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Pressemitteilung BoxID: 206523 (Berliner Verkehrsbetriebe (BVG))
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Die U2 fährt wieder nach Pankow

(lifePR) (Berlin, ) "Wie versprochen - so gehalten: Ab heute fährt die U2 wieder nach Pankow." erklärt Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorsitzende des Vorstandes und Vorstand Betrieb der BVG, heute im Rah-men eines Pressetermins zur Wiederinbetriebnahme der U-Bahnlinie 2 nach Pankow.

Maria Krautzberger, Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, sagt dazu: "Die U-Bahn ist eines der wichtigsten und zuverlässigsten Verkehrsmittel von Berlin. Diese Lebensader der Mobilität ist für uns deshalb von herausragender Bedeutung. Ich freue mich sehr, dass die Instandsetzung dieses Abschnitts der U 2 jetzt beendet werden konnte und damit die Behinderungen für Pendler und Lärmbelästigungen für Anwohner beendet sind."

Viaduktsanierung in den Jahren 2009 und 2010

Im vergangenen Jahrzehnt erfolgten von unterschiedlichen Seiten verschiedene Begutachtungen der Bausubstanz. Regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen hatten bisher für die Erhaltung der Betriebssicherheit der U-Bahnstrecke gesorgt. Aufgrund hoher altersbedingter Verschleißerscheinungen und flächige Substanzschäden entschied sich die BVG für eine umfangreiche Grundinstandsetzung der Anlage. Die Maßnahme der Grundinstandsetzung des Viaduktes gliederte sich in folgende Teilmaßnahmen:

- Erneuerung und Sanierung von 160 Brückenlagern
- Grundinstandsetzung der U-Bahnhofsgebäude Eberswalder Straße und Schönhauser Allee
- Grundinstandsetzung des Viaduktes
- Neubau der Brücke an der Bornholmer Straße

Im Mai 2009 begannen die umfangreichen Baumaßnahmen am Viadukt nördlich des U-Bahnhofes Schönhauser Allee, u. a. mit dem Ausbau der alten Brücke und dem Einbau der neuen Brücke an der Bornholmer Straße.

Auch die Sanierung der beiden U-Bahnhöfe Eberswalder Stra-ße und Schönhauser Allee begann in 2009, wobei der Schwerpunkt der Arbeiten auf den Hallen- und Dachkonstruktionen sowie der Erneuerung der Oberlichter lag.

Im Mai 2010 hat die BVG mit dem zweiten Teil der Sanie-rungsmaßnahmen, vorrangig im südlichen Abschnitt des Via-dukts, begonnen. In den vergangenen Monaten wurden im Bereich des Viadukts die verschlissenen Gleise und Fahrbahnbleche komplett ausgewechselt. Die denkmalgeschützte tragfähige Stahlkonstruktion wurde vor Ort gesandstrahlt, ausgebessert und mit neuem Korrosionsschutz versehen. Bei der Sanierung der U-Bahnhöfe Eberswalder Straße, Schönhauser Allee und Vinetastraße erfolgten eine komplette Grundinstandsetzung und der barrierefreie Ausbau der U-Bahnhöfe Vinetastraße und Eberswalder Straße.

Dazu Jens-Holger Kirchner, Bezirksstadtrat Pankow:

Der barrierefreie Umbau und Neubau von Haltestellen ist eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Schaffung einer "barrierefreien Mobilität im ÖPNV" geht. Die Nutzung des ÖPNV ist gerade auch für Menschen mit Handicaps wichtig, um gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilnehmen zu können.

Der nun barrierefreie Zugang auf diesem Streckenabschnitt bei U- und Straßenbahn ist ein wichtiger Schritt in Richtung barrierefreier ÖPNV in Berlin."

Zusätzlich erhielt die U-Bahn neue Zugsicherungsanlagen und die Straßenbahn eine neue Fahrleitungsanlage. Zusätzlich wurden die U-Bahntunnel und die Straßen-bahnhaltestellen am U-Bahnhof Vinetastraße saniert.

