Mittwoch, 13. Dezember 2017


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Möglichst viele Menschenleben retten

Detaillierte Handlungsempfehlungen im Falle eines Terroranschlages / Entwurf zur präklinischen Versorgung und medizinische Aspekte der Erstversorgung in der Klinik

Berlin | Heidelberg, (lifePR) - Terroranschläge werden zu einer wachsenden Bedrohung der Gesellschaft weltweit. Doch sind Rettungseinsatzkräfte und Kliniken auf diese Szenarien ausreichend vorbereitet? Die Autoren der neuen Übersichtsarbeit, erschienen im Leitthemenheft „Versorgung eines Massenanfalls von Verletzten und von Terroropfern“ der Springer Fachzeitschrift Der Chirurg, sprechen diesen Umstand an und liefern ein erstes Konzept mit Handlungsanweisungen, um die öffentliche Diskussion zu diesem Thema weiter anzuregen.

Die Autoren Dan Bieler und Axel Franke sind überzeugt: ein Terroranschlag unterscheidet sich grundlegend von anderen statischen Großschadensereignissen. Die unterschiedlichen Verletzungsarten bei einem terroristischen Angriff und der Verlauf über mehrere Stunden und verschiedene Orte hinweg, lässt einen herkömmlichen Rettungsplan nicht greifen. Behandlungsprioritäten in einer solchen Ausnahmesituation sind teilweise nur der Bundeswehr bekannt, für Ersthelfer und Kliniken jedoch völlig neu.

Daher haben die Autoren durch die Auswertung verschiedener Anschlagsszenarien Handlungsoptionen für die medizinische Organisation während eines Terroranschlages formuliert. Sie unterscheiden dabei zwei zentrale Phasen: Die erste Versorgung der Verletzten am Anschlagsort und die anschließende Behandlung in der Klinik. Ziel ist dabei immer, „das Überleben möglichst Vieler“ zu garantieren. Zu Beginn werden unterschiedlich sichere Zonen eingerichtet, um die Verletzten erstzuversorgen und auf den Weitertransport in die Klinik vorzubereiten. Priorität haben dabei Verwundete mit lebensbedrohlichen Blutungen (hämodynamisch relevant), um ihr Überleben zu ermöglichen. 

Für die Versorgung in der Klinik orientieren sich die Autoren am Handlungskonzept der Arbeitsgemeinschaft Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (AG-EKTC der DGU). Dessen Vorgehensweise – Kategorisieren, Priorisieren, Disponieren und Realisieren – wird von dem Leitenden Arzt der Sichtung (LArS) und dem Zentralen Operativen Notfall-Koordinator (ZONK) in der Klinik durchgeführt. Der LArS übernimmt die erste Identifikation der Verletzungen und teilt die Patienten entsprechend des Sichtungsalgorithmus in Gruppen ein –wer ist hämodynamisch stabil und wer braucht dringend eine operative medizinische Versorgung. Der ZONK plant anschließend Operationen, eventuelle Diagnostik und Ressourcenverteilung und setzt diese um. Dieses Verfahren hat sich beim Terroranschlag in Paris bewährt.

Weitere Einzelheiten, wie dem Schutz des Krankenhauses vor dem Zutritt der Täter oder auch die Zuständigkeiten in der Klinik selbst, muss der Krankenhaus-, Alarm- und Einsatzplan festhalten.  Da ein Terroranschlag Kliniken aber meist mit unvorhergesehenen Herausforderungen konfrontiert, wie zum Beispiel dem Eintreffen von weiteren Verletzten, die selbstständig in die Klinik gegangen sind, muss flexibel auf die jeweilige Situation reagiert werden, um möglichst viele Menschenleben zu retten.

Die Autoren stellen in ihrem Beitrag klar heraus, dass ein strukturiertes Vorgehen aller Beteiligten für eine optimale Versorgung im Ernstfall ausschlaggebend für den maximalen Erfolg ist. Realistische Übungen mit allen Beteiligten sind trotz enormer Kosten für ein gut organisiertes und strukturiertes Einsatzteam in der Präklinik und im innerklinischen Bereich zwingend notwendig.

Referenz: Franke, A.; Bieler, B. et al (2017). Prä- und innerklinisches Management bei MANV und Terroranschlag, Der Chirurg DOI 10.1007/s00104-017-0489-x

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