Bundesverband der Werbemittel-Berater und -Großhändler (bwg) protestiert gegen Verbot von Werbeartikeln für verschreibungspflichtige Medikamente durch die European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA)

(lifePR) ( Neuss, )
Die in der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) organisierten Pharmahersteller haben einen für die Werbeartikel-Branche folgenschweren Beschluss gefasst: Als Maßnahme der Selbstbeschränkung sollen Werbeartikel für verschreibungspflichtige Medikamente in Zukunft verboten werden - und zwar in immerhin 33 Ländern. Um den Verdacht der Vorteilsnahme oder Bestechung von vornherein abzuwehren, sollen künftig sogar Streuartikel von geringem finanziellem Wert untersagt sein. Dieses rigide Vorgehen stößt, wie nicht anders zu erwarten, bei den Werbemittel-Händlern auf wenig Gegenliebe. Der Bundesverband der Werbemittel-Berater und -Großhändler (bwg) verweist auf eine aktuelle Untersuchung:

Wissenschaftlichen Studien zufolge gehört der Werbeartikel - Kugelschreiber, Parkscheiben, T-Shirts und viele andere - zu den effektivsten Marketingtools. 94% aller Befragten sagten aus, dass sie Werbeartikel besitzen und 86% nutzen sie auch - in der Regel einmal täglich. 75% dieser Werbeartikel sind über ein halbes Jahr im Besitz der Kunden, viele auch bis zu zwei Jahren. Werbeartikel erreichen täglich 88% der Bevölkerung, das ist mehr als TV (79%), Radio (75%) Print (68%) oder Plakate (59%). Verglichen mit einer Printanzeige, einem TV- oder Radiospot kann man also von einer äußerst nachhaltigen Wirkung sprechen. Hinzu kommt, dass Werbemittel in der Regel nützlich sind und sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Sie erfordern also keine besondere Aufmerksamkeit und sind dennoch präsent.

Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Werbemittel-Berater und -Großhändler (bwg) kommentiert den Entschluss der EFPIA folgendermaßen: Die Pharmaunternehmen berauben sich einer der effektivsten Werbemöglichkeiten und schaden damit nicht nur sich selbst, sondern einer ganzen Branche. Außerdem müssen die Pharmaunternehmen nun auf kostenintensivere Werbeformen zurückgreifen, was sich möglicherweise auch auf die Medikamentenpreise auswirken könnte.

Auf die Frage, ob diese Entscheidung dem Thema Compliance in der Pharmabranche gerecht wird, wendet Joachim Schulz ein: Grundsätzlich ist es angebracht, in diesem Zusammenhang über Compliance zu sprechen. Es ist jedoch notwendig zu differenzieren: Geschenke und Zuwendungen für Ärzte zielen darauf ab, dass diese bestimmte Medikamente verschreiben. Werbeartikel von geringem finanziellem Wert hingegen stellen ausschließlich eine hocheffektive Form der Werbung dar. Werbung ist etwas anderes als Bestechung.

Werden Ärzte und Patienten von dieser Entscheidung profitieren? Auf diese Frage antwortet der bwg-Vorsitzende: Weder Ärzte noch Patienten werden von dieser Entscheidung profitieren. Da es sich nur um Werbeartikel für verschreibungspflichtige Medikamente handelt, sind Patienten allenfalls indirekt betroffen: nämlich dann, wenn sich andere Arten der Werbung auf die Medikamentenpreise niederschlagen. Werbeartikel sorgen dafür, dass ein Produkt bekannter wird, aber Ärzte lassen sich durch geringwertige Werbeartikel nicht in Ihrer Entscheidungskompetenz beeinflussen.
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