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Pressemitteilung BoxID: 677454 (Bundesverband deutscher Banken e.V.)
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Jahrestagung von IWF und Weltbank: Bankenverband fordert Kurswechsel der EZB

(lifePR) (Berlin, )
Konjunkturdaten sprechen für Ende der lockeren Geldpolitik
Banken zahlen sechs Mrd. Euro an Negativzinsen


Aus Anlass der Jahrestagung von IWF und Weltbank hat sich der Bankenverband klar für einen Kurswechsel der EZB ausgesprochen. „Die europäische Wirtschaft legt weiter stark zu. Für 2018 erwarten wir ein reales Wirtschaftswachstum von zwei Prozent“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, in Washington (USA). Neben der anhaltend robusten Konjunktur in Deutschland habe sich dabei auch die Perspektive für die französische Wirtschaft erkennbar aufgehellt. Für die Europäische Zentralbank bestehe schon seit Längerem kein Grund mehr, ihren krisenpolitischen Kurs beizubehalten.

„Wenn sich Wirtschaft und Preise annähernd so entwickeln, wie derzeit prognostiziert, dann sollten die Nettokäufe der EZB im Laufe des kommenden Jahres auf null gefahren werden“, so Kemmer. Außerdem wäre es notwendig, dass die EZB einen groben Rahmen für ihre weiteren Schritte aufzeigt. Ein möglichst zügiges Ende der Negativzinspolitik im Euro-Raum wäre ebenfalls wünschenswert. Der negative Einlagezins der EZB wirke derzeit auf die Banken wie eine Strafsteuer. Jährlich würden die Banken rund sechs Mrd. Euro an die EZB zahlen. Geld, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könne, zum Beispiel für Investitionen oder um die Bilanzen der Banken zu stärken.

Die Politik der EZB sei hilfreich gewesen, um die Krise zu überwinden, sagte Kemmer. Nun dürfe sie aber der Entwicklung nicht länger hinterher hinken. „Die EZB muss endlich handeln und einen Kurswechsel in Aussicht stellen.“