industrieausstellung.

Ausblick: Deutscher Wirbelsäulenkongress der DWG 2019 

Der 14. Deutsche Wirbelsäulenkongress findet vom 28. – 30. November 2019 in München unter dem Motto „Wandel in die Zukunft“ statt. Tagungspräsident ist Prof. Dr. Bernhard Meyer, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar. Weitere Informationen zur Tagung gibt es unter www.dwg-kongress.de.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.