Abschließende Arbeiten im Umfeld der Hochbahnstrecke, wie

- die Wiederherstellung der Pflasterflächen entsprechend dem historischen Vorbild,
- der Einbau von Beleuchtung unterhalb des Viaduktes,
- Korrosionsschutzmaßnahmen an den Stützenfüßen
- Einbau neuer Drängelgeländer im Bereich der Promenade
- Einbau von Fahrradständern im Bereich der U-Bahnhöfe
- Neupflanzung von Bäumen entsprechend den Vorgaben des Bezirksamtes,

werden bis zum Sommer 2011 fertig gestellt. Auswirkungen auf unsere Fahrgäste sind bei diesen Maßnahmen nicht zu erwar-ten.

Dr. Sigrid Evelyn Nikutta: "Die BVG führte in Zusammenarbeit mit den beteiligten Baufirmen eine umfangreiche Grundinstandsetzung des Viaduktes durch, in deren Zuge gleichzeitig eine Anpassung an den neuesten Stand der Technik erfolgte. Dabei konnte das historische Erscheinungsbild so weit wie möglich gewahrt werden. So wird der stählerne Brückenzug auch in den kommenden Jahrzehnten als ein tragfähiges und verkehrssicheres Bauwerk nutzbar sein und zugleich als Baudenkmal langfristig gesi-chert."

Am 6. Dezember 2010 würdigte der Verein "Denk mal an Ber-lin" die Umsetzung der Viaduktsanierung unter Berücksichti-gung des Denkmalschutzes als "besonders geglückt". Es sei gelungen ein "stadtbildprägendes technisches Denkmal vorbildlich zu restaurieren".

Die Gesamtkosten aller Baumaßnahmen im Raum Prenzlauer Berg/Pankow belaufen sich auf rund 90 Millionen Euro.

Zahlen, Daten, Fakten

- Im Zuge der Baumaßnahme wurden 2.110 Buckelbleche (Fahrbahnelemente) ausgetauscht und circa 77.500 m² Stahlfläche mit Korrosionsschutzmittel beschichtet. Für die Durchführung der Maßnahmen wurden circa 72.00 m² Arbeitsgerüste mit Schutzumhausungen er-stellt.

- Die Länge der neu verlegten Fahrschienen beträgt circa 6.300 Meter. Weiterhin wurden 620 Tonnen Stahl sowie 4.500 Tonnen Schotter eingebaut.

- Im Bereich der Kreuzung Bornholmer Straße wurde das alte Viadukt komplett durch einen Neubau ersetzt.

- Weiterhin wurden im Zuge der Vollsperrung der U-Bahnhof und die Straßenbahnhaltestelle Vinetastraße grundsaniert sowie 3.000 m² Tunneldecke abgedichtet.

- Die Straßenbahntrasse in der Berliner Straße wird hier-bei in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Pankow ebenfalls neu gestaltet.

- Zusätzlich erhalten die Bahnhöfe Eberswalderstraße (in 2010) und Vinetastraße (in 2011) Aufzüge.

Zur Geschichte des Bauwerks

Im nördlichen Streckenabschnitt der U-Bahnlinie U2, entlang der Schönhauser Allee zwischen der Tunneleinfahrt Senefelderplatz und der Tunneleinfahrt Vinetastraße, fährt die U-Bahn über das circa 1,7 Kilometer lange Hochbahnviadukt, von den Berlinern auch "Magistratsschirm" genannt. Es ist ein-schließlich der U-Bahnhöfe Eberswalder Straße und Schönhauser Allee als Denkmal der Berliner Bau-, Verkehrs- und Technikgeschichte geschützt. Das Stahltragwerk des Hochbahnviaduktes, zwischen 1910 und 1930 unter maßgeblicher Mitwirkung des Architekten Alfred Grenander errichtet, hat inzwischen das stolze Alter von rund 90 Jahren erreicht.