FFF Jahresbilanz 2017: die höchste Fördersumme seit 22 Jahren

(lifePR) ( München, )
2017 hat der FFF Bayern Projekte mit insgesamt 39,5 Mio. Euro unterstützt. Das ist die höchste Fördersumme seit Gründung des FFF. Allein 24,4 Mio. Euro gingen in die Produktion von Kinofilmen, davon 8,6 Mio. für große internationale Koproduktionen. Die um 2 Mio. Euro höhere Summe gegenüber dem Vorjahr beruht auf der Erhöhung der Mittel durch den Freistaat Bayern und dem ZDF sowie auf der Beteiligung von Sky. Zum ersten Mal förderte der FFF Webserien und Filmprojekte für Virtual Reality. Einen Meilenstein setzte der FFF für die Gamesförderung: Die EU in Brüssel genehmigte die neue Richtlinie und befreite damit die Gamesförderung aus der De-minimis-Regelung.

Kinofilm

Mit 24,4 Mio. Euro hat der FFF Bayern die Produktion von 50 Kinofilmen unterstützt. Damit entfallen drei Fünftel der Gesamtfördersumme auf diesen Bereich. Zu den geförderten Projekten gehört Florian Gallenbergers Grüner wird's nicht, Caroline Links Der Junge muss an die frische Luft, Maggie Perens Waiting Room, Detlev Bucks Alles Wuff, Sönke Wortmanns Der Vorname, Tim Tragesers Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft, Ralf Westhoffs Wie gut ist deine Beziehung, Bora Dagtekins Fack Ju Göhte 3, Michael Bully Herbigs Ballon, Rudi Gauls Safari - Match me if you can, Julia von Heinz' Und morgen die ganze Welt und Marcus H. Rosenmüllers Unheimlich perfekte Freunde.

Neun geförderte Kinofilme wurden Besuchermillionäre: Bullyparade – Der Film, Ostwind – Aufbruch nach Ora, Bibi & Tina – Tohuwabohu Total (gefördert mit Erfolgsdarlehen) sowie Guardians of the Galaxy Vol. 2, Transformers: The Last Knight und Spiderman: Homecoming (gefördert im Bereich Internationale Koproduktionen). Fack Ju Göhte 3 wurde mit 6 Mio. Besuchern der erfolgreichste deutsche Kinofilm 2017. Willkommen bei den Hartmanns, der im Vorjahr gestartet war, erreichte 2017 weitere 640.000 Zuschauer und kam auf insgesamt 3,7 Mio. Dieses bescheuerte Herz, der kurz vor Weihnachten gestartet ist, hat mittlerweile 2 Mio. Besucher. Drei weitere Filme erreichten mehr als 800.000 Zuschauer: Das Pubertier, Mein Blind Date mit dem Leben und der Eberhofer-Krimi Grießnockerlaffäre, der das ausschließlich in bayerischen Kinos geschafft hat.

Die Sensation des Vorjahres, Maren Ades Spielfilm Toni Erdmann, war 2017 für den Golden Globe und den Oscar nominiert. Er gewann sechs Deutsche Filmpreise, darunter den Deutschen Filmpreis in Gold als bester Spielfilm sowie zwei Bayerische Filmpreise. Weitere Deutsche Filmpreise gingen an Auf Augenhöhe, Nebel im August sowie Willkommen bei den Hartmanns als besucherstärkster Film.

Die Jury des Bayerischen Filmpreises zeichnete Willkommen bei den Hartmanns als beste Produktion aus. Weitere Bayerische Filmpreise gingen an Marie Curie, Vorwärts immer, Das Tagebuch der Anne Frank, Jugend ohne Gott und Snowden.

Internationale Koproduktionen

Mit 8,6 Mio. Euro hat der FFF Bayern acht internationale Koproduktionen zur Förderung empfohlen. Darunter sind vier Projekte, bei denen die Line Producer mit insgesamt 566.000 Euro unterstützt werden: Power Rangers, Transformers 5, Summer of George,  Black Panther. Mit je 2 Mio. Euro fördert der FFF Bayern vier große internationale Koproduktionen, die mit Star-Besetzung überwiegend in Bayern gedreht bzw. realisiert werden: Guns Akimbo mit Daniel Radcliffe, den Animationsfilm Dragon Rider, Resistance mit Jesse Eisenberg und Lily Collins sowie Fear of Flying mit Anne Hathaway. Mit 489 % ist der Regional-Effekt der in diesem Bereich geförderten Produktionen außerordentlich hoch.

