Die Zeit drängt: Bioland fordert von EU-Agrarrat mehr Einsatz für grünere Architektur der GAP

(lifePR) ( Mainz/Luxemburg, )
Nach der enttäuschenden Abstimmung des Agrarausschusses zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik Anfang April, in der sich zukunftsfähige Anbausysteme nicht berücksichtigt fanden, fordert Bioland vom Agrarrat einen ambitionierten Entwurf für eine grüne Architektur der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP). Verbindliche Umweltauflagen, die Förderung des ländlichen Raums und Klimaschutz wurden vom Agrarausschuss dramatisch gekürzt. Sämtliche Forderungen relevanter Verbände und aus der Zivilgesellschaft wurden dabei ignoriert.

„Die Zeit rennt uns davon. Wir fordern Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, zum Klima- und Gewässerschutz und für mehr Tierwohl“, so Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. „Es müssen dringend ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, um nachhaltige Wirtschaftsweisen und Qualität statt Landbesitz zu honorieren. Aktuell werden Bauern, die mehr für die Umwelt und die Gesellschaft tun wollen, gegenüber den Betrieben, die Umweltschäden verursachen und auf Kosten aller vermeintlich günstiger wirtschaften dürfen benachteiligt.“

„Es ist schön, dass Julia Klöckner im Agrarrat von einem hohen Umweltambitionsniveau spricht. Sie muss aber endlich konkret Position beziehen und zwar im Sinne eines wirksamen Umbaus der staatlichen Fördersysteme der Landwirtschaft“, kritisiert Plagge weiter. „Die Bundesregierung darf nicht nur von einer enkeltauglichen Zukunft reden, sie muss auch endlich etwas dafür tun. Die GAP bietet hierzu die wohl größte Chance.“

Die Agrarministerin und ihre Kollegen in Brüssel müssen sich konkret einsetzen für:


Statt 70 Prozent Pauschalzahlungen nach Fläche brauchen wir 70 Prozent der gesamten EU-Fördermittel für die Honorierung von freiwilligen Leistungen für den Umwelt-, Klima- und Tierschutz
Verbindliche Umwelt-, Klima- und Tierschutzziele für alle Mitgliedsstaaten, um einen Dumpingwettbewerb um die geringsten Umweltstandards zu verhindern
Ein großer Teil der Direktzahlungen der ersten Säule müssen für freiwillige Umweltmaßnahmen (Ecoscheme) genutzt werden
Mittel aus der ersten Säule müssen in die finanziell geschwächte zweite Säule umgeschichtet werden, um dort Agrarumweltmaßnahmen, den ökologischen Landbau und Maßnahmen zum Tierwohl finanzieren zu können
Die Vorgaben für die künftige Investitionsförderung für Stallbauten müssen sich an den baulichen Vorgaben der EU-Öko-Verordnung orientieren. Nur so kann für konventionell wirtschaftende Betriebe sichergestellt werden, dass sie später auf ökologischen Landbau umstellen können


Während Politiker noch damit ringen, den nötigen Mut zu fassen, stehen Verbraucher und Landwirte schon längst bereit. Das zeigt zum einen die stetig steigende Nachfrage nach Bio-Produkten und das weltweite Engagement junger Menschen bei den Fridays for Future-Aktivitäten.

„Je länger wichtige Anpassungen in die Zukunft verschoben werden desto teurer wird es...für Alle!“, ergänzt Plagge.
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