Samstag, 18. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 661375

Commerzbank und Fraunhofer-IML forschen gemeinsam zu Handelsfinanzierung

Frankfurt/Main, (lifePR) -
Forschungskooperation zu „Financial Supply Chain Management 2025“ gestartet
Entwicklung neuer digital unterstützter Geschäftsmodelle im Fokus
Verknüpfung mit Distributed-Ledger- und Blockchain-Technologien


Die Commerzbank und das FraunhoferInstitut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund haben eine Kooperation vereinbart. Im Kern dieser Kooperation sollen Szenarien für die Lieferketten („Supply Chains“) der Zukunft entwickelt werden. Das Institut unterstützt die Bank dabei, diese Prozesse zu orchestrieren und liefert zugleich neueste Erkenntnisse zum Supply-Chain-Management und dem möglichen Einsatz von Blockchain-Technologien in diesem Bereich. Die Blockchain- oder auch Distributed-Ledger-Technologie ist eine dezentrale Datenstruktur und zum Beispiel Grundlage für intelligente elektronische Verträge, sogenannte „Smart Contracts“, bei denen die automatisierte Abwicklung von Geschäftsvorfällen im Vordergrund steht.

Internationale Handelsgeschäfte und damit verbundene Waren- und Finanzströme stehen derzeit im Fokus vieler Digitalisierungsansätze von Banken, Unternehmen sowie wissenschaftlichen Institutionen. Zunehmender globaler Wettbewerb, veränderte Kundenerwartungen und kürzere Produktlebenszyklen lassen die damit verbundenen internationalen Lieferketten immer wichtiger für betriebliche Entscheider werden. Denn mit der weiteren Digitalisierung werden sich entlang von Lieferketten künftig viele Prozessverbesserungen und Chancen aus einem optimierten Management und einer schnelleren Verfügbarkeit von Daten ergeben. „Sprechende“ Container etwa werden dann im weltweiten Außenhandel üblich sein.

Die stärkere Vernetzung von Funktionen kann auch unternehmensübergreifend völlig neue Anwendungsgebiete schaffen. Dieses gilt insbesondere in Verbindung mit modernen Applikationen im Bereich des Internets der Dinge, also für vernetzte Gegenstände, die sich selbstständig über das Internet verbinden und Aufgaben erledigen, sowie für Smart Contracts. Hieraus können neue Handelssysteme und Handelsfinanzierungskonzepte sowie schnellere Transaktionsverfahren und letztlich neue Lösungen im Working-Capital-Management entstehen. Diese stehen im Fokus der neuen Kooperation.

„Unsere Kernkompetenzen ,Geld sicher bewegen‘, ,Handel finanzieren‘ sowie ,Risiken übernehmen‘ werden auch im Digitalisierungszeitalter eine hohe Relevanz für unsere Kunden haben. Die Einbindung des FraunhoferInstituts für Materialfluss und Logistik IML gewährleistet den bestmöglichen Einblick in die momentan sehr vielfältigen Digitalisierungsansätze entlang der Logistik- und Materialflussprozesse unserer Kunden“, sagte Dr. Bernd Laber, Bereichsvorstand Trade Finance & Cash-Management Firmenkunden der Commerzbank. „Wir arbeiten in zahlreichen Projekten und Konsortien auch mit anderen internationalen Banken an der Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen, ebenso an Anwendungsmöglichkeiten für Blockchain-Technologien. Für uns als Firmenkundenbank hat der klare Fokus auf die zukünftigen Supply Chains unserer Kunden, den wir gemeinsam mit dem Fraunhofer-IML erarbeiten werden, eine sehr große Bedeutung“, so Dr. Laber weiter.

„Die Digitalisierungsansätze im Supply-Chain-Management wie zum Beispiel die Entwicklung smarter Container, die in der Lage sind, sich selbst zu routen, Logistikdienstleister zu beauftragen und diese selbstständig zu bezahlen, ermöglichen zukünftig völlig neue Geschäftsmodelle für Banken in den Geschäftsbereichen Finanzierung, Risikomanagement und Transaktion“, erklärte Prof. Dr. Michael Henke, Institutsleiter des Fraunhofer-IML. „Ich bin davon überzeugt, dass Technologien wie Blockchains und Smart Contracts zentrale Enabler für die Verknüpfung physischer und finanzieller Supply Chains sind. Mit der Commerzbank als innovativem Kooperationspartner werden wir neue, sichere und schnelle Lösungen für die Supply Chain der Zukunft erarbeiten.“

Über das Fraunhofer IML

Das Fraunhofer IML gilt als die Adresse für alle Fragestellungen zu ganzheitlicher Logistik und arbeitet auf allen Feldern der inner- und außerbetrieblichen Logistik. Am Fraunhofer IML, gegründet 1981, arbeiten zur Zeit 260 Wissenschaftler sowie 250 Doktoranden sowie Studierende, unterstützt durch Kollegen in Werkstätten, Labors und Servicebereichen. Nach Projekt- und Kundenbedarf zusammengestellte Teams schaffen branchenübergreifende und kundenspezifische Lösungen u.a. im Bereich der Materialflusstechnik, des Warehouse Managements, der Geschäftsprozessmodellierung, der simulationsgestützten Unternehmens- und Systemplanung sowie in den Bereichen Verkehrssysteme, Ressourcenlogistik, Baulogistik und E-Business. Das „Internet der Dinge“ wird Fraunhoferweit vom Fraunhofer IML koordiniert. Im Bedarfsfall kann das IML auf 24.000 Mitarbeiter in 67 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft zurückgreifen.

Neben Dortmund sind Frankfurt/Main, Hamburg, Prien am Chiemsee, Lissabon und Peking weitere Standorte.

Commerzbank Aktiengesellschaft

Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in knapp 50 Ländern. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen, das genau auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Die Commerzbank wickelt rund 30 % des deutschen Außenhandels ab und ist Marktführer im deutschen Firmenkundengeschäft. Zudem ist die Bank aufgrund ihrer hohen Branchenkompetenz in der deutschen Wirtschaft ein führender Anbieter von Kapitalmarktprodukten. Ihre Töchter Comdirect in Deutschland und mBank in Polen sind zwei der weltweit innovativsten Onlinebanken. Mit ungefähr 1.000 Filialen betreibt die Commerzbank eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Insgesamt betreut die Bank mehr als 17,5 Millionen Privat- und Unternehmerkunden sowie über 60.000 Firmenkunden, multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und institutionelle Kunden. Das 1870 gegründete Institut ist an allen wichtigen Börsenplätzen der Welt vertreten. Im Jahr 2016 erwirtschaftete es mit rund 49.900 Mitarbeitern Bruttoerträge von 9,4 Milliarden Euro.

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