Unternehmerkonferenz 2011 in Stuttgart: Bondm hat sich etabliert

(lifePR) ( Stuttgart, )
Ein Jahr nach der Gründung hat sich das Marktsegment Bondm der Stuttgarter Börse, in dem mittelständische Firmen Anleihen emittieren können, sowohl beim Mittelstand als auch bei Privatanlegern etabliert. Dies wurde auf der "Unternehmerkonferenz 2011 - Anleihen und Mittelstand" deutlich, die die Börse Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei BRP Renaud & Partner im Stuttgarter Königsbau im alten Handelssaal der Stuttgarter Börse und jetzigen Kanzleisitz von BRP Renaud & Partner veranstaltet hat.

In Bondm wurden seit Mai vergangenen Jahres insgesamt 16 Unternehmensanleihen von Mittelständlern begeben. "Wir sind für dieses Marktsegment geradezu prädestiniert, weil die Börse Stuttgart Marktführer im Anleihenhandel in Deutschland ist", betonte Sabine Traub, Leiterin der Primary Market Group und Anleihenexpertin der Börse Stuttgart. "Hausbanken werden die wichtigsten Ansprechpartner der Unternehmen bleiben. Gleichzeitig strebt der Mittelstand auf der Fremdkapitalseite mehr Flexibilität, Unabhängigkeit und Diversifikation an", so die Beobachtung der Börsenmanagerin.

In Bondm haben Mittelständler die Möglichkeit, Anleihen im Volumen von 25 bis 150 Millionen Euro zu begeben. Dafür müssen sie jedoch zahlreiche Zulassungsvoraussetzungen und Folgepflichten erfüllen, die Sabine Traub den rund 120 anwesenden Unternehmern, Geschäftsführern, Finanzvorständen und Bankern erläuterte. Investoren haben wiederum die Möglichkeit, Mittelstandsanleihen in 1.000-Euro-Stückelungen zu zeichnen. "Mittelständische Firmen erhalten dadurch Zugang zu einem sehr stabilen Investorenkreis", unterstrich Sabine Traub.

René Parmantier, Vorstand der Emissionsbank Close Brothers Seydler Bank AG, hob hervor, Bondm sei eine wichtige Ergänzung der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland. Der Bankvorstand rechnet künftig aufgrund von Basel III und den erhöhten Eigenkapitalanforderungen mit einer restriktiveren Kreditvergabe sowie höheren Zinsforderungen der Banken.

Will ein Unternehmen eine Anleihe emittieren, muss es zwingend einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigten Wertpapierprospekt vorlegen. Rechtsanwalt Ingo Wegerich, Experte für Börsen- und Kapitalmarktrecht bei BRP Renaud & Partner, erläuterte gemeinsam mit Dr. Cordula Heldt vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) den Konferenzteilnehmern die Reform der EU-Prospektrichtlinie und zeigte mögliche Fehler auf, die bei der Erstellung eines Wertpapierprospektes gemacht werden können. "Die BaFin prüft den Prospekt auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Kohärenz. Das ist eine sehr strenge und formale Prüfung", so Ingo Wegerich, der bereits etliche Unternehmen bei der Erstellung von Wertpapierprospekten beraten hat. Dr. Heldt wies darauf hin, dass der Prospekt nicht nur ein zentrales Informationsdokument, sondern gleichzeitig auch ein Haftungsdokument sei.

Die börsennotierte Dürr AG war das erste Unternehmen, das vor etwa einem Jahr in Bondm eine Unternehmensanleihe im Volumen von 150 Millionen Euro emittiert hat. Der Weltmarktführer in der Lackier-, Auswucht- und Reinigungstechnik nutzte die Emission, um sein weiteres Wachstum zu finanzieren. "Wir hatten eine gute Unterstützung durch die Börse Stuttgart in der Vermarktungs- und Zeichnungsphase", berichtete Dürr-Finanzvorstand Ralph Heuwing. Die Anleihe der Dürr AG war damals knapp vierfach überzeichnet. Die erfolgreiche Emission habe auch eine positive Rückkopplung auf die Dürr-Aktie gehabt, war sich Finanzvorstand Heuwing sicher.

Auch Dietmar Zantke, Vermögensverwalter in Stuttgart, begrüßte die Schaffung des Marktsegments Bondm. Seine Gesellschaft, die Zantke & Cie. Asset Management GmbH, hat zwei Rentenfonds aufgelegt, die unter anderem auch in Mittelstandsanleihen investieren. Für ihn als Vermögensverwalter sei es wichtig, dass Informationen zum emittierenden Unternehmen frühzeitig, umfänglich, anschaulich und aktuell zur Verfügung stünden. Professor Dr. Rüdiger von Rosen, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DAI, sagte in diesem Zusammenhang, dass eine große unabhängige europäische Ratingagentur als Alternative zu Moody's und S&P wünschenswert sei.

Bondm sei von Privatanlegern gut angenommen worden, was in der hohen Zeichnungsnachfrage und im regen Sekundärmarkt zum Ausdruck komme, resümierte Ralph Danielski, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Börse Stuttgart Holding GmbH. Jetzt gehe es um die nachhaltige Positionierung des Segments. Der Emissionskalender für die kommenden Monate sei bereits gefüllt.
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