Samstag, 23. September 2017


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"Ein vergnügtes Hirn lernt besser"

Interview mit Vince Ebert, Kabarettist und Moderator der Eröffnungsshow des Bielefelder Wissenschaftsfestivals GENIALE

Bielefeld, (lifePR) - Warum ist der Himmel blau? Kann Physik etwa verrückt machen? Der Kabarettist Vince Ebert verbindet Witz und Wissenschaft. Der Bestseller-Autor und Moderator der ARD-Sendung "Wissen vor acht" präsentiert am Freitag, 18. August, die Eröffnung des Wissenschaftsfestivals GENIALE in Bielefeld (18.30 Uhr, Stadthalle Bielefeld).

Die GENIALE will Kinder und Jugendliche für wissenschaftliche Themen begeistern. Welche Bedeutung hat das für Sie?
Vince Ebert: "Kinder und Jugendliche haben von Hause aus die beste Voraussetzung, um gute Forscher zu sein: Sie sind neugierig und stellen kluge Fragen: Warum ist der Himmel blau? Wieso ist die Nacht schwarz? Warum sollte man keinen gelben Schnee essen? Die größten wissenschaftlichen Revolutionen wurden oftmals durch einfache Fragen ausgelöst. Einstein zum Beispiel fragte sich: Wie sähe die Welt aus, wenn ich auf dem Rücken eines Lichtstrahls reiten könnte? Und über diese einfache Kinderfrage kam er auf die Relativitätstheorie. Die besagt ja im Kern, dass die Zeit abhängig vom Ort mal schneller und mal langsamer vergeht. Oder wie es Einstein formuliert hat: Eine Minute hängt empfindlich davon ab, auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet."

Gibt es ein Geheimnis, wie man komplexe Themen verständlich herüberbringt?
Vince Ebert: "Ich benutze gerne Humor, um wissenschaftliche Sachverhalte näherzubringen. Aus der Hirnforschung ist bekannt: Ein vergnügtes Hirn lernt besser. Und wenn man sich die wirklich großen Naturwissenschaftler anguckt, dann haben die auch ganz oft ihre Inhalte mit kabarettistischen Einlagen vermittelt. Der Nobelpreisträger Richard Feynman hat zum Beispiel mal gesagt: 'Wer sein Leben lang Physik betreibt, und darüber nicht verrückt wird, hat überhaupt nichts verstanden.' Von Einstein stammt der Spruch: 'Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen Sie ihren Standpunkt.'"

Machen Ihnen aktuelle Debatten um „Fake-News“ und Politiker, die wissenschaftlich fundierte, aber unbequeme Fakten lieber ignorieren, Sorgen?
Vince Ebert: "Es ist sicherlich ein großes Problem, dass Laien oftmals unseriöse Pseudowissenschaft gar nicht so einfach von seriöser Wissenschaft unterscheiden können. Auch da versuche ich in meinen Programmen aufzuklären. Nehmen Sie zum Beispiel die Homöopathie. Die basiert ja auf dem Prinzip der Hochverdünnung. In ‚Belladonna D30‘ wird die Ausgangssubstanz durch ein Lösungsmittel dreißigmal hintereinander verdünnt. Ab der vierundzwanzigsten Verdünnungsstufe ist überhaupt kein Belladonna-Molekül mehr in der Lösung, aber es soll trotzdem wirken. Das ist, als ob man in Würzburg einen Autoschlüssel in den Main wirft und dann in Frankfurt versucht, mit dem Mainwasser das Auto zu starten."

Bei der Eröffnung der GENIALE gibt es Lieder aus „Das Molekül“ zu hören, ein Werk über die Entschlüsselung der DNA. Welche Entdeckung der Menschheit hätte auch ein Musical verdient?
Vince Ebert: "Die Relativitätstheorie hätte schon auch ein großes Showpotential. Und wenn Eminem oder Jay Z die Formel E = mc2 rappen würde, wäre Stimmung in der Bude!"

Um die Frage kommen Sie als studierter Physiker nicht herum: Wie lautet Ihr bester Witz über Physiker?
Vince Ebert: "Als ich an der Uni zum ersten Mal ins Labor kam, sah ich ein Schild mit der Aufschrift: ‚Bitte nicht mit dem verbleibenden Auge in den Laser gucken!‘"

Zur Person Vince Ebert
Vince Ebert (49) arbeitete nach seinem Physikstudium zunächst in einer Unternehmensberatung und in der Marktforschung, bevor er 1998 seine Karriere als Kabarettist begann. Seine Bühnenprogramme (aktuell "Zukunft is the future") und Bücher ("Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie") machten ihn bekannt. In der ARD moderiert er regelmäßig die Sendung "Wissen vor acht – Werkstatt". Abseits der Bühne engagiert sich Vince Ebert als Botschafter für die "Stiftung Rechnen" und "MINT Zukunft schaffen", um naturwissenschaftliche Kompetenzen in Deutschland zu fördern.

Zur GENIALE 2017
Das Bielefelder Wissenschaftsfestival GENIALE 2017 startet mit einem Experiment: einer "Wissenschaft trifft Musik"-Show. Die Eröffnungsfeier "Das GENIALE Molekül" (18. August, 18.30 Uhr, Stadthalle Bielefeld) beschäftigt sich mit einer der größten und folgenreichsten Entdeckungen der Menschheit, die Entschlüsselung der DNA. Das Theater Bielefeld zeigt Auszüge aus dem hochgelobten Musical "Das Molekül".

Vince Ebert moderiert den Auftakt der GENIALE, die vom 18. bis 26. August 2017 ein Mitmach-Programm mit 500 Terminen und 185 Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien anbietet – von Workshops zum Selber-Forschen bis zu Ausflügen in Labore. Alle Angebote der GENIALE sind kostenlos. Hinter dem Festival steht Veranstalter Bielefeld Marketing gemeinsam mit der Universität Bielefeld, der Fachhochschule Bielefeld sowie vier weiteren Hochschulen und vielen Partnern. Die GENIALE findet nach 2008, 2011 und 2014 das vierte Mal statt. Da begehrte Angebote schnell ausgebucht sind, werden Anmeldungen empfohlen. Bei Fragen hilft auch die GENIALE-Hotline unter Tel. 0521 513636.

Programm und Anmeldung
www.geniale-bielefeld.de | PDF-Download | Blättern

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