Freitag, 24. November 2017


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BVMed zur MEDICA: Medizintechnik-Branche bleibt mit Umsatzplus von 5,3 Prozent 2011 auf Wachstumskurs

Düsseldorf/Berlin, (lifePR) - Die Unternehmen der Medizintechnologie verzeichnen 2011 ein Umsatzwachstum von 5,3 Prozent. Sie bleiben innovations- und wachstumsstark und schaffen weiter neue Arbeitsplätze. Das ist das Fazit der Herbstumfrage 2011 des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) im Vorfeld der weltgrößten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf (16. bis 19. November 2011), an der sich 117 Mitgliedsunternehmen beteiligten.

"Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche ist weiter relativ stabil. Knapp 80 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem besseren Umsatzergebnis als 2010. Das ist überwiegend geprägt durch Exportzuwächse, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Die Kostenseite der Medizinproduktehersteller entwickelt sich dagegen weniger erfreulich  vor allem verursacht durch weiter gestiegene Rohstoffpreise und stark steigendeTransportkosten. Außerdem geraten die Unternehmen zunehmend durch Außenstände unter Druck. "Die Gewinnsituation hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert", so Schmitt. Der Ausblick der Unternehmen auf das Jahr 2012 fällt dennoch vorsichtig optimistisch aus. 46 Prozent erwarten ein besseres Gewinnergebnis als in diesem Jahr. 15 Prozent erwarten zurückgehende Gewinne.

Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen lag in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2010 bei 20 Milliarden Euro.

Neue Arbeitsplätze und viele offene Stellen

Bei Betrachtung der Arbeitsmarktentwicklung bleibt die Medizintechnik-Branche ein Jobmotor. 50 Prozent der befragten Unternehmen haben gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen. Bei 35 Prozent blieb die Beschäftigtenzahl stabil. Nur elf Prozent haben gegenüber dem Vorjahr Personal abgebaut. Hochgerechnet auf die BVMed-Mitgliedsunternehmen haben die Verbandsmitglieder insgesamt rund 3.000 neue Arbeitsplätze gegenüber dem Vorjahr geschaffen.

Schmitt: "Damit leistet die MedTech-Branche nicht nur einen hervorragenden Beitrag zur Gesundheitswirtschaft, sondern ist auch ein Hoffnungsträger für den deutschen Arbeitsmarkt."

Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland über 175.000 Menschen. Im Durchschnitt investieren die forschenden MedTech-Unternehmen rund neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.

Standort Deutschland wird positiv bewertet

Der Standort Deutschland wird von den MedTech-Unternehmen nach wie vor überwiegend positiv beurteilt. 60 Prozent sehen ein hohes Versorgungsniveau der Patienten. Als große Stärken werden weiterhin genannt: eine gute Infrastruktur (58 Prozent), die schnelle Marktzulassung (47 Prozent), gut ausgebildete Ärzte (44 Prozent) sowie ein hoher Standard der klinischen Forschung (42 Prozent). Schwächen sehen die Unternehmen dagegen im Erstattungsbereich. 59 Prozent beklagen den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften, 52 Prozent ein insgesamt zu niedriges Erstattungsniveau in Deutschland. Knapp 50 Prozent der Unternehmen kritisieren eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen. Ein immer wichtigerer Aspekt wird der zunehmende Fachkräftemangel.

Bei den gesundheitspolitischen Forderungen steht das Thema "Entbürokratisierung und Beschleunigung der Entscheidungswege" nach wie vor im Vordergrund (52 Prozent). Das geht vor allem in Richtung Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Ein Viertel der Unternehmen spricht sich für eine Reform der Selbstverwaltungsorgane aus. Weitere Forderungen der Unternehmen betreffen die Wahlfreiheit der Versicherten bei ihrem Hilfsmittel-Leistungserbringer (34 Prozent), die Einführung von Mehrkostenregelungen (32 Prozent) oder die Möglichkeit von Kostenerstattung im Einzelfall (31 Prozent).

Gemeinsamer Strategieprozess

Positiv bewertet der BVMed, dass die Bundesregierung einen ressortübergreifenden Strategieprozess Medizintechnik unter Einbeziehung von Wirtschafts-, Forschungs- und Gesundheitsministerium gestartet hat. Ziel ist es, einen Dialogprozess unter Mitwirkung aller Akteure zu organisieren, um Innovationsprozesse zu beschleunigen. "Diese übergreifende und koordinierte Zusammenarbeit der Ministerien muss weiter vorangetrieben werden. Denn das bietet die Chance, zu einer stärkeren gesamtwirtschaftlichen Betrachtung der Leistungen der Medizintechnologiebranche zu kommen", so Schmitt. Denn: "Innovative Medizintechnologien können neben den Vorteilen für die Patienten auch für Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem sorgen."

Aktueller MedTech-Branchenbericht November 2011 unter:
http://www.bvmed.de/stepone/data/downloads/69/e0/00/branchenbericht11_11.pdf

Informationen zur BVMed-Herbstumfrage unter:
http://www.bvmed.de/stepone/data/downloads/8b/e0/00/4_schmitt.pdf

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