Donnerstag, 21. September 2017


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»Form und Raum - Concetti Spaziali«

Mainz, (lifePR) - Vom 22. Juli bis 26. November 2017 präsentiert die ›CADORO – Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹ die Ausstellung »Form und Raum – Concetti Spaziali« als zweiten Teil der gleichnamigen Ausstellung in ›La Galleria‹, der italienischen Dependance der Galerie Dorothea van der Koelen. Beide Ausstellungen finden im Rahmen der 57. Kunstbiennale in Venedig statt. Gezeigt werden Werke von 8 internationalen Künstlern aus 5 Ländern: Lore Bert, Daniel Buren, Joseph Kosuth, François Morellet, Arne Quinze, Rene Rietmeyer, Vera Röhm und Turi Simeti.

Der Titel der Ausstellung geht auf den Argentinier Lucio Fontana zurück, der seine den Raum erobernden Arbeiten »Concetto spaziale« (›Raumkonzept‹) nannte. Im Jahr 1946 initiierte Fontana das »Manifesto bianco« (›Weißes Manifest‹), das die Gedanken des Futurismus aufnahm, eine Synthese von Malerei, Bildhauerei, Musik und Dichtung vorschlug und eine Abkehr von den herkömmlichen Materialien forderte. Dieses neue Raumkonzept setzte Fontana um, indem er Bilder perforierte und damit statt eines zweidimensionalen Werkes eine (physische) Räumlichkeit in seinen Bildern erreichte. Ab 1949 entstehen seine ersten Buchi (Löcher), ab 1958 seine Tagli (Schnitte), bei denen nicht nur die Leinwände materiell, sondern auch intellektuell die Grundbedingungen der traditionellen Malerei zerstört wurden.

Der weltberühmte französische Streifenkünstler und vielfache Biennale- und Documenta-Teilnehmer Daniel Buren, der 2007 mit dem ›Praemium Imperiale‹ ausgezeichnet wurde und 2016 zur Neueröffnung der ›Fondation Louis Vuitton in Paris‹ das segelartige Dach des Gehry-Baus mit leuchtenden Farbflächen überzog, zeigt in der CADORO ein großformatiges, die ganze Wand einnehmendes Werk, bestehend aus 35 Farbtafeln in Blau und Gelb und den für Buren typischen 8,7 cm breiten weißen Streifen.

Den 90. Geburtstag von François Morellet würdigte die Galerie Dorothea van der Koelen in Mainz im letzten Jahr mit der Ausstellung »For my Birthday« und zeigte neuste Arbeiten des kurz darauf verstorbenen Großmeisters der konkreten Kunst. In seinen Werken bezieht er den immateriellen Raum in seine Konzeption mit ein, wenn er seine oft nach Zufalls­prinzipien konzipierten Strukturbilder und Raumkonstruktionen herstellt. In der aktuellen Ausstellung werden mit Concertant und 4 Trames hybrides, beide von 2016, zwei Arbeiten aus seinem letzten Lebensjahr präsentiert.

Der italienische Beitrag in der Ausstellung stammt von Turi Simeti, Mitglied der ›Gruppo n‹ – der italienischen Fraktion der Zero-Leute, die sich damals in Mailand um Lucio Fontana rankten und zu der auch Piero Manzoni, Gianni Colombo und Enrico Castellani etc. gehörten. Er gilt als direkter Repräsentant jener Bildwerke, die unter dem Begriff ›Concetti Spaziali‹ in die Kunstgeschichte eingegangen sind. Seine Teilnahme an der Ausstellung mit jüngsten Werken ist für uns eine besondere Ehre.

Neben ›Papier‹ ist ›Raum‹ der wichtigste Begriff um das Werk der international renommierten Künstlerin Lore Bert zu charakterisieren. Eigentlich sind alle Arbeiten von ihr irgendwie
3-dimensional. Dies gilt für ihre außergewöhnlichen Bildobjekte, ebenso wie für ihre Environments und sogar für ihre Collagen. Mit ihrem Papier-Environment, in dessen Zentrum ein den Raum wiederspiegelnder Dodekaeder steht, greift sie ihre Präsentation von der 55. Kunstbiennale in Venedig auf, die mit fast 110.000 Besuchern einen überwältigenden Erfolg feiern konnte.

Bekannt geworden ist der junge Belgier Arne Quinze durch seine monumentalen Installationen mit Holz im öffentlichen Raum, die ein städtebauliches Bild der ganz eigenen Art entwerfen. Nachdem die Galerie seine Wandobjekte aus zahllosen, in signifikantem Rot bemalten Hölzchen zeigte, präsentiert sie nun eines seiner spektakulären, großformatigen und kunterbunten Objekte aus Stahl und Bronze, welches Besucher staunen lässt. Unter dem Titel Natural Chaos thematisiert der Künstler ein ›natürliches‹ Chaos in einer Ordnung der besonderen Art.

Bei den Ergänzungen von Vera Röhm handelt es sich um Skulpturen, bei denen Natur und Kunst eine symbiotische Beziehung eingehen – sie leben von der Wahrnehmung und dem Licht, welches sie umgibt, dem Betrachter, der sie umrundet, um immer neue Ansichten zu entdecken. Ein faszinierendes Wechselspiel zwischen Form und Raum, zwischen Realität und Fantasie entsteht. Die CADORO – das Zentrum für Kunst und Wissenschaft in Mainz, zeigte vom 1. April bis 30. Juni 2017 eine Einzelausstellung von Vera Röhm zum Thema Ergänzungen und präsentierte das im Chorus-Verlag parallel dazu erschienene 456-seitige Werkverzeichnis »Opus Ergänzungen«. Eine besonders eindrucksvolle Skulptur aus dieser Werkgruppe empfängt die Besucher bereits im Glashausfoyer.

Mit seinen 3-dimensionalen Wandobjekten, genannt Boxes, visualisiert der Niederländer Rene Rietmeyer die Beziehung zu seinem Umfeld. Diese können einzeln installiert werden, sind jedoch häufig in großer Anzahl angeordnet und zeigen in ihrer Beschaffenheit durch Material, Farbe, Textur, Form etc. die Erfahrungen des Künstlers. Durch ganz konkrete Angaben über Zeit und Ort des Erlebten werden die Objekte zu abstrakten Zeugen bestimmter Ereignisse. Die weißen Kuben dieser Ausstellung hat Rietmeyer dem US-amerikanischen Künstler Joseph Kosuth gewidmet.

Der US-amerikanische Künstler Joseph Kosuth gilt als Pionier und einer der wichtigsten Vertreter der Konzeptkunst. In den 50ern wendet er sich von der traditionellen Malerei ab und stellt fortan die Idee/ das Konzept in den Mittelpunkt. Mit seinem Werk »One and three chairs« setzte er mit einem Stuhl, einer Photographie des Stuhls in Originalgröße und der Lexikondefinition des Begriffs ›Stuhl‹ einen Meilenstein in der Kunstgeschichte. Ende der 60er Jahre schloss er sich der ›Art and Language Group‹ an und beschäftigt sich seither mit Sprachtheorien, zum Beispiel Wittgensteins und mit dem Verhältnis von Begriff und Wirklichkeit sowie dem Problem von Kunst und Kunstkritik. In seiner 6-teiligen Neonarbeit von 2004 präsentiert er die Begriffe: Geschichte - Ort - Teile - Ganzheit - Kontext - Bedeutung.

Die Vernissage der Ausstellung findet am Samstag den 22. Juni 2017 ab 16:00 Uhr in der ›CADORO – Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹ statt.

Die bedeutende Galerie Dorothea van der Koelen in Mainz wurde im Jahr 1979 von der damals erst 19 jährigen Dorothea van der Koelen ins Leben gerufen. Heute führt sie zwei Galerien, darunter ›La Galleria‹, die 2001 gegründet wurde und als die kleine venezianische Schwester gilt, einen Verlag für Kunstwissenschaft (Chorus-Verlag), die ›Dr. van der Koelen Consulting‹ und die ›van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft‹. 2014 eröffnete sie in Mainz die ›CADORO – das Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹. Die Galeristin studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Buchwesen und Romanistik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und wurde 1993 mit dem Dr. phil. promoviert. 2015 erhielt sie die Max-Slevogt Medaille in Anerkennung langjähriger und besonderer Verdienste um die bildende Kunst in Rheinland-Pfalz. Aktuell wurde sie von Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer für die Dauer der 17. Legislaturperiode in das Kuratorium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur berufen.

In Kürze in Mainz:

CADORO –

Zentrum für Kunst und Wissenschaft,

August-Horch-Straße 14, 55129 Mainz

12.8. – 16.9.2017                                          

»Sebastian Dannenberg – in situ«

23.9. 2017 – 06.1.2018                                            

»Wulf Kirschner«

Zurzeit in Venedig:

LA GALLERIA Venezia,

San Marco 2566, Calle Calegheri,

30124 Venezia

Zeitgleich zur »Kunst-Biennale«

ab 9. 5. – 26.11.2017

»Form and Space – Concetti spaziali«

mit Werken von: Lore Bert, Daniel Buren, Sebastian Dannenberg, Mohammed Kazem, Wulf Kirschner, François Morellet, Jan van Munster, Arne Quinze, Vera Röhm, Turi Simeti

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