Cem Özdemir in myself: "Wenn man im Kindergarten gearbeitet hat, kommt man auch im Bundestag gut zurecht"

(lifePR) ( München, )
Für die heute erscheinende Oktober-Ausgabe traf das Frauenmagazin myself Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir und seine Frau Pía María Castro in Berlin. In der Rubrik „Familienbande“ sprachen der Deutschtürke und die Südamerikanerin über ihre Herkunft, ihre multikulturelle Familie und die Bedeutung des lebenslangen Lernens.

„Ich war eine maximale Zumutung für meine Eltern“
Cem Özdemir startete seine berufliche Laufbahn als Erzieher im Kindergarten. Eine Berufswahl, die nicht in das traditionelle Rollenverständnis seiner türkischen Familie passte: „Mein Vater hat gefragt: Warum geht jemand zur Schule, wenn er anschließend mit Kindern spielt? Auch sonst war ich eine maximale Zumutung für meine Eltern: die grüne Partei, mit 16 habe ich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, zur Armee wollte ich nicht, und dann wurde ich auch noch Vegetarier.“ Zuspruch seiner Eltern erhielt er schließlich mit seiner Wahl in den Bundestag. „Meine Eltern haben sich sogar vorher einbürgern lassen, um mich unterstützen zu können. Wahrscheinlich waren sie die zwei stolzesten Wähler in ganz Deutschland“, erklärt Cem Özdemir in myself. Die Ausbildung zum Erzieher kommt ihm heute dennoch zugute: „Wenn man in einem Kindergarten gearbeitet hat, wie ich, kommt man auch im Bundestag gut zurecht. In beiden Universen prallen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander.“  

„Herzensbildung lernt man nicht mit 13 Jahren Unterricht“
Das Thema Bildung spielt in Özdemirs Familie eine große Rolle. Schon früh bewunderte er seinen Vater. „Mich faszinierte immer, dass mein Vater mit nur drei Jahren Volksschule so weise war. Eine gute Schulausbildung ist ein Privileg. Sie nicht zu haben ist aber keine Entschuldigung dafür, ein Depp zu sein. Herzensbildung lernt man nicht mit 13 Jahren Unterricht.“ Auch bei sich selbst bemerkt Cem Özdemir hin und wieder Bildungslücken: „Ich habe Mittlere Reife und Fachabitur, bin umgeben von Bildungsbürgern, und manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich manche Sachen, von denen wie selbstverständlich gesprochen wird, nicht kenne, da mir die gymnasiale Oberstufe fehlt. Goethes ‚Faust‘ habe ich erst vor zwei Jahren im Griechenlandurlaub gelesen“, gesteht der 51-Jährige in myself.

„Wenn mein Mann und ich uns streiten, dann auf Englisch“
Cem Özdemir und seine Frau betrachten die Dinge oft aus verschiedenen Perspektiven. „Wenn wir mit unseren Kindern am Strand sind, ist das Erste, was er macht: eincremen. Bis zum Gehtnichtmehr. Und was macht er, während ich schwimmen gehe? Die Kinder nehmen und Müll sammeln. Ich versuche, das Schöne zu sehen. Mein Mann guckt, was er besser machen kann“, erklärt Pía María Castro die kulturellen Unterschiede in ihrem Eheleben. Auch Zu Hause in Berlin Kreuzberg kommt es gelegentlich zu Meinungsverschiedenheiten: „Wenn mein Mann und ich uns streiten, dann auf Englisch, weil ich so die Möglichkeit habe zu gewinnen. Es geht dann meist darum, dass er furchtbar unpünktlich ist. So sparsam. Und so penibel. Zu Hause macht er immer überall das Licht aus, das macht mich manchmal wahnsinnig.“ Wenn es darauf ankommt, sind die beiden laut der 45-Jährigen dennoch ein eingespieltes Team: „Mein Mann ist ein exzellenter Vater. Als Erzieher hat er mehr Geduld als ich. Und wenn ich arbeiten oder verreisen muss, ist er da. Wir helfen uns, auf Augenhöhe. Das ist wichtig.“
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