BUND Thüringen stellt Jahresbericht 2018 vor und richtet sich mit 10-Punkte-Programm an neue Landesregierung

(lifePR) ( Erfurt, )
e der BUND Thüringen in Erfurt seinen Jahresbericht 2018 vor. Der Landesvorsitzende Ron Hoffmann blickte auf die Arbeit des Verbandes im vergangenen Jahr zurück und lieferte einen Ausblick auf die Erwartungen an die neue Landesregierung. Sein Fazit: Wenn wir den Herausforderungen „Klimakrise“ und „Artensterben“ wirkungsvoll begegnen wollen, dann kann dies nur im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gelingen. Dazu muss aus Sicht des Verbandes umgehend ein radikales Umsteuern hin zu einem nachhaltigen Regierungshandeln erfolgen.

„Das Jahr 2018 war für den BUND Thüringen von historischer Bedeutung“, erklärt Hoffmann. „Nach 29 Jahren intensiver Kampagnenarbeit wurde unsere Forderung zum flächendeckenden Schutz des Grünen Bandes endlich in die Tat umgesetzt. Von diesem Erfolg für den Naturschutz geht eine Signalwirkung für Deutschland und ganz Europa aus.“

Dies war jedoch nicht der einzige Höhepunkt für den Umwelt- und Naturschutz in Thüringen. Hoffmann: „Ebenfalls hart erkämpft wurde die Ausweisung des ‚Winkelbergs‘ als Naturschutzgebiet. Das Herzstück der Rüdigsdorfer Schweiz konnte im Oktober 2018 offiziell vor dem Raubbau durch die Gipsindustrie gerettet werden.“ Mit seinem „Schwarzbuch Gips“ verdeutlichte der Verband im Dezember, vor welcher Bedrohung die naturschutzfachlich besonders wertvolle Karstlandschaft im Südharz steht und dass dringend weitere Schutzmaßnahmen folgen müssen.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Bewahrung des europäischen Naturerbes leistete der BUND Thüringen im Sommer 2018 mit der Gründung eines Trägervereins zum Betrieb der Natura 2000-Station „Possen“ gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), der Grünen Liga Thüringen, der Naturstiftung David, dem Verein Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen (VRT), der Wildtierland Hainich gGmbH, dem Jugendfreizeit- und Bildungsverein Freiräume e.V.. Diese soll in Zukunft konkrete Projekte und Aktionen organisieren, die zur ungestörten Entwicklung des Gebietes und seiner Flora und Fauna beitragen.

„Dass unsere Schutzmaßnahmen erfolgreich sind, bewies die Wiederbesiedlung eines, im Rahmen unseres Laubfroschprojektes sanierten, Teiches im Thüringer Wald. Dafür erhielten wir die Auszeichnung UN-Dekade biologische Vielfalt“, freut sich Hoffmann. „Zudem gaben wir 2018 den Startschuss für eine bundesweite Rettungsaktion für den vom Aussterben bedrohten ‚Gartenschläfer‘. Alle Bürger*innen sind aufgerufen, Sichtungen unter www.gartenschlaefer.de zu melden.“

Hoffmann: „Doch um 1.000.000 Arten vor dem Aussterben zu bewahren, reichen punktuelle Schutzmaßnahmen nicht aus. Die Politik ist gefordert, das ‚Netz des Lebens‘ nicht weiter zerreißen zu lassen. Dies kann nur über einen flächendeckenden Biotopverbund gelingen, der in Thüringen dringend umgesetzt werden muss.“

Die zweite große Herausforderung für die Politik ist aus Sicht des Verbandes die Klimakrise. „Die Tatsache, dass unzählige junge Menschen seit Monaten im Rahmen der „Fridays for Future“ auf die Straßen gehen, zeigt, dass wir die Anstrengungen für den Klimaschutz deutlich verstärken müssen“, erklärt Hoffmann. „Steigende Treibhausgasbelastungen und Wetterextreme bedrohen unser aller Existenzgrundlagen massiv. Die Zeit des Abwägens ist vorbei. Jetzt ist die Zeit des Handelns. Wir brauchen eine Agenda für den Klimaschutz, die die dringlichsten Maßnahmen sofort aufgreift.“

Mit seinem 10-Punkte-Programm liefert der Verband die Basis für seine Forderungen an die neue Landesregierung. Kernpunkt ist die Forderung, Nachhaltigkeit zum Verfassungsziel in Thüringen zu erheben.

Als Eckpfeiler für die Umsetzung dieses Verfassungszieles fordert Hoffmann: „Wir brauchen einen Stopp der Privatisierung öffentlichen Vermögens, Klimaneutralität bis spätestens 2040, eine Förderoffensive für Solarenergie, einen ThüringenTakt für den Öffentlichen Nahverkehr nach Schweizer Vorbild, eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft, eine naturnahe Waldbewirtschaftung, verstärkte Anstrengungen zum Erhalt natürlicher Gewässerstrukturen und ein Ende der zunehmenden Flächenversiegelung. Alle Gesetzes- und Verordnungsinitiativen sind einer Nachhaltigkeitsprüfung zu unterziehen.“ 

Diese Forderungen müssen aus Sicht des Verbandes der Strategie einer starken nachhaltigen Entwicklung unterliegen. „Nur so können wir sicherstellen, dass auch unsere Kinder noch eine Erde haben, auf der es sich zu leben lohnt“, mahnt Hoffmann.

BUND Thüringen Jahresbericht 2018
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