Nach Big Game mit Samuel L. Jackson und Oliver Stones Snowden mit Joseph Gordon Levitt und Shaileene Woodley wurden 2017 zwei weitere geförderte internationale Koproduktionen fertiggestellt: Lisa Langseths Drama Euphoria mit Alicia Vikander, Eva Green und Charlotte Rampling, das fast ausschließlich in Dennenlohe in Mittelfranken gedreht wurde, feierte Weltpremiere in Toronto. Rupert Everetts Drama The Happy Prince, bei dem er auch neben Colin Firth und Emily Watson die Hauptrolle spielte und das in Mitwitz und Thurnau in Oberfranken gedreht wurde, feierte vor zehn Tagen Weltpremiere in Sundance. Beide Filme starten in diesem Jahr im Kino. Als nächstes wird im kommenden Frühjahr Guns Akimbo in München gedreht.

Im Bereich Internationale Koproduktionen hatte der FFF Bayern die bayerischen Line Producer von Guardians of the Galaxy Vol. 2, Transformers: The Last Knight und Spiderman: Homecoming gefördert. Diese drei Filme liefen im letzten Jahr im Kino und erreichten zusammen mehr als 5 Mio. Besucher.

Fernsehen

Insgesamt 5 Mio. Euro gingen an 17 Projekte für das Fernsehen. Darunter Hans Steinbichlers Gefangen – Der Fall K. für ZDF/ arte, Felix Herzogenraths Der Staatsfeind für Sat.1, Gabriela Zerhaus Ein Dorf wehrt sich für das ZDF und Stefan Eberleins An einem Freitag im Juli für den BR. Vier Serien wurden mit FFF Förderung gedreht: Christian Züberts Arthurs Gesetz für Turner, Cyrill Boss' und Philipp Stennerts Der Pass für Sky, Irina Popows Dschermeni für das ZDF und Philipp Kadelbachs Die Geschichte eines Parfums für ZDFneo. Gedreht wurde außerdem die im Vorjahr geförderte Mini-Serie Acht Tage für Sky.

Ausgestrahlt wurden 2017 mit guten Quoten Julia von Heinz' Katharina Luther in der ARD, Matthias Glasners Zweiteiler Landgericht im ZDF sowie über den Jahreswechsel Rainer Kaufmanns Zweiteiler Die Puppenspieler in der ARD. Vielbeachtet und gelobt wurden drei Miniserien: Hans-Christian Schmids Das Verschwinden in der ARD, Marvin Krens 4Blocks auf TNT Serie und Boris Kunz' Hindafing im Bayerischen Fernsehen, die alle drei auch für den Grimme-Preis nominiert sind. Mit dem Bayerischen Fernsehpreis gekrönt wurden der Mehrteiler Winnetou – Der Mythos lebt (RTL), Katharina Luther (ARD) und Jack the Ripper (Sat.1), mit dem Deutschen Fernsehpreis Winnetou – Der Mythos lebt, Jack the Ripper und Terror – Ihr Urteil (ARD).

Webserien und Virtual Reality

Im Rahmen der Fernsehfilmförderung unterstützte der FFF Bayern zum ersten Mal Webserien und Filmprojekte für Virtual Reality. Zwei Webserien wurden noch im selben Jahr gedreht: Dschermeni oder an was glaubst du? ist bereits auf YouTube zu sehen. Täglich unter Männern entstand in Kooperation mit der TU München und befindet sich in der Postproduktion. Vier VR-Projekte wurden zur Förderung empfohlen, darunter die musikalische Reise Echoes in White/ Magic Horizons, das dokumentarische Projekt Bauhaus in Weimar, das sich in Selb auf die Spuren von Walter Gropius begibt und den Science Fiction Kurzfilm Escape the World über die vergebliche Flucht in eine weit entfernte Weltraumkolonie. Weitere Webserien förderte der FFF Bayern auch schon in den Vorjahren im Bereich Nachwuchs, weitere VR-Projekte im Bereich Games.

Nachwuchsfilm

31 Projekte unterstützte der FFF mit insgesamt 2,3 Mio. Euro. Die Summe fiel höher aus als in den Vorjahren aufgrund der Beteiligung von Sky. Vier von fünf Debütfilmen haben Regisseurinnen inszeniert: Lena Stahl, Mariko Minoguchi, Nadine Keil und Barbara te Kock sowie Isa Willinger. Zwanzig weitere Regisseurinnen und Regisseure haben mit FFF Förderung ihren Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München oder an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation machen können. Vier Quereinsteiger wurden für ihre Filmvorhaben vom FFF unterstützt. Zwei weitere Kinoprojekte förderte der FFF aufgrund des hohen Nachwuchsanteils aus dem Etat Nachwuchsfilm. Mehrere Preise auf Festivals gewonnen hat und für den Preis der Deutschen Filmkritik nominiert war der Debütfilm Sommerhäuser, für den Regisseurin und Autorin Sonja Maria Kröner auch den Bayerischen Filmpreis für das beste Drehbuch erhielt. Der Dokumentarfilm Vom Lieben und Sterben von Katrin Nemec wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet; die Regisseurin hat damit die HFF München abgeschlossen. Sieben FFF-geförderte Filme von jungen Filmemachern waren soeben beim 39. Filmfestival Max Ophüls Preis zu sehen; drei Filme laufen in der Reihe Perspektive Deutsches Kino auf der Berlinale.

