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Pressemitteilung BoxID: 206948 (Clauss Markisen Projekt GmbH)
  • Clauss Markisen Projekt GmbH
  • Sindelfinger Straße 21
  • 70771 Leinfelden-Echterdingen (Musberg)
  • http://www.clauss-markisen.de
  • Ansprechpartner
  • Marc Jansen
  • +49 (7023) 104-15

Mini-Anlagen für Riesenflügel

Nachträglicher Blendschutz für den Hamburg Airport

(lifePR) (Bissingen, ) Bauen im Bestand stellt Architekten und ihre Partner vor besondere Herausforderungen - vor allem wenn es sich um ein großes Objekt wie das Terminal 2 des Hamburg Airport handelt. Bereits im Laufe der vergangenen Jahre war die 1993 erbaute Halle nach und nach modernisiert worden. Beispielsweise wurde eine neue Gepäckförderanlage eingebaut sowie alle Ticket- und Check-In-Schalter ausgetauscht. Nun sollten die Lichtbänder im Dach mit Blendschutz versehen werden. Ziel war es, angenehme, blendfreie Bedingungen an den Bildschirmarbeitsplätzen zu schaffen.

Das Dach des Terminal 2 ist einer Tragfläche beim Start nachempfunden. In der gewölbten Fläche von 75 auf 101 Meter befinden sich sieben Lichtbänder. Durch sie fällt Tageslicht in die über 25 Meter hohe Abfertigungshalle. 224 Klappen für den Rauch-Wärme-Abzug (RWA) sind in die Glaselemente integriert. Diese Ausgangslage warf für das Projektteam des Flughafens und die Planer zwei wichtige Fragen auf: Wie können wir einen Blendschutz konstruieren, der den Rauch-Wärme-Abzug nicht verhindert? Welcher Hersteller hat so viel Erfahrung mit ähnlichen Projekten in großer Höhe, dass er für uns als Partner in Frage kommt?

Flughafen-Referenz mitentscheidend

Auf Grundlage einer Ausschreibung und der vorliegenden Referenzen entschied sich der Hamburg Airport schließlich für Clauss Markisen - kurz: CM. Das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Stuttgart hat sich auf außen- und innenliegende Sonnenschutzsysteme sowie textilen Rauch- und Brandschutz spezialisiert. Weltweit sind große Objektbauten mit Blendschutzlösungen von CM ausgestattet. Dazu zählen die Verdunkelung der Reichstagskuppel mit trapezförmigen Gegenzuganlagen oder die komplexe, innenliegende Beschattung des vieleckigen Gebäudes, das Architekt Frank O. Gehry für den Basler Novartis Campus erbaute. Mitentscheidend war jedoch die Erfahrung von CM bei Flughafengebäuden. So hat das Unternehmen beispielsweise für das Terminal 2 des Flughafens München 168 Lichtsegelanlagen konstruiert und montiert.

Speziallösung für RWA-Klappen

Nachdem die Frage nach dem geeigneten Partner beantwortet war, konnte gemeinsam auch das andere Thema angegangen werden: Die CM-Konstrukteure entwickelten für die RWA-Klappen kleine, koaxiale Gegenzuganlagen mit einer Bespannung aus Sonnenschutzgewebe. Je zwei Anlagen mit einer Fläche von 143 auf 69,5 Zentimeter wurden mit Hilfe eines Spezialrahmens in die Klappen eingepasst. So kann der Blendschutz mit nach oben geklappt werden, wenn ein schneller Abzug von Rauch und Wärme notwendig ist. Da sich zwei der sieben Lichtbänder am Nordrand der Halle befinden, mussten nur die übrigen fünf mit insgesamt 160 Mini-Anlagen ausgestattet werden.

Bessere Arbeitsbedingungen im Terminal 2

Für die Lichtbänder selbst konstruierte CM ebenfalls 118 koaxiale Gegenzuganlagen. Die Besonderheit koaxialer Systeme ist, dass sie mit einem einzigen Motor auskommen. Dieser ist Welle in Welle gelagert und zieht das Tuch mit Hilfe umgelenkter Seile heraus. Durch die zweifache Welle wird der Durchmesser beim Abrollen nicht kleiner, was eine gleichbleibende Tuchspannung gewährleistet - das Spezialgewebe hängt weniger durch. Die Gegenzuganlagen in den Lichtbändern sind mit durchschnittlich neun Quadratmetern wesentlich größer als der Blendschutz in den Klappen. Alle Anlagen werden über Sonnensensoren gesteuert, die an das bestehende Haustechniksystem des Terminal 2 angeschlossen sind.

Nach Abschluss der Arbeiten im November 2010 profitieren vor allem die Angestellten der Fluggesellschaften von dem neuen Blendschutzsystem. Die Bildschirme an den Ticket- und Check-In-Schaltern sind keiner direkten Sonneneinstrahlung mehr ausgesetzt, so dass sich Passagierdaten und Buchungsformulare besser erkennen lassen. Auch einer weiteren Gruppe kommen die besseren Lichtverhältnisse zugute: den zahlreichen Geschäftsreisenden, die kurz vor Abflug noch über Smartphones und Notebooks ihre E-Mails bearbeiten - in blendfreier Umgebung.