Sonntag, 27. Mai 2018


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Elektro(nik)-Altgeräte: Ökologische Rückschritte beheben und Erfassung ausbauen

Bonn, (lifePR) - Im Fokus des 11. Elektro(nik)-Altgerätetages des bvse, der am 25. Oktober in Stuttgart stattgefunden hat, stand die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Elektro(nik)-Altgeräte. Der Vorsitzende des bvse-Fachverbands Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, Klaus Müller, machte vor rund 130 Teilnehmern deutlich: "Es wird noch zu wenig Elektronikschrott gesammelt. Durch Schwächen im System leisten wir uns den Luxus, dass wertvolle Sekundärrohstoffe verloren gehen."

Die Novelle des ElektroG müsse daher genutzt werden, um Lücken im System zu schließen und qualitative Sammelnetze auszubauen. Schließlich führten illegale Exporte wert- und schadstoffhaltiger Altgeräte nicht nur zum Verlust hiesiger Ressourcen sondern in vielen Empfängerstaaten auch zu Risiken für Mensch und Umwelt. Landeten Elektronikkleingeräte im Restabfall, seien sie ebenfalls für den Verwertungsprozess verloren.

Geteilte Produktverantwortung und Optierung beibehalten

Im Hinblick auf die Umsetzung der WEEE in deutsches Recht bekannte sich Müller klar zur Beibehaltung der geteilten Produktverantwortung. Das heutige regional ausgerichtete Sammelnetz habe sich bewährt. Bei einer Finanzierung der Sammlung durch die Hersteller befürchtet Müller eine Zerstörung der regional gewachsenen Strukturen, ohne Verbesserungen für die Sammlung. Detailanpassungen seien jedoch nötig, so müsse es auch privatwirtschaftlichen Initiativen möglich sein, z.B. Kleingeräte zu sammeln.

Auch die Optierung durch die Kommunen habe sich in der Praxis als funktional erwiesen. Im Beauftragungsverhältnis müsse es jedoch darum gehen, dass Elektro(nik)-Altgeräte nur durch qualifizierte und zertifizierte Betriebe bearbeitet werden. "Nur so ist gewährleistet, dass die Verwertung mit der notwendigen Fachkenntnis erfolgt und das Monitoring eingehalten wird", sagte Müller. Abhilfe könnte ein öffentliches Kataster der zertifizierten Erstbehandlungsanlagen schaffen.

Bildschirmgeräte, PV-Module und Nachtspeicherheizungen getrennt erfassen

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass einige der bisherigen Regelungen kein Fortschritt, sondern eher einen ökologischen Rückschritt darstellen: So würden Bildschirmgeräte in Sammelgruppe 3 gemeinsam mit anderen Geräten gesammelt und zu oft zerstört. Das erschwert das Recycling und kann Umweltschäden zur Folge haben. Müller forderte deshalb, Bildschirmgeräte aus Sammelgruppe 3 zu lösen und künftig separat zu erfassen. Eine getrennte Sammlung komplex miteinander verbundener Materialgruppen, wie dies beispielsweise bei PV-Modulen der Fall ist, ist eine entscheidende Voraussetzung für eine bestmögliche Wertstoffgewinnung und sichere Schadstoffentfrachtung. Deshalb müssten auch PV- Module zukünftig getrennt erfasst werden. Gleiches gelte aufgrund des hohen Schadstoffpotenzials auch für Nachtspeicherheizgeräte.

Umweltaspekt stärken und haushaltsnahe Erfassung ausbauen

Müller kritisierte, dass das derzeitige System der Erfassung zu wenig bürgerfreundlich sei. Der Weg zum nächsten Wertstoffhof sei zu oft zu weit und so würden alte Geräte oftmals in Kellern und Schubladen zwischengelagert. "Wir müssen viel mehr tun um den Bürger zur Abgabe seiner Altgeräte, unter Einhaltung der richtigen Wege, zu bewegen. Im Grundsatz gilt: Das System muss näher zum Bürger, denn der Bürger scheut den Weg zum weiten System." Müller schlägt deshalb vor, den Handel als Annahmestelle einzubinden, eine Erweiterung der Erfassung z.B. durch Aufstellen von Containern voranzubringen und mehr Informationspolitik durch die Produktverantwortlichen zu betreiben.

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