Games 

Das Jahr 2017 war für die bayerische Gamesförderung das Jahr der Veränderungen: Der Freistaat verdoppelte die Mittel, die Fürther Verlagsgruppe Computec erhöhte ebenfalls das Volumen für die Media-Leistungen, ein dritter Einreichtermin wurde eingeführt und in Brüssel genehmigte die EU die neue Richtlinie und befreite damit die Gamesförderung aus der De-minimis-Regelung. Bayern setzte hier einen Meilenstein für die deutsche Gamesförderung. Der FFF förderte 25 Computerspiele in verschiedenen Projektphasen mit einer Gesamtsumme von 1,28 Mio. Euro, darunter das VR-Game Das Boot. Acht FFF-geförderte Computerspiele feierten 2017 ihren Release: Freggers Play, Steampumpkins, Lazuli, Shift Happens, Im Garten der Pusteblumen, Ostwind – Das Spiel, The Exiled und Subsiege. Zwei weitere Projekte kamen in Early Access auf den Markt: das VR Game Late for Work! und das Partyspiel Can't drive this. Für das kommende Jahr hat der Freistaat die Mittel abermals erhöht: Mit knapp 2 Mio. Euro ist die Gamesförderung des FFF die höchste in Deutschland.

Drehort Bayern

Im letzten Jahr haben Produktionen an mehr Tagen in Bayern gedreht als im Vorjahr: Die Zahl der Drehtage hat sich von 2684 im Jahr 2016 auf 3716 im Jahr 2017 erhöht. Die Zahl der Drehtage allein in München hat sich fast verdoppelt von 1152 auf 2193. Dies liegt daran, dass die Stadt nach der Gründung des Servicebüros Film vor zwei Jahren flexibel und schnell auf die Anfragen und Bedürfnisse der Branche reagieren kann: Das Büro hat so viele Genehmigungen erteilt wie nie zuvor in München erteilt wurden. Dadurch haben Produktionen viel mehr Kinofilme in München gedreht als in den Vorjahren, und diese auch nicht mehr nur teilweilse sondern vollständig. Auch die Anzahl an TV-Produktionen hat enorm zugenommen. Zudem ergeben die Produktionen von Serien mehr Drehtage. Bayern war zwar immer schon ein konstant beliebter und genutzter Drehort für Serien, hinzugekommen sind aber Mini-Serien wie die TNT-Eigenproduktion Arthurs Gesetz, die in Oberfranken gedreht wurde.

Filmtheater

Ende November hat der FFF Bayern in Bayreuth 60 Filmtheater mit insgesamt 380.000 Euro für ihr Jahresfilmprogramm ausgezeichnet und die Mittel für die Prämien um 15.000 Euro erhöht. Die Spitzenprämie ging an das Babylon – Kino am Stadtpark Fürth. Für die Investitionen und Modernisierungen von Filmtheatern hat der FFF Bayern 471.170 Euro bereitgestellt und dafür eine Zuschussquote von 25 Prozent bewilligt – das ist die höchste Zuschussquote seit zehn Jahren. Insgesamt hat der FFF Bayern die bayerischen Filmtheater mit 867.670 Euro unterstützt.

Ausblick

Im Kino starten in den nächsten Wochen und Monaten Die kleine Hexe, Dinky Sinky, Black Panther, Luna, Die Biene Maja – Die Honigspiele, Arthur & Claire, Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier, Die Temperatur des Willens, Zwei Herren im Anzug, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und Euphoria. Auf der Berlinale laufen The Happy Prince, Eldorado, Die defekte Katze, Feierabendbier und Impreza – Das Fest.

Im Fernsehprogramm für 2018 angekündigt sind Arthurs Gesetz auf TNT Comedy, Acht Tage auf Sky, Urban Divas im BR. Nominiert für den Grimme-Preis sind neben den oben genannten Mini-Serien Die Maßnahme, Eine unerhörte Frau, Katharina Luther und Landgericht.

Die Gamesförderung des FFF Bayern wird mit knapp 2 Mio. Euro an zur Verfügung stehenden Mitteln die höchste Gamesförderung in Deutschland sein.

Nach 22 Jahren wird zum ersten Mal eine Frau an der Spitze des FFF stehen: Morgen, am 1. Februar 2018, übernimmt Carolin Kerschbaumer das Amt der FFF Geschäftsführung von Klaus Schaefer.

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