Otmar Issing: "Deflationsgefahr ist eine Chimäre"

Ehemaliger EZB-Chefvolkswirt sieht keine Anzeichen für eine Deflationsgefahr / Rund 400 Gäste beim jährlichen Empfang der Börse Stuttgart

(lifePR) ( Stuttgart, )
Am heutigen Mittwoch begrüßte die Börse Stuttgart rund 400 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zum traditionellen Börsenempfang. Als Gastredner zeichnete Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otmar Issing, Präsident des Center for Financial Studies der Goethe Universität, Frankfurt am Main, ein Bild der aktuellen Geldpolitik der Notenbanken.

In seinem Vortrag "Die Finanzmärkte im Schlepptau der Geldpolitik" sagte Issing, dass sich die Märkte wieder etwas unabhängiger von der Geldpolitik machen sollten. Beim derzeitigen Niedrigzinsniveau reagierten die Märkte teilweise schon auf Ankündigungen der Notenbanken geradezu panisch. "Die Märkte sollten sich wieder mehr an den Fundamentaldaten der Unternehmen orientieren", so der ehemalige EZB-Chefvolkswirt, der als einer der "Väter" des Euro gilt. Eine positive Entwicklung sei nur dann möglich, wenn Euroland insgesamt wettbewerbsfähiger würde und die Konjunktur ins Rollen käme. Die Deflationsgefahr sei jedoch eine "Chimäre", mit Blick auf die Preisstabilität als zentrales Ziel der Geldpolitik sagte der ehemalige Notenbanker: "Es gibt keinerlei Beleg für die Gefahr einer sich beschleunigenden Deflation."

Gastgeber Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Holding GmbH, betonte die Integrationsfunktion der gemeinsamen europäischen Währung. Die Einführung des Euro sei eine politische Entscheidung gewesen, die großen Mut aller Beteiligten erfordert habe. "Der Euro war ein Experiment, aber damit verhält es sich wie mit der Geldanlage: Es gibt nicht nur Risiken, sondern auch Chancen", sagte Lammersdorf. "Diese liegen jedoch nicht nur im wirtschaftlichen Bereich. Die Gemeinschaftswährung hilft den Europäern auch dabei, bei aller Vielfalt ein gemeinsames Selbstverständnis zu entwickeln."
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