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Pressemitteilung BoxID: 534534 (Bund der Deutschen Landjugend (BDL))
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Landjugend trifft Bundespolitik

Erfolgreicher Parlamentarischer Abend des BDL in Berlin

(lifePR) (Berlin, ) "Was wir wollen, wissen wir: Ländliche Räume, die jungen Menschen nicht nur Heimat sind, sondern ihnen auch Zukunftsperspektiven bieten." Mit diesen Worten holte Matthias Daun, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), am Dienstag alle ins Boot - Bundestagsabgeordnete und politische Verantwortungsträger, Landjugendliche und Gäste befreundeter Verbände - kurz: alle, die zum Parlamentarischen Abend des Jugendverbandes nach Berlin gekommen waren.

Für die intensive und hochpolitische Auseinandersetzung hatte der BDL sich fünf Themen von B wie Beteiligung bis T wie TTIP ausgesucht, die teils heftig diskutiert wurden. Kein Wunder, wenn nicht nur die Abgeordneten ins Schwitzen kamen. Schließlich war der Parlamentarische Abend Beteiligung in Reinkultur. Und es ging auch darum, wie junge Menschen beteiligt werden können und müssen.

"Insbesondere Kommunen müssen sich als Lernfeld für demokratisches Erlernen und Erleben begreifen", stellte die BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Funk klar. Auch auf Landes- und Bundesebene wollen Jugendliche mitmischen, war sich die Runde einig. Um sich aber in den entsprechenden Gremien einbringen zu können, brauchen sie - egal ob Auszubildende oder Berufsanfänger... - Zeit. "Zwar gibt es die Möglichkeit der Freistellung für ehrenamtliches Engagement, doch viel zu oft wird diese nicht gewährt. Und dann wird sich über politikverdrossene Jugendliche beschwert. Wir brauchen Bürgermeister und Arbeitgeber, die das Engagement junger Menschen fördern und unterstützen", machte Funk deutlich.

Nur dann lässt sich das Engagement junger Menschen auch bei der Gestaltung des demografischen Wandels nutzen. "Bildung, Breitband, Mobilität, Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur sind für uns die Kernthemen, die auf Bundesebene zukunftsfähig ausgestaltet werden müssen", so die stellv. BDL-Bundesvorsitzende Julia Müller in der Debatte: "Und doch stoßen wir auf Gemeinde-, Kreis- oder Landesebene immer wieder an unüberwindbare Hürden. Dabei sind Flexibilität und Gestaltungsspielräume gefragt."

In einer der fünf voll besetzten Diskussionsrunden bewegte die Kirschessigfliege die Gemüter, die dem Weinbau im vorigen Jahr zugesetzt hatte. Insbesondere die Jungwinzer im BDL, aber auch die Junglandwirte hatten daher den Pflanzenschutz in den Fokus genommen. Ihre Forderung, die u.a. MdB Kordula Kovac mitnahm: Der gesetzliche Rahmen für den Pflanzenschutz muss von der Politik so gestaltet sein, dass Winzer die Möglichkeit haben ihre Reben angemessen zu schützen, damit qualitativ hochwertiger Wein hergestellt werden kann.

Recht einig waren sich Landjugendliche und Politiker auch in Sachen Freihandelsabkommen mit den USA, bekannt als TTIP. Die zunehmende Transparenz der geführten Verhandlungen bewerteten sie durchweg positiv. Sie bewegt vor allem die Frage, wie stabil europäische Standards sind und wie diese gehalten werden können.

Diese Diskussion ist noch nicht zu Ende. Das gilt auch bei der Tierhaltung. Wie sich Tierwohl messen und nachweisen lässt, beschäftigte die größte Diskussionsrunde beim Parlamentarischen Abend. Hier debattierten Mitglieder der BDL-Arbeitskreise "Jugend macht Politik" und "Agrarpolitik" gemeinsam mit den Abgeordneten und brachten die Sichtweisen der Landwirte und der Verbraucher zusammen.

"Eine faktenbasierte Auseinandersetzung auf Augenhöhe, die Landwirtschaft, vor- und nachgelagerte Produktion sowie die Verbraucher einbindet, ist notwendig. Bisher sitzen beide Seiten in ihrer Ecke und diskutieren vorrangig untereinander. Bei Treffen geraten sie eher aneinander, statt sich über die Forderungen und Möglichkeiten ehrlich und offen auszutauschen", kritisierte der stellv. BDL-Bundesvorsitzende Sebastian Schaller.

Zugleich trifft die Tatsache, dass Landwirte ihre Familien versorgen müssen, auf volles Verständnis. "Wir müssen wirtschaftlich planen und handeln; der Verbraucher möchte gute und bezahlbare Lebensmittel. Wenn wir transparent darstellen, aus welchen Beweggründen Entscheidungen getroffen werden, schaffen wir Verständnis", so der Junglandwirt und BDL-Vorsitzende Matthias Daun. "Wir als Landjugend können den Prozess der Auseinandersetzung und des gegenseitigen Vertrauens voran bringen", ist sich der Bundesvorstand einig und will darüber im Verband weiterhin mit Herz und Verstand diskutieren.

Mit fünf Eieruhren, knapp 20 MdBs, 50 Landjugendlichen aus der Republik und vielen Gästen hatte der BDL Politik gemacht, so das verknappte Resümee des Parlamentarischen Abends. "Wer uns kennt, weiß, dass das keine Eintagsfliege ist. Wir bleiben dran", kündigt der BDL-Bundesvorsitzende an.