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Pressemitteilung BoxID: 415805 (bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.)
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forsa-Umfrage: Verbraucher haben klare Vorstellung von Kleidersammlung

Altkleider sollen weitergetragen werden und sind kein Abfall

(lifePR) (Bonn, ) Wer Kleidung in eine Altkleidersammlung gibt, entsorgt keinen Abfall, wie eine repräsentative Verbraucherbefragung zeigt, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des bvse durchgeführt hat. 94 Prozent der Nutzer von Kleidersammlungen geben nur tragbare Stücke ab, Zerschlissenes wird vorher aussortiert. Damit bereiten die Bürger bereits zu Hause die Kleidung zur Wiederverwendung vor und vermeiden so die Entstehung von Abfällen.

Darüber hinaus verfolgen die Bürger mit der Abgabe einen ganz bestimmten Zweck: 85 Prozent der Befragten wollen, dass ihre Sachen weitergetragen werden. Weitere Beweggründe sind die Unterstützung von Menschen und Organisationen (88 Prozent) sowie der Schutz der Umwelt (54 Prozent).

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bürger eine ganz klare Vorstellung über die weitere Verwendung ihrer Altkleider haben. "Auch wenn die Sachen aussortiert werden, weil sie nicht mehr passen oder gefallen, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie zu Abfall werden. An die Stelle der ursprünglichen Zweckbestimmung, nämlich das eigene Tragen, tritt unmittelbar mindestens ein neuer Verwendungszweck: Jemand anderes soll das Kleidungsstück tragen", erläuterte bvse-Vizepräsident Michael Sigloch die Ergebnisse.

Für 99 % der Bevölkerung sind Altkleider keine Abfälle

Die Auffassung, dass Altkleider keine Abfälle sind, sondern von den Bürgern zur Wiederverwendung abgegeben werden, stützt ein weiteres Ergebnis der Befragung: 99 Prozent der Bürger würden eine Kleidersammlung nicht mit der Entsorgung von Abfällen vergleichen, sondern viel eher mit dem Gang zur Kleiderkammer (76 Prozent). "Vor diesem Hintergrund ist es völlig abwegig, dass Bekleidung oder Schuhe, die in einer solchen Einrichtung abgegeben werden, nicht als Abfall gelten, die gleichen Kleider aus anderen Sammlungen aber in den Abfallbegriff des KrWG gezwängt werden, obwohl sie dem gleichen Zweck dienen", kritisiert Sigloch.

Für Rechtssicherheit sorgen - Verkehrsanschauung berücksichtigen

Nach Auffassung des bvse muss davon ausgegangen werden, dass sich die Bürgerinnen und Bürger ihrer Altkleider eben nicht entledigen wollen. Dies wäre nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) jedoch eine Voraussetzung für den Abfallstatus. Die repräsentative Befragung zeigt vielmehr, dass der Bürger mit der Abgabe der Altkleider eindeutig und unmittelbar einen neuen Zweck verbindet und diesem Zweck kommen die Sammelbetriebe auch nach. "Wir sorgen dafür, dass die Wiederverwendung der Altkleider im höchsten Maße gewährleistet wird. Um der im KrWG geforderten Berücksichtigung der Verkehrsanschauung Rechnung zu tragen, bedarf es daher einer Korrektur der bisherigen dominierenden Rechtsauffassung", fordert Sigloch.

Der Fachverband Textilrecycling im bvse fordert die Entscheidungsträger, beispielsweise bei den Ministerien, Behörden und Gerichten, auf, in punkto Abfallbegriff für Rechtssicherheit zu sorgen und Altkleider, die zur Wiederverwendung bestimmt sind, nicht generell als Abfälle einzustufen.

Funktionierendes System darf nicht an einzelnen Störern scheitern

Der bvse-Fachverband ist überzeugt, dass das Abfallregime nicht anzuwenden ist, wenn auf den Sammelbehältern ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass nur tragbare Kleidung und Schuhe zur Wiederverwendung eingeworfen werden dürfen. "Vandalismus oder Fehlwürfe lassen sich leider nicht vollständig abschalten", räumt Sigloch ein. "Durch gezielte Information direkt auf den Containern können Fehler aber reduziert werden. Grundsätzlich muss gelten: Einzelne Fehlwürfe durch Systemstörer ändern an der Absicht der Mehrheit nichts.

Zum Thema "Umgang mit Altkleidern" hat forsa im Auftrag des bvse Mitte März 2013 1.001 Personen in Deutschland befragt.