Dienstag, 26. September 2017


Früherkennung entdeckt lebensbedrohliche Herzfehler bei Neugeborenen

"Vier Jahre Elternengagement endlich erfolgreich!"

Aachen, (lifePR) - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute auf Antrag der Patientenvertretung die Einführung eines Pulsoxymetriescreenings beschlossen.

Eine kleine Untersuchung, die ein großer Fortschritt ist: Mit einem Clip oder einem Klebesensor wird künftig einfach, sicher und schmerzfrei die Haut am Zeigefinger des Neugeborenen innerhalb weniger Sekunden wie von einer Taschenlampe durchleuchtet. Das kleine Gerät erkennt so, wieviel Sauerstoff das Blut des Neugeborenen enthält. Ist dieser Wert zu niedrig, kann das ein Hinweis auf einen Herzfehler sein, der unbehandelt zum Tode führen würde. Durch die frühe Diagnose ihres kritischen Herzfehlers bekommen herzkranke Kinder und ihre Eltern so die Chance, rechtzeitig und geplant in eine spezialisierte Klinik zu kommen und dort unter bestmöglichen Voraussetzungen behandelt zu werden.

Deshalb hat die Patientenvertretung des G-BA das Screening beantragt. Dazu Hermine Nock, BVHK-Geschäftsführerin und Patientenvertreterin im G-BA:

„Herzfehler werden oft vor und auch nach der Geburt lange übersehen. Unbehandelt können sie dazu führen, dass sich der Gesundheitszustand des Neugeborenen, insbesondere seine Herz-Kreislauf-Verhältnisse, dramatisch verschlechtert. Damit sinkt auch die Chance, mit der Herz-OP ein optimales Ergebnis zu erreichen und es drohen irreparable Langzeitschäden. Mit der Pulsoxymetrie wird nun ein Verfahren zur Routine, das jedes Jahr viele Kinderleben retten kann. Das ist ein riesiger Fortschritt für alle Kinder mit angeborenen Herzfehlern und ihre Familien.“
Nicht jeder auffällige Pulsoxymetriebefund bedeutet jedoch einen kritischen Herzfehler. Aber es sind weitere abklärende Untersuchungen nötig. Zur informierten Entscheidungsfindung erhalten werdende Eltern vorab eine verständliche, schriftliche Information.

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