Donnerstag, 23. November 2017


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Chemnitz weiter ohne Fernbahnanschluss?

BUND Sachsen fordert Vorrang für den Öffentlichen Verkehr

Magdeburg, (lifePR) - Gestern würde in einer öffentlichen Veranstaltung in Chemnitz – ausgerichtet durch die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig – darüber debattiert, wie eine Anbindung von Chemnitz an den Fernbahnverkehr zeitnah geschehen könnte. Denn noch ist der Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz – Leipzig im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) nur im „erweiterten Bedarf“ gelistet – ein Ausbau mit Bundesmitteln würde dann in absehbarer Zeit nicht erfolgen. Damit bliebe die drittgrößte Stadt Ostdeutschlands weiterhin vom umweltfreundlichen Bahnfernverkehr abgehängt, während sie aus allen Richtungen auf der Autobahn gut erreichbar ist. Der BUND Sachsen fordert, dass sich dies schnellstmöglich ändern muss.

Felix Ekardt, BUND-Landesvorsitzender, erklärt hierzu: „Es ist schon eigenartig: Allerorten wird von der Verkehrswende und der Notwendigkeit, CO2 einzusparen, gesprochen – wenn es aber darum geht, die Alternative zum Autoverkehr auszubauen, dann kommt häufig das große Zaudern. Doch warum sollten aktuell Chemnitzer vom Auto auf den Zug umsteigen? Ihr Weg etwa nach Berlin ist mit dem derzeit verkehrenden, veralteten Zugmaterial auf über drei Stunden Dauer angestiegen – parallel aber ist die A72 nach Leipzig fast fertiggestellt.“

Der BUND Sachsen begrüßt unter diesen Vorzeichen die gestrige Initiative der Oberbürgermeisterin und registriert, dass daneben auch die sächsischen MdBs der vier großen Bundestagsparteien und Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig sowie gar die DB allesamt das Projekt der Anbindung befürworten. Kritisch dagegen ist die Langwierigkeit des Prozesses: Die DB hat frühestens für 2022 eine IC-Verbindung auf der Sachsen-Franken-Magistrale in Aussicht gestellt – für eine Durchbindung via Leipzig dagegen gibt es keinerlei Zeitplanungen.

Ekardt: „Wie auch? Sollte der Ausbau Chemnitz-Leipzig nicht doch irgendwie bis zum Jahresende in den vordringlichen Bedarf rutschen, ist die Strecke einfach nicht Fernbahn-tauglich. Hier müsste der sächsische Verkehrsminister seinerseits finanzielle Mittel bereitstellen, um zumindest die umweltfreundlichen Elektrifizierung zu erreichen. Für einen parallelen Fern- und Regionalbahnverkehr ist zudem die Zweigleisigkeit unverzichtbar.“

Denkbar wäre zumindest übergangsweise auch eine Zwischenlösung, in der Chemnitz in den Mitteldeutschen S-Bahn-Verkehr eingebunden wird. Dann könnte mit der S-Bahn eine höhere Taktfrequenz erreicht werden und die Bahn zu einer besseren Alternative zur Autobahn werden. Doch auch hierfür ist die technische Ertüchtigung des Abschnitts Geithain-Chemnitz notwendig.
Denn warum soll Chemnitz verwehrt bleiben, was Zwickau und Hoyerswerda schon längst haben? Schließlich sollte der Leipziger City-Tunnel auch dazu dienen, Mittelsachsen besser in ein übergreifendes S-Bahn-Netz einzubinden, während mit dem IC via Sachsen-Franken-Magistrale zumindest der erste Fernverkehrsschritt getan wäre.

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