Chancen des Weltmarkts nutzen, Risiken mit geeigneten Marktkriseninstrumenten begegnen

(lifePR) ( Freising, )
In seiner heutigen Pressekonferenz gab der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. einen Überblick über die aktuelle Situation der Milcherzeuger und die Handlungsnotwendigkeiten für das Jahr 2014.

Das Jahr 2013 war für die Milchviehhalter angesichts steigender

Erzeugerpreise deutlich erfreulicher als noch das Jahr 2012. Ursache der positiven Preisentwicklung in Deutschland und der EU in 2013 war zum großen Teil der Anstieg der internationalen Nachfrage und damit der steigenden Notierungen für Milchprodukte im internationalen Handel. "Allerdings darf man nicht die Augen davor verschließen, dass trotz des Preisanstiegs die Produktionskosten der Milch in Höhe von 50 Cent/kg Milch noch immer nicht gedeckt werden konnten", bilanzierte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. "Außerdem zeigt der deutliche und zeitverzögerte Abstand, mit dem die Erzeugerpreise der positiven Marktentwicklung auf dem Weltmarkt folgen, dass die Marktstellung der Milcherzeuger gerade angesichts der zunehmenden Konzentration auf Verarbeitungs- und Handelsseite sehr schwach ist. Hier gibt es nach wie vor Handlungsbedarf", begegnete Schaber den allzu euphorischen Erwartungen, die mit der positiven Exportentwicklung verbunden werden.

"Zu einem vorausschauenden und unternehmerischen Handeln gehört es auch, einen differenzierten Blick auf den Weltmarkt zu werfen und rechtzeitig geeignete Mittel und Wege zu entwickeln, mit denen auch den Risiken des globalen Milchmarkts wirksam begegnet werden kann. Angesichts volatiler werdender Märkte und einer rasant fortschreitenden Konzentration in der Molkereiwirtschaft, müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das Angebot an eine veränderte Nachfrage wirkungsvoll angepasst werden kann", machte BDM-Sprecher Hans Foldenauer klar.

Wichtig sind dafür nicht nur ein unabhängiges Marktmonitoring, sondern auch schnelle, verbindliche Marktanpassungsschritte und ein flexibles Produktionsverhalten.

Der BDM befürwortet den Export hochveredelter Milchprodukte, der mit einer verantwortungsvollen Preisgestaltung Dumping in den Importländern vermeidet und bei den Milchviehhaltern hierzulande die Abdeckung sämtlicher Kosten und eine Gewinnerzielung zulässt. Nur so können die Milchbetriebe wirtschaftlich nachhaltig weiterentwickelt werden.

Kritisch wird hingegen der Export von sogenannten Standardprodukten gesehen - vor allem dann, wenn damit keine entsprechende Wertschöpfung erzielt wird, die die Milcherzeugungskosten vollständig deckt.

"Es muss uns alarmieren, wenn die Auswertung der Buchführungsergebnisse des Milchwirtschaftsjahres 2012/13 von 1.045 spezialisierten norddeutschen Milchviehbetrieben ergibt, dass nur bei einem Viertel der Betriebe die Tilgung größer als die Neuverschuldung ist. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Exporterfolge der Molkereien umgehend und vollständig auf dem Konto der Milcherzeuger niederschlagen und außerdem, wie wichtig die Entwicklung geeigneter Instrumente für kommende Marktkrisen ist", betonte Schaber.

Für einen verantwortungsvollen Export von Milch und Milchprodukten bedarf es nach Ansicht des BDM klarer politischer Rahmenbedingungen:

- Zusätzliche Marktkriseninstrumente sind notwendig, die in der Lage sind, zeitlich befristet das Angebot von Milch zu reduzieren (z. B. befristeter Produktionsverzicht). Allein mit staatlicher Intervention und Privater Lagerhaltung führt die nächste Milchmarktkrise zum wirtschaftlichen Kollaps vieler Milchviehbetriebe.

- Damit auch die Milchviehhalter von hohen Exportpreisen profitieren können, muss ihre Marktstellung verbessert werden. Das in der Sektoruntersuchung Milch vom Bundeskartellamt festgestellte Marktungleichgewicht zu Lasten der Milchviehhalter bedarf eingehender politischer Betrachtung und Lösung.

- Exporterstattungen und Ausfuhrbeihilfen müssen kategorisch abgeschafft werden. Damit wurden regionale Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern zerstört.

Der BDM spricht sich außerdem für die Stärkung der regionalen Vermarktung von deutscher Milch und Milchprodukten aus sowie für eine klare Herkunftsbezeichnung, um der Verbrauchertäuschung ein Ende zu setzen.
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