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Pressemitteilung BoxID: 206812 (Bundesanstalt für Straßenwesen)
  • Bundesanstalt für Straßenwesen
  • Brüderstraße 53
  • 51427 Bergisch Gladbach
  • https://www.bast.de/

Untersuchungen zur Verwendung von Anti-Graffiti-Systemen auf Mauerwerk

(lifePR) (Bergisch Gladbach, ) Um Baustoffoberflächen besser vor Graffiti zu schützen, wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Anti-Graffiti-Systeme entwickelt. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde untersucht, wie effektiv Anti-Graffiti-Systeme Mauerwerksoberflächen aus Naturstein, Ziegel-, und Klinkeroberflächen schützen. Es konnte gezeigt werden, dass eine Prüfvorschrift für den Schutz von Betonoberflächen durch Anti-Graffiti-Systeme auch auf Natursteine, Ziegel- und Klinkeroberflächen angewendet werden kann. Diese Baumaterialien sind im Bundesfernstraßenbereich weit verbreitet.

Problem

Die Entfernung von Graffiti stellt insbesondere auf porösen Oberflächen ein Problem dar. Aus diesem Grund wurden in letzter Zeit so genannte Anti-Graffiti- Systeme (AGS) entwickelt, die der besseren Prophylaxe gegenüber Wandgraffiti dienen. Für die Beurteilung der Funktionalität und Verwendbarkeit dieser Systeme wurden von der Bundesanstalt für Straßenwesen in Zusammenarbeit mit mehreren Prüfinstituten eine Technische Prüfvorschrift und Technische Lieferbedingungen (TP/TL-AGS) erarbeitet. Sie gelten jedoch nur für die Beurteilung von AGS auf Betonuntergründen. Noch zu untersuchen war, ob die Prüfvorschrift auch auf Prophylaxesysteme für Mauerwerksoberflächen, bestehend aus Naturstein, Ziegel- oder Klinkeroberflächen, wie sie an Bauwerken im Bundesfernstraßenbereich vorhanden sind, angewendet werden kann.

Untersuchungsmethode

Die Untersuchung fand an neun unterschiedlichen Natursteinen statt. Zusätzlich wurden Probekörper aus Klinkermauerwerk hergestellt. Dazu wurden Klinkerfliesen auf Beton aufgeklebt und mit Zementmörtel ausgefugt. Als Anti-Graffiti- System kamen ein AGS 1-2 (nicht schichtbildendes, permanentes System) und ein AGS 2 (temporäres System) zum Einsatz. Neben den eigentlichen Untersuchungen an den Verbundkörpern wurden die Substrate auf ihre stoffliche Zusammensetzung untersucht und ihre physikalischen Eigenschaften charakterisiert. Ziel war es, herauszufinden, welche kritischen Parameter für die Funktionalität eines AGS verantwortlich sind. Die Dauerhaftigkeit der Graffitiprophylaxe auf den unterschiedlichen Substraten wurde im Rahmen der Untersuchungen aus Zeitgründen nicht berücksichtigt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass die Funktionalität beider Anti- Graffiti-Systeme stark von der Art des Substrate abhängt. Stark poröse Untergründe lassen sich in jedem Fall schwerer reinigen als dichte Substrate mit kleinen oder mittleren Poren. Weiterhin spielt die Oberflächenrauheit der Substrate eine wichtige Rolle. Dabei hat die Art des verwendeten Prophylaxesystems einen starken Einfluss auf die Reinigungswirkung. Das gilt insbesondere bei Anwendung eines permanenten Systems. Es zeigte sich, dass die Funktionalitätsprüfung von AGS 1-2 und AGS 2 auf den Substraten gut durch die Prüfung auf dem Betongrundkörper abgebildet werden könnten. Die Testergebnisse am Betongrundkörper sind im Wesentlichen mit den Ergebnissen an Natursteinsubstraten zu vergleichen, die aber bei Reinigungen schwieriger einzustufen sind. Das gilt auch für die Farbänderungen, die durch die Anti-Graffiti-Systeme auftraten. Die in der Technischen Prüfvorschrift und den Technische Lieferbedingungen (TP/TL-AGS) angegebenen Grenzwerte wurden nur in wenigen Fällen leicht überschritten. Anders verhielten sich die Glanzdaten infolge der Beschichtung mit dem AGS 2. Es trat bei einigen Substraten eine erhebliche Erhöhung der Glanzwerte auf, die beim mit AGS 2 beschichteten Beton nicht beobachtet wurden.

Folgerungen

Eine Prüfung der Funktionalität von Anti-Graffiti-Systemen auf einem Betongrundkörper nach TP-AGS kann als repräsentativ für problematisch zu reinigende Natursteine angesehen werden. Bei den Glanzdaten muss ein anderer Ansatz erfolgen, da die leichter zu reinigenden, dichten Substrate in der Regel auch eine zum Teil sehr starke Erhöhung des Glanzgrades beim Auftrag einer Prophylaxeschicht zur Folge haben.

Abstract

Use of anti-graffiti system on walls

Graffiti is a problem in our built-up environment that cannot be ignored. Graffiti can be found on all materials and is particularly difficult to remove from porous surfaces. Anti-graffiti systems (AGS) have therefore been developed in recent years to protect building material surfaces and to make removal of graffiti easier. The BASt has cooperated with several test institutes to develop technical test instructions and technical delivery conditions (TP/TL-AGS) that can be used to evaluate the functionality and usability of these anti-graffiti systems. The TP/TL AGS only apply to the evaluation of AGS on concrete backgrounds. The current study was undertaken to investigate whether the existing TP/TL AGS can also be applied to AGS on masonry surfaces made of natural stones, bricks or clinker surfaces on buildings near federal highways. The functionality and efficiency of the AGS were to be investigated as a function of the properties of the different substrates. It was to be determined which critical parameters are responsible for the functionality of an AGS. The results of the investigations show that the functionality strongly depends on the type of substrate used. Strongly porous backgrounds with large average pores are more difficult to clean than dense substrates with small average pores, even after an AGS has been applied. The surface roughness of the substrates also plays an important role, but its effect on the ease of cleaning strongly depends on the type of AGS used. Surface roughness had a strong effect when the permanent system was used, but this was not the case with the temporary system. The results for functionality on the concrete substrate were comparable to those on natural stone substrates, which were found to be harder to clean.