Sprache in Medien: Der schmale Grat zwischen Kreativität und Korrektheit

(lifePR) ( Mannheim, )
Als 2005 die BILD-Zeitung stolz titelte "Wir sind Papst", erschuf sie damit eine neue, von vielen benutzte Redewendung. Der Ausdruck schaffte es sogar auf den zweiten Platz unter den Wörtern des Jahres.(1)

Dass der kurze Satz grammatisch falsch ist, ist dabei irrelevant. Er ist prägnant und traf den Nerv seiner Zeit so nachhaltig, dass er bis heute zum Nachahmen anregt. So hieß es im Mai 2010, als Lena Meyer-Landrut für Deutschland den Eurovision Song Contest gewann: "Wir sind Grand Prix."(2)

Das ist ein berühmtes Beispiel dafür, wie Medien die deutsche Sprache kreativ einsetzen und mitprägen. Doch wie weit dürfen Journalisten dabei gehen? Haben Redakteure so etwas wie dichterische Freiheit? Dürfen sie, um originell zu sein, Gesetze der deutschen Sprache jederzeit außer Acht lassen? Sicher nicht nach Belieben. Der Konkurrenzkampf zwischen den Medien ist heftig und niemand möchte seinen professionellen Ruf riskieren.

Zudem haben Medien eine sprachliche Vorbildfunktion für ihr Publikum. Sie pflegen ein anderes Selbstverständnis als die Werbebranche, die ebenfalls bewusst Sprachregeln bricht: mit Wortbildungen wie "unkaputtbar" und Sätzen wie "Da werden Sie geholfen" oder "Besser als wie man denkt." (3) Tatsächlich würde kaum jemand auf die Idee kommen, es sei witzig, seinem Geschäftspartner zu schreiben "Unsere günstigen Produkte sind besser als wie Sie denken", weil er das in Verona Pooths kik-Werbung gelesen hat.

Redakteure müssen sich daher aber fragen: Dürfen wir ein Wort wie "Gaga-Soziologie"(4) in der Überschrift gebrauchen? Wie sieht es mit einem "Wow-Ausschnitt" (5) oder einem "Mini-Stylo"(6) aus? Eine Korrektursoftware wie die Duden-Rechtschreibprüfung leistet hier wertvolle Hilfe. Sie überprüft neben der Rechtschreibung auch die Grammatik und den Stil eines Textes. Für den Autor ist sie eine erste Prüfinstanz, die warnt: "Achtung, diese Formulierung ist sprachlich falsch, umgangssprachlich oder unbekannt." Natürlich bleibt es dem Journalisten überlassen, sie trotzdem zu verwenden, um seine Kreativität unter Beweis zu stellen.

Medien müssen generell ihre Texte akribisch auf Fehler überprüfen, wenn sie ernst genommen werden und ihre Leser halten möchten. Das gilt für gedruckte Zeitungen wie für Onlinemagazine. Die Redaktion der Kieler Nachrichten beispielsweise vertraut deshalb auf die Duden-Software: "Jeder Reporter, der in die Redaktion kommt und seinen Text schreibt, sieht schon bei der Eingabe, ob er Fehler gemacht hat, ob Wörter kritisch sind oder nicht", berichtet der stellvertretende Chefredakteur der Kieler Nachrichten, Ralf Schröder.(7)

So kann jeder Journalist während des Schreibens erkennen, ob er unbeabsichtigt Fehler macht. Die Software kann den Journalisten aber auch dazu veranlassen, bei ungewöhnlichen Begriffen und Sätzen zweimal nachzudenken, bevor er den Artikel an den Chefredakteur weitergibt.

(1) www.wikipedia.org
(2) www.faz.net
(3) www.bunte.de
(4) www.spiegel.de
(5) www.bild.de
(6) www.gala.de
(7) www.youtube.com
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