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BUND, WWF und Landesjagdverband: Alle Mittel zur Aufklärung der illegalen Luchstötung nutzen

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

(lifePR) (Erfurt/ Berlin, )
Der BUND Thüringen, der WWF Deutschland und der Thüringer Landesjagdverband verurteilen die illegale Tötung eines bei Buttstädt (Lkr. Sömmerda) gefundenen Luchses scharf. Es ist der erste offiziell bekannte illegale Luchsabschuss in Thüringen. Die Verbände fordern konsequente und intensive Ermittlungen zur Aufklärung der Straftat.

Frank Herrmann, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Thüringen e.V.: „Der Landesjagdverband Thüringen e.V. als Dachorganisation der organisierten Jägerschaft des Freistaates verurteilt die illegale Tötung des Luchses auf das Schärfste.“ Der Landesjagdverband (LJV) Thüringen ist gemeinsam mit BUND und WWF in verschiedenen Monitoring-Projekten involviert. Dazu gehören auch aktuelle Untersuchungen zu Vorkommen, Verbreitung und Wanderverhalten dieser seltenen Großkatze. „Jeder Verlust eines dieser unter Naturschutz stehenden Tiere ist sehr schmerzlich sowohl für die Population dieser Wildtierart als auch für die Zukunft der Tiere im Freistaat“, so Hermann weiter. „Wir hoffen auf schnelle Information zu den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen.“

„Die Tötung des Luchses ist ein bestürzender Fall von Umweltkriminalität und macht mich persönlich sehr traurig“, sagt Dr. Markus Port (BUND Thüringen), der sich seit vielen Jahren mit der Ausbreitung des Luchses beschäftigt. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Täter das Tier nach dem Abschuss zu den Bahnschienen transportierte, um einen vermeintlichen Verkehrstod vorzutäuschen.“ Damit habe der Täter/ die Täterin versucht, die Straftat zu vertuschen. Nach Angaben von Port ist der nächste Wald, der als Luchslebensraum in Frage kommt ca. drei Kilometer vom Fundort entfernt. Selbst dort sei aber bisher kein Luchsvorkommen nachgewiesen worden. Auffällig sei außerdem die Nähe zur Grenze nach Sachsen-Anhalt, die weniger als zwei Kilometer vom Ort der Auffindung entfernt liegt. Möglich sei daher auch, dass sich die Tat gar nicht in Thüringen, sondern im benachbarten Bundesland ereignete. 

Auch der WWF Deutschland zeigt sich wegen der Tötung des Luchses bestürzt. „Wilderei ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen“, sagt Moritz Klose, Programmleiter Wildtiere beim WWF Deutschland. „Der Luchs ist eine gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Tierart. Deshalb müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, den Abschuss aufzuklären und den Täter zur Rechenschaft zu ziehen“. Der WWF setzt eine Belohnung von 2.500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen.

Hintergrund

Seit der Wiederansiedlung von Luchsen im Nationalpark Harz (Niedersachsen) streifen die streng geschützten Raubkatzen gelegentlich auch durch Thüringen. In den Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld ist der Luchs seit einigen Jahren sogar wieder dauerhaft heimisch. Von dort aus erschließt sich die Art allmählich neue Lebensräume im Freistaat.

In einem gemeinsamen Projekt erforschen der BUND Thüringen und der WWF Deutschland im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums die Ausbreitung des Luchses in Thüringen. Dabei werden sie durch die ThüringenForst AöR, den LJV Thüringen sowie Waldbesitzende und die örtliche Jägerschaft bei der Feldarbeit unterstützt. Laut einer durch den WWF in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa ist nahezu drei Viertel der Thüringerinnen und Thüringer den Tieren gegenüber positiv eingestellt. Außerdem fand sich mit 87% eine breite Mehrheit für eine Wiederansiedlung von Luchsen im Freistaat.
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