Komikerin Carolin Kebekus: "Wir brauchen den Feminismus, und zwar dringend."

Ausgewählte Zitate von Carolin Kebekus

(lifePR) ( München, )
Warum Carolin Kebekus mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm und ihrer Sendung „Pussy Terror TV“ (WDR) zum Nachdenken anregen will und welchen Auslöser es dafür gab.

„Wenn ich die Leute schon hier sitzen habe, kann ich denen auch erzählen, was mich wirklich bewegt… Es hat mit einer Porno-Geschichte angefangen. Ich habe eine Nummer über das Frauenbild im Porno gemacht und gemerkt, wie sehr mich das beschäftigt. Ich spüre diese Grundwut in mir. Ich werde ganz schnell aggro, wenn ich merke, dass ich nicht ernst genommen oder in eine ‚kleine Mädchen‘-Ecke gestellt werde.“

Spürt sie auch, dass Wut Frauen viel weniger zugestanden wird als Männern?

„Klar, wir sind dann gleich hysterisch. Ich merke selbst, dass ich mich als Frau oft zurücknehme und die Situation lieber aushalte. Ich habe tatsächlich Angst, als schwierig zu gelten. Oder dass irgendjemand mich nicht mag. Egal, ob ich den selbst mag oder nicht. Das ist etwas, was viele Frauen nur ganz schwer aushalten: nicht gemocht zu werden.“

Ein ganz häufiger Kommentar ist ja: Der muss man es mal wieder richtig besorgen.

„Der ist echt der beste. Ich muss so lachen bei der Vorstellung, dass, wenn ich mal wieder richtig durchgebumst werde, ich dann eine andere Haltung entwickle. Ich habe mal geantwortet: ‚Vielen Dank für den Hinweis, ich habe jetzt jeden Tag sehr harten Geschlechtsverkehr, ich muss Ihnen jedoch leider mitteilen, dass meine Gedanken immer noch die gleichen sind. Mein Leben ist jetzt aber geiler, also danke für den Tipp.‘“

Sie sagt: „Feminismus, das klingt so ungebumst“.

„Ja, weil der Begriff leider immer noch in so eine freudlose Ecke gesteckt wird. Zu mir meinte mal ein Journalist in einem Interview: ‚Sie sagen immer so feministische Sachen, dabei tragen Sie ja selbst Nagellack!‘ Als ob sich das widersprechen würde. Muss ich unrasiert und ungepflegt sein, um über solche Themen zu sprechen, oder was? Mich nervt extrem, dass einem sofort die Weiblichkeit abgesprochen wird, sobald man sich als Feministin bezeichnet.“

Warum sie glaubt, wieso so viele amerikanische Frauen Trump gewählt haben.

Entweder, denen geht es so schlecht, dass ihnen ihre Frauenrechte erst mal egal sind, weil es ums Überleben geht. Oder aber Trumps respektlose Art ist so normal für sie, dass sie das gar nicht hinterfragen. Vielleicht sind die Frauen so einen Umgang und solche Witze gewohnt und nehmen sie einfach hin. Ich kenn das im Kleinen selbst, ich lass auch oft beiläufige sexistische Bemerkungen unkommentiert durchgehen. Weil ich nicht jedes Mal so ein Fass aufmachen will und es so viel Zeit und Energie kostet. Aber das ist Scheiße. Wir brauchen den Feminismus, und zwar dringend.“
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