Finanztransaktionssteuer verantwortungsvoll gestalten

Offizielle Stellungnahme der Börse Stuttgart zur heutigen Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die Börse Stuttgart sieht in einer möglichen Finanztransaktionssteuer deutliche Nachteile für den Wertpapierhandel in Deutschland und in Europa. Eine Finanztransaktionssteuer in der bisher diskutierten Form würde insbesondere private Anleger unverhältnismäßig stark belasten und die Effizienz der Märkte beschädigen. Im Falle der Einführung einer solchen Steuer fordert die Börse Stuttgart daher eine verantwortungsvolle Ausgestaltung und legt anlässlich der heutigen Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages zur Finanztransaktionssteuer eine offizielle Stellungnahme vor.

Eine der zentralen Forderungen der Börse Stuttgart: Privatanleger sind von der Finanztransaktionssteuer freizustellen, da sie nicht die Verursacher der Finanzkrise sind und ihre Investitionen zur Vermögensbildung und Alterssicherung überwiegend aus bereits versteuertem Einkommen bestreiten. "Eine Doppelbesteuerung der privaten Anleger muss unbedingt vermieden werden", sagt Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Börse Stuttgart.

Das Ausmaß der negativen Auswirkungen für die Effizienz der Märkte hängt nicht zuletzt von der Höhe des Steuersatzes ab: Der bisher vorgeschlagene Steuersatz von 10 Basispunkten liegt deutlich über den Gebühren für den Handel von liquiden Standardwerten in Höhe von 0,1 - 0,5 Basispunkten: "Bleibt es bei der geplanten Steuerhöhe, würde das mindestens eine Verzwanzigfachung der Kosten für die Nutzung der bislang hocheffizienten europäischen Wertpapiermärkte bedeuten", erklärt Christoph Lammersdorf.

Ein weiterer Nachteil für die Anleger in den Ländern mit Finanztransaktionssteuer: Die Qualität der Marktpreisbildung im Geltungsbereich der Steuer verschlechtert sich aufgrund der Abwanderung der Liquidität an Handelsplätze außerhalb des Geltungsbereichs der Steuer. Eine isolierte Einführung der Finanztransaktionssteuer nur im Euroraum ist aus Sicht der Börse Stuttgart daher nicht zielführend. Die Börse Stuttgart fordert zudem, dass die Steuer keine negativen Effekte auf die Kapitalbeschaffung von Unternehmen haben darf. Daher sind für den Sekundärmarkt Ausnahmetatbestände für Liquiditätsspender zu erarbeiten sowie für den Handel mit Mittelstandsanleihen, bei denen oft auch über den Sekundärmarkt direkt Kapital aufgenommen wird.
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