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Pressemitteilung BoxID: 204919 (BUND Saarland e.V. Haus der Umwelt)
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Schmetterling des Jahres 2011: Der Große Schillerfalter Schmetterling auch im Saarland gefährdet

(lifePR) (Saarbrücken, ) Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUNDLandesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben den Großen Schillerfalter (Apatura iris) zum Schmetterling des Jahres 2011 gekürt. Der Große Schillerfalter sei einer der größten und schönsten Tagfalter in unseren Regionen, zugleich jedoch auch ein Beispiel für die Bedrohung der Arten und ihrer Lebensräume, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der immer seltener werdende Schmetterling ist auf naturnahe Mischwälder angewiesen, in denen die Salweide wächst. Die Weide dient ihm zur Eiablage sowie als Futterpflanze für die Schmetterlingsraupen. Doch nicht jede Salweide ist geeignet, sie muss im Halbschatten von Laubbäumen stehen. In Forsten, die einseitig mit Fichten oder Kiefern bepflanzt sind, kann der Schmetterling nicht überleben.

Im Saarland ist der Große Schillerfalter noch mäßig häufig. Da jedoch seit längerem Bestandsrückgänge zu verzeichnen sind, wird er auf der saarländischen Roten Liste in der Gefährdungskategorie 3 (gefährdet) geführt. "Ein Grund für die Gefährdung des Großen Schillerfalters ist die Abnahme von Lichtwaldstandorten. Auch in den Wäldern müssen wir bestrebt sein, eine hohe Strukturvielfalt zu bewahren oder, wo sie bereits verschwunden ist, wiederherzustellen. Dies dient dem Erhalt der natürlichen Biodiversität. Der Schmetterling des Jahres 2011 ist ein schillerndes Beispiel für zahlreiche Arten, die unter Monokulturen leiden", so der Landesvorsitzende des BUND Saar, Christoph Hassel.

Mit über sieben Zentimetern Flügelspannweite bei den Weibchen gehört der Große Schillerfalter zu den größten Schmetterlingen Europas. Die blau schillernden Flügel der Männchen, nach denen der Schmetterling benannt ist, sind auf winzige Luftkammern in den Flügelschuppen zurückzuführen. Die weiblichen Schmetterlinge haben eine dunkelbraune Färbung. Charakteristisch sind bei Weibchen und Männchen weiße Flecken auf den vorderen Flügeln sowie eine weiße Binde und ein kleiner Augenfleck auf den hinteren Flügeln. Insgesamt eine ideale Färbung, um sich im Schattenspiel des Waldes unsichtbar zu machen.

Der Große Schillerfalter gehört zu den wenigen Schmetterlingen, die sich nicht von Blütennektar ernähren, sondern von tierischen Produkten wie Exkrementen und Aas. Die meiste Zeit hält sich der Falter in Baumwipfeln auf. Am späten Vormittag fliegt er hinab, um an feuchtkühlen Waldrändern, auf Lichtungen oder Waldwegen Wasser und Nahrung aufzunehmen. Der Große Schillerfalter hat einen ausgeprägten Geruchssinn. Zur Beobachtung kann er durch stark riechenden Käse angelockt werden.

Im Sommer finden sich Männchen und Weibchen zur Paarung in den Wipfeln markanter Eichen oder Buchen, die den Wald überragen. Das Weibchen legt seine Eier einzeln an die Blätter von niedrigen Salweiden ab. Sind die Raupen geschlüpft, klettern diese an die Spitze der Blattoberseite. Von dort fressen sie das Blatt beidseitig ab und lassen nur die mittlere Blattader unversehrt. Die mit ihrer bräunlichen Färbung gut getarnten noch kleinen Raupen überwintern nahezu ungeschützt an den Spitzen der Weidenzweige. Im Mai verpuppen sich die Raupen, nur wenig später, Ende Mai, schlüpfen die Schmetterlinge. Sie fliegen bis Ende Juni, in kühleren Regionen auch länger. Der Große Schillerfalter ist in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie Asiens zuhause. In Deutschland steht der Schillerfalter auf der Vorwarnliste.

Seit 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrheinwestfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gekürt, um auf die Artenvielfalt und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Auch die Kampagne "Abenteuer Faltertage" des BUND, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, dient dem Schutz der Schmetterlinge. Dabei werden unter Mithilfe der Bevölkerung leicht erkennbare Schmetterlingsarten gezählt.