Donnerstag, 19. April 2018


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Geht Autobranche in UK der Sprit aus?

Kreditversicherer Coface: EU-Markt überlebenswichtig, nicht nur wegen der Exporte

Mainz, (lifePR) - Geringere Wettbewerbsfähigkeit, Verlust der Innovationskraft, Arbeitskräftemangel. Das ist das Risikoszenario, das der Kreditversicherer Coface für die britische Autoindustrie zeichnet, sollte es zu einem „harten“ Brexit kommen. Erste negative Anzeichen gibt es schon jetzt: Investitionen, Produktion und Absatz gehen zurück. „Der Zugang zum EU-Markt bleibt überlebenswichtig für die britischen Autobauer“, sagt Khalid Aït Yahia, Coface Economist für die Automobilindustrie und die Metallbranche.

Starke Abhängigkeit vom europäischen Markt

Die Exportdynamik kann die geringere Nachfrage aufgrund der nachlassenden Zuversicht der Verbraucher in Großbritannien nicht kompensieren. 79 Prozent der in UK gebauten Autos werden exportiert, mehr als die Hälfte davon (56 Prozent) in die EU-Länder. Die Abhängigkeit vom EU-Ausland zeigt sich auch darin, dass mehr als die Hälfte der Teile importiert wird. Die Industrie ist eng mit den europäischen Wertschöpfungsketten verbunden. So werden Kosten, Lager- und Produktionszeiten optimiert. „Bei einem harten Brexit mit strikter Warenkontrolle und Anwendung der WTO-Tarife würde sich das Risiko für die Branche vervielfachen“, erwartet Khalid Ait Yahia.

Schon seit 2016 sind geringere Investitionen bei Zulieferern und Herstellern festzustellen. Sie gingen im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 um 36 Prozent zurück. Diese Entwicklung verschärft sich 2017, trotz der von den Herstellern angekündigten 28 neuen Modelle bis 2024. Die Unsicherheiten um den Ausgang der Brexit-Verhandlungen bremsen die Investitionsneigung auch bei den Muttergesellschaften der britischen Hersteller.

Im Wesentlichen sieht Coface drei Konsequenzen aus einem harten Brexit.

Geringere Wettbewerbsfähigkeit: In Großbritannien gibt es nicht genügend Zulieferer. In Europa können Teile durch 15 Länder wandern, ehe sie letztlich in ein Fahrzeug eingebaut werden. So würden ohne ein Freihandelsabkommen mit der EU die Kosten für ein Fahrzeug allein aufgrund der WTO-Bestimmungen um 10 Prozent und für ein Teil im Schnitt um 3 Prozent steigen.

Mangel an qualifizierten Arbeitskräften: Die Mitgliedschaft in der EU ermöglicht es trotz des Mangels an eigenen Wissenschaftlern und Technikern, qualifizierte Kräfte einzustellen. Umgekehrt werden sich Restriktionen beim Zugang zum britischen Arbeitsmarkt kurz- und mittelfristig verstärkt negativ auswirken.

Fragezeichen hinter Finanzierung und Innovationen: Die führende Rolle Großbritanniens in der Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen baut auch auf Fördermitteln der EU und Krediten der Europäischen Investitionsbank auf. Wenn diese Unterstützung mit dem Austritt aus der EU wegfällt, sind hinter die Innovationsfähigkeit der UK-Autoindustrie dicke Fragezeichen zu setzen – ein weiteres großes Problem für die Branche.

Auswirkungen auf die Zahlungsmoral?

Deutsche Exporte nach Großbritannien sind neben der Pharma- und Chemieindustrie stark konzentriert in der Automobilindustrie und im Maschinenbau, Könnten diese Branchen von einer schlechteren Zahlungsmoral britischer Kunden betroffen sein? Dieser Frage ging Coface in einer aktuellen Zahlungsstudie nach. „Tatsächlich zeigen sich unter allen Branchen Unternehmen in der Automobilwirtschaft mit einem Anteil von 14,3 Prozent am stärksten besorgt über einen Brexit-bedingten Anstieg ihrer Außenstände im kommenden Jahr“, erklärt Dr. Mario Jung, Regional Economist für Nordeuropa bei Coface und Autor der Studie . Zudem sind die Produzenten von Investitionsgütern aus den Bereichen Maschinenbau (8,5%) und Mechanik-/Präzisionsindustrie (5,9%) ebenfalls besorgter als der branchenweite Durchschnitt. Über alle Branchen betrachtet, erwarten nur 3,3 Prozent der deutschen Unternehmen einen Brexit-bedingten Anstieg ihrer Außenstände.

Mehr zur Zahlungsstudie und zur Auto-Branche in UK: www.coface.de

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