Mittwoch, 13. Dezember 2017


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Investor Frank Thelen: "Ein neues Startup ist eine große Last"

München, (lifePR) - Frank Thelen ist das Fernsehgesicht unter Deutschlands Tech-Investoren. Der 41-Jährige hat seit 1994 insgesamt sieben Firmen gegründet. Zweimal ist er gescheitert. Aktuell ist er als Juror in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu sehen. Das Innovationsmagazin WIRED hat ihn für die neue Ausgabe, die morgen erscheint, am Set getroffen: „Das ist schon eine andere Flughöhe hier, die wir als Startups nicht haben und auch nicht haben sollten. Bei uns muss alles schlank aufgestellt sein. Ich überlege bei jedem Mitarbeiter zehnmal, ob ich ihn einstelle. Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal hier am Set war und Panik geschoben habe: Wer soll das alles bezahlen?“


„Ich hatte das Gefühl, ich habe meine Eltern betrogen.“
Sich für die Investition in ein Startup zu entscheiden, sei nicht leicht, so Frank Thelen in WIRED. Nach einem Deal sei er zwar euphorisch, „aber es ist eine große Last. Ich habe plötzlich ein neues Startup, doch ob das geil wird? Eigentlich schreibe ich das Geld gedanklich gleich ab. Ich glaube in dem Moment nicht an den wirtschaftlichen Erfolg. (…) Ich habe Startups zu oft scheitern sehen. Ich habe das ja selbst erlebt.“ Als eines seiner ersten Unternehmen pleite ging, hatte Thelen Schulden in Millionenhöhe. „Ich habe mich gefühlt wie ein ganz schlechter Mensch. Ich hatte das Gefühl, ich habe meine Eltern betrogen. Sie haben mich doch aufgebaut, und ich komme mit einer Million Schulden. Die Familie war kaputt. Mein Körper hat nicht mehr mitgemacht, er hatte keine Kraft mehr. Ich habe Stoßnasenbluten bekommen, ich hatte das noch viele Jahre nachher. Ich war völlig neben mir. Es sollte doch die beste Zeit des Lebens sein mit Mitte 20, aber ich hatte kein geiles Auto, keine eigene Wohnung. Ich war der komplette Loser. Ich war am Arsch.“ 2008 gelang ihm schließlich der Durchbruch, als er eines seiner Unternehmen für einen zweistelligen Millionenbetrag an Fujifilm verkaufte.  

„Ich glaube, ich habe mich immer als Verlierer gefühlt.“
Heute investiert Thelen sein eigenes Geld. Darum geht es bei seinen Investments auch nicht um Milliarden, sondern meist um ein paar hunderttausend Euro. „Die Leute müssen begreifen, dass das unser Geld ist“, sagt Thelen und meint damit sich und seine Partner bei seiner Investmentfirma Freigeist Capital. „Ich muss mit meinen Deals meine Familie ernähren.“ Sein Antrieb und Wille zum Erfolg ist ihm bis heute geblieben: „Ich habe dieses Virus, Produkte zu bauen, Dinge zu machen, die Welt zu verändern. (…) Der zweite Grund, warum ich all das mache, und das ist eigentlich eine tiefenpsychologische Session, lautet: Ich glaube, ich habe mich immer als Verlierer gefühlt. Ich war immer unteres Drittel. Ich hatte als Kind kein geiles Fahrrad. Ich habe kein abgeschlossenes Studium, bei Allgemeinbildung bin ich blank, Englisch habe ich mir irgendwie selbst beigebracht. Als meine Freunde erfolgreich waren, war ich pleite. Ich hatte kein Netzwerk, konnte niemanden fragen. Ich habe zwar sehr viele Managementbücher gelesen. Aber ich werde das Stigma innerlich nicht los, dass ich aus einfachen Verhältnissen komme. Deswegen kann ich nicht loslassen.“

„Für manche bin ich ein Idol.“
Frank Thelen versteht sich als Brückenbauer, der Startups anschieben und mit seinem Netzwerk verbinden will. Einige Food-Startups hat er so bereits groß gemacht. Auch vor Hardcore-Tech schreckt er nicht zurück, investierte als erster in das elektrische Flugzeug Lilium. „Was uns unterscheidet von anderen Geldgebern: Wir bilden uns ein, dass wir den Scheiß verstehen“, sagt Thelen. „Mein Partner Alex Koch hat die Idee des Flugzeugs durchgerechnet, um zu sehen, ob es wirklich fliegen kann.“ Anfang September sammelte das Projekt 90 Millionen Dollar neues Kapital ein. Der Erfolg gibt ihm Recht und macht ihn zum Vorbild für Gründer: „Für manche bin ich ein Idol. Ich kriege so viele E-Mails, in denen jemand schreibt: ,Deinetwegen habe ich gegründet.‘“

Das vollständige Porträt über Frank Thelen lesen Sie ab dem 29. September in der neuen Ausgabe von WIRED Germany. 

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