Dem Osterhasen geht es schlecht: BUND fordert Agrarwende und Ende der Hasenjagd

(lifePR) ( Düsseldorf, )
Während am kommenden Wochenende wieder Millionen von jungen Menschen auf Eiersuche gehen werden, suchen Naturschützer nach Wegen für die Rettung des  realen Vorbildes des Osterhasen. Laut des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Feldhase, wissenschaftlich Lepus europaeus, in Nordrhein-Westfalen nämlich große Probleme.

Das größte sei die Zerstörung ihrer Lebensräume: Äcker und Wiesen würden immer häufiger bearbeitet, überdüngt und mit Pestiziden behandelt, wodurch den Feldhasen ein Teil ihrer Nahrungsgrundlage entzogen wird. Feldraine, Brachen und Ackerrandstreifen - und damit überlebenswichtige Strukturen vor allem für Jungtiere - nehmen weiter ab. Zu dem ohnehin schon zu dichten Straßennetz sollen weitere Verkehrswege hinzukommen, welche die Feldhasenlebensräume zerschneiden und auf welchen sie verenden. Und als sei das nicht schon genug, werden sie auch noch direkt verfolgt: etwa 30.000 wurden laut Landesumweltministerium allein in NRW im Jagdjahr 2017/18 durch Jäger getötet.

„Diese Landesregierung nimmt mit ihrem rückschrittlichen Jagdgesetz, mit ihrer Landwirtschaftspolitik und der Aufgabe des Ziels, den Flächenverbrauch zu begrenzen, das Aussterben des Feldhasen billigend in Kauf“, sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND.

 Aus Sicht des BUND ist eine Landwirtschaftspolitik notwendig, die Fördermittel an die Erfüllung von Gemeinwohlaufgaben wie Naturschutzmaßnahmen bindet und diese Maßnahmen deutlich stärker honoriert als bisher. „Das heißt, es muss sich für Landwirte zukünftig rechnen, dass sie Säume und Brachen belassen, dass sie wieder eine dreigliedrige Fruchtfolge einführen und auf Pestizide verzichten. Wenn unsere Kindeskinder auch weiterhin ‚Osterhasen‘ in natura erleben sollen, müssen die Bürgerinnen und Bürger bei der Europawahl am 26. Mai für die Agrarwende stimmen“, sagte Sticht.

Ferner sei es notwendig, dass der Feldhase zukünftig umfassend geschützt wird. „Anstatt die Ursachen für den Rückgang des Feldhasen und vieler anderer Arten der Agrarlandschaft anzugehen, folgt die aktuelle Landesregierung der wissenschaftsfremden Linie des Landesjagdverbands, den Rotfuchs verantwortlich zu machen und diesen als Konkurrenten des Jägers stärker zu verfolgen“, so Sticht. Der BUND fordert die Landesumweltministerin Heinen-Esser auf, für den ganzjährigen Schutz des Feldhasen und seine Entlassung aus dem Jagdrecht einzutreten.
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