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Pressemitteilung BoxID: 382494 (Bund der Deutschen Landjugend (BDL))
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Landjugend: Druck ist nicht gleich Druck

Prominente Runde beim BDL-Forum auf der Grünen Woche

(lifePR) (Berlin, ) "Ein einfaches Rezept gegen Leistungsdruck gibt es nicht. Wer sich allerdings bewusst für Wettbewerb und Konkurrenz entscheidet, hat sogar Spaß daran und kann Leistungsdruck positiv und nicht als Stress betrachten." Mit dieser Zusammenfassung beendet Matthias Daun, der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), das Jugendforum auf der Internationalen Grünen Woche (IGW). Unter "medizinischer Aufsicht" und mit Unterstützung erfolgreicher Frauen, für die das Rampenlicht zum Alltag gehört, gingen rund 100 Jugendliche am ersten IGW-Samstag dem Thema "Glamour, Karriere, Konkurrenz - Leistungsdruck auf Jugendliche" nach.

Die Karrieren der prominenten Gäste, deren offene Antworten Mut machten und sie vom Treppchen hoben, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Da war die Deutsche Weinkönigin, für die öffentliche Auftritte zum täglichen Brot gehören. Ihre Leidenschaft für den Wein hat sie zur Hoheit gemacht. "Natürlich ist der Druck groß", sagt Julia Bertram. Besonders heftig sei es bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin gewesen. Live übertragen flimmerte diese in die Wohnzimmer, erinnerte sich die 23-jährige Winzerin.

"Sport ohne Konkurrenz ist schwierig", stellte die U19-Weltmeisterin im Beachvolleyball beim BDL-Jugendforum klar. Victoria Bieneck hat sich im Alter von 15 Jahren für den Leistungssport entschieden "Ich wollte nicht Karriere machen, sondern das Hobby zu meinem Beruf", beschreibt sie ihren Weg in die Nationalmannschaft. Jetzt - mit 21 Jahren - sagt die Sportlerin ganz klar: "Der Druck ist immer vorhanden. Ich persönlich kann damit ganz gut umgehen. Sonst wäre ich heute nicht da, wo ich bin."

Was für die Weltmeisterin der Sport ist, ist für Lisi Maier die Freude an der Interessenvertretung junger Menschen. Schließlich sei der Wettbewerb Teil des demokratischen Systems, sagt die Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR). Sie möchte den Konkurrenzdruck in ihrer Laufbahn gar nicht missen. "Der Druck wird allerdings dann zur Belastung, wenn man sich nicht bewusst dafür entscheidet - wenn wie beispielsweise in der Schule aus gesellschaftlichen Zwängen und Erwartungen heraus Druck entsteht, der nicht zu den eigenen Vorstellungen passt", stellt Lisi Maier klar.

Dr. Valérie Bubendorff, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychatrie, die sich fachlich mit krankmachenden Auswüchsen des Leistungsdrucks beschäftigt, spitzte das Problem auf zwei Fragen zu: "Darf ich als Jugendlicher überhaupt noch Spaß haben? Oder soll ich nur noch funktionieren?"

Souverän von der stellvertretenden BDL-Bundesvorsitzenden Katrin Fischer moderiert, stellten die Jugendlichen fest, dass Zeit, um sich selbst auszuprobieren und festzustellen, was einem liegt, das beste Rezept sei, um dem Leistungsdruck zu begegnen. Der Deutsche Bundesjugendring fordert darum eine 35-Stunden-Woche. "Für SchülerInnen", wie Lisi Maier nachschiebt. "Die Zeit, die junge Menschen in der Schule verbringen, muss auf das Notwendigste begrenzt werden, um ihnen Raum und Zeit zu geben sich selbst zu entdecken", sagt sie. Wie solle man wissen, was einem Spaß macht, wenn die Jugendphase nur noch als Durchgangsphase benutzt wird, um alles zu lernen, was die Chancen auf Erfolg im Berufsleben verbessert", fragt